Ziel: Dezentrale Unterbringung

„Keine Turnhallen für Flüchtlinge“

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Im Auftrage des Landes hat der Landkreis die zentrale Flüchtlingsunterkunft in Twistringen eingerichtet – und präsentierte die umgestalteten Schulräume vor dem Einzug der Bewohner der Öffentlichkeit. Archivfoto: Seidel

Landkreis Diepholz - Von Andree Wächter. Bis zu 1800 Flüchtlinge sollen bis Ende März dem Landkreis zugewiesen werden (wir berichteten gestern). Sollte diese Anzahl an Personen tatsächlich kommen, stoßen einige Kommunen an Grenzen. Daran ließen Vertreter des Landkreises keinen Zweifel – und ebenso wenig, dass alle Asylsuchenden möglichst dezentral untergebracht werden sollen – eben in Wohnungen.

Würde diese Möglichkeit nicht mehr zur Verfügung stehen, müssten die kreisangehörigen Städte und Gemeinden Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser umfunktionieren, hatten die Kreisvertreter in Diepholz betont. Um welche geht es genau?

„Konkret gibt es keine Hallen die wir im Auge haben. Es wäre auch Sache der Kommunen“, sagte Kreisrat Markus Pragal. Seine Ausführungen in Diepholz, dass Turnhallen in der Zukunft gebraucht würden, seien nur beispielhaft gemeint gewesen.

Wie viele Flüchtlinge jede Kommune aufnehmen muss, hängt von der Einwohnerzahl ab. Bund und Land verteilen sie nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“. Neben den Einwohnern spielen auch die Steuereinnahmen eine Rolle.

„Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser können nur die letzte Lösung sein“, sagte Suse Laue. Sie ist die amtierende Sprecherin der Bürgermeisterkonferenz. Und weiter sagte sie: „Von keinem meiner Kollegen wird im Moment beabsichtigt, ein solches Gebäude für Flüchtlinge zu nutzen.“

Die jetzt bekanntgewordene Quote ist den Verwaltungschefs schon seit Dezember bekannt. Für Syke bedeutet dies 386 neue Flüchtlinge. „Die sind noch gar nicht da“, so Laue. Hintergrund ist, dass die Zuteilung vom Land nicht so schnell klappt wie gewünscht.

Inzwischen ist die Frist bis zum 30. April verlängert worden. Also vier Wochen mehr Zeit Wohnraum zu finden. Hinzu kommen die Wohnungen, die aufgrund der Ausreise frei werden.

Wie alle Kommunen sucht auch Bruchhausen-Vilsen weiteren Wohnraum. „Unser Defizit sind 130 Personen. In den kommenden Wochen werden wir weitere Flüchtlinge aufnehmen“, sagte Fachbereichsleiter Volker Kammann. „Wir brauchen Zeit, um Wohnraum herzurichten. Die Länder sind gefordert uns Luft zum Atmen zu verschaffen“, fügte er hinzu. In den Landesaufnahmelagern gibt es nach unbestätigten Informationen Leerstände. Um die Unterbringung in Wohnungen zu ermöglichen, müssten die Asylsuchenden dort länger verweilen.

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