Landkreis schließt Pilotprojekt ab/60 Frauen und Männer erwerben Zertifikat

Asylbegleiter können mit Arbeit beginnen

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Die Asylbegleiter wollen Flüchtlingen die Ankunft im Landkreis Diepholz erleichtern.

Syke - „Sie haben alle bestanden.“ Landrat Cord Bockhop fühlte sich am Dienstagabend im Syker Rathaus sichtlich wohl. Der Chef des Landkreises würdigte Ehrenamtliche und überreichte Zertifikate an 60 Frauen und Männer aus dem Landkreis Diepholz, die sich nun offiziell Asylbegleiter nennen dürfen.

Sie hatten sich in 32 Unterrichtsstunden in Syke, Stuhr und Sulingen schulen lassen. Ein Pilotprojekt, für das Bockhop sich im Namen des Landkreises und der Kommunen bedankte.

Die Teilnehmer haben Fachwissen gesammelt und rechtliche Hintergründe erfahren, dabei Kontakte zu Mitarbeitern der Volkshochschule und der Behörden geknüpft und Infos über Strukturen an die Hand bekommen. Und zwar um vor Ort die ankommenden Flüchtlinge bei der Alltagsbewältigung in einem fremden Land zu unterstützen.

Hier gehe es nicht um Leistung, betonte Bockhop. Die Teilnahmebescheinigungen seien aber durchaus ein Qualitätsmerkmal, das er gern unterschrieben habe.

Auch Sykes Bürgermeisterin Suse Laue lobte den ehrenamtlichen Einsatz und würdigte ihn als ein Zeichen von Willkommenskultur. „Wir brauchen Ihre Unterstützung dabei, den Flüchtlingen eine neue Heimat zu geben“, erklärte sie und verglich den Kurs mit Handwerkszeug, das Kraft und Stärke bei der Bewältigung der Arbeit gebe.

Heide Sanders von der Volkshochschule freute sich über das Interesse an dem Projekt. Der Bedarf sei viel größer gewesen als erwartet. „Wir werden deshalb im Herbst einen weiteren Kurs anbieten“, betonte Sanders und dankte der erkrankten Fachdienstleiterin Christina Runge, die die Idee zu dem Projekt gehabt hatte. Die Teilnehmer hätten vieles erfahren und Ansprechpartner bei den Behörden kennengelernt, so Sanders. Das Netzwerk habe für sie ein Gesicht bekommen. Das Gelernte helfe hoffentlich, die Asylsuchenden besser zu verstehen. „Sie sollten sich aber auch Gedanken darüber machen, wie Sie sich gegebenenfalls abgrenzen, um so wieder Kraft zu tanken“, erklärte sie an die Adresse der Kursteilnehmer.

Bockhop erinnerte an eine Bürgermeisterkonferenz im vergangenen Jahr zum Thema Flüchtlingsarbeit. Denn die sei aufgrund der Zunahme der Flüchtlinge nicht mehr nebenbei zu machen. In den vergangenen Jahren habe der Landkreis 300 bis 400 Flüchtlinge aufgenommen, „bis Ende des Jahres werden wir wohl bei 2000 liegen“.

Der Landkreis habe bereits 200000 Euro in die Sozialarbeit und 300000 Euro in Sprachkurse für dauerhaft Bleibende gesteckt. Der Asylbegleiterkurs sei die dritte wichtige Säule, denn die Kommunen könnten die Arbeit nicht allein leisten.

vog

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