Landkreis erhält Markenrechte am „Gesseler Goldschatz“ / 10000 Euro für Gessels Jugendwehr

T-Shirt für den selbstkritischen Landrat

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Ein Freudentag für die Kinder- und Jugendfeuerwehr Gessel. Aus der guten Idee des Fördervereins, sich die Markenrechte am „Gesseler Goldschatz“ zu sichern, wurde ein warmer Geldregen: 10000Euro erhält der Feuerwehr-Nachwuchs vom Landkreis.

Von Frank Jaursch. Nun hat es der Landrat schriftlich – Gold auf Schwarz: „Cord ist ein Gesseler Goldschatz!“ steht auf einem der T-Shirts (Größe XL), die Cord Bockhop gestern geschenkt bekam. Dieses subtile Kompliment dürfte aber nicht der entscheidende Grund für seine gute Laune gewesen sein. Wichtiger war da schon, dass der Landkreis nun die Markenrechte am Namen „Gesseler Goldschatz“ besitzt. Und eine phasenweise unerfreuliche Geschichte ein für alle Seiten glückliches Ende nimmt.

Bockhop überreichte im Gegenzug für den Erhalt der Rechte dem Förderverein der Kinder- und Jugendfeuerwehr Gessel einen Scheck über 10000 Euro. Dessen Vorstand hatte sich vor mehr als einem Jahr die Markenrechte gesichert – mit dem Ziel, auf diesem Weg per Vermarktung Geld in die Vereinskasse zu bekommen.

Dass es anschließend nicht zügig zu einer Einigung kam, schreibt sich Bockhop in offener Selbstkritik zu einem Teil selbst zu. „Die Irritationen habe ich mit hervorgerufen“, sagte Bockhop gestern im Kreismuseum, „weil ich nicht das direkte Gespräch gesucht habe. Das hätte ich besser machen sollen.“

Als es dann endlich zum offenen Dialog kam, habe man schnell ein gemeinsames Ergebnis erreicht. Die Namensrechte für den „Gesseler Goldschatz“ (und damit auch für alle Abwandlungen wie etwa „Goldhort von Syke“) hat der Landkreis, damit steht er den Ortschaften für eine weitere, beispielsweise touristische, Nutzung zur Verfügung.

„Am Ende kommt es dahin, wo es hin soll“, findet auch Klaus Göken, Vorsitzender des Fördervereins und – welch ein Glück – Anwalt für Markenrecht. Als „exzellenter Kenner der Materie“ (Bockhop) hat Göken das gesamte Verfahren in die Wege geleitet und begleitet; „wir mussten nur unterschreiben“, lächelt der Landrat.

Dafür gibt es 10000 Euro in die Kasse des Fördervereins. Von dem Betrag wird das im Jahr 2013 angeschaffte Transportfahrzeug abbezahlt. Ein bisschen was bleibt anschließend sogar noch übrig: als Rücklage.

Göken hatte vor knapp zweieinhalb Jahren gemeinsam mit Josh Schulte und Frank Rohlfs die Marke beim Patentamt angemeldet. Von seinem Erfindungsreichtum profitiert letztlich auch der Landkreis – nicht mit jedem Rechte-Inhaber wären die Verhandlungen so einfach gewesen. „Wenn ein Kaufmann aus Hamburg diese Idee gehabt hätte“, so Göken, „wäre das nicht so leicht geworden.“

Bockhop zeigte sich überzeugt, dass das Geld an der richtigen Stelle angelegt ist: Die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren seien „die Verantwortlichen in der Dorfgemeinschaft von morgen“, lobte er. Ein Dutzend Mädchen und Jungen waren gestern bei der Geldübergabe im Kreismuseum dabei – dort, wo in einigen Jahren der Goldschatz zu sehen sein wird.

Für die meisten war es die erste nähere Begegnung mit Bockhop, der „Nummer eins“ des Landkreises. „Zumindest“, schmunzelte Betreuer Tim Lehrfeld, „haben sie jetzt ein Live-Gesicht zu den Fragen vom Kreiszeltlager.“

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