„Zu ländlich für sowas“

Angriffe auf Lehrer: Syker Schulen verzeichnen keine Zunahme

Alles gesittet: An den Syker Schulen haben die Lehrer keine Probleme mit Angriffen von Schülern. - Foto: dpa

Syke - Von Frank Jaursch. Beschimpfungen und Drohungen, Tritte und Fausthiebe, Mobbing und An-den-Haaren-Ziehen: Lehrer in Deutschland sind in immer höherem Maße psychischer und körperlicher Gewalt von Schülern ausgesetzt. Das jedenfalls hat eine bundesweite Umfrage ergeben. Wie sieht es in Syke aus? Wir haben in den Schulen nachgefragt.

„Die sprachlichen Verfehlungen nehmen zu“, so lautet die Einschätzung von Rolf Rosenwinkel. Dem Leiter der Realschule sind durchaus Fälle bekannt, in denen Lehrer von ihren Schülern „sprachlich angegangen werden“. Diese Fälle allerdings blieben eine Seltenheit; zu körperlichen Übergriffen sei es gar nicht gekommen. „Da sind wir in Syke insgesamt offenbar die glückliche Ausnahme.“

Diesen Eindruck bestätigt auch Mazen Hamade, der Leiter der GTS 2001 (Ganztags-Hauptschule mit Realschulzweig). „Wir sind, glaube ich, noch zu ländlich für sowas“, erklärt er und zeigt sich sicher, dass das Phänomen „Gewalt gegen Lehrer“ vor allem in Großstädten auftritt.

Heißt das, dass es keine Auseinandersetzungen zwischen Lehrern und Schülern gibt? Hamade verneint. „Natürlich gib es Auseinandersetzungen! Wenn Kinder sich nicht streiten würden, wäre das auch nicht richtig.“ Die Streitigkeiten allerdings liefen im Rahmen ab. Was sich allerdings verändert habe, so glaubt Hamade, sei die Erwartungshaltung vieler Eltern. Und die Wahrnehmung. „Den Zappelphilipp gab es schon immer“, erklärt der GTS-Leiter, „nur wurde er früher anders genannt.“

Vereinzelt Zwischenfälle

Rund 3100 junge Frauen und Männer besuchen die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Syke. Bei solchen Schülerzahlen kommt es auch zu Konflikten. Und auch zu Zwischenfällen zwischen Lehrern und Schülern. „Das taucht vereinzelt auf“, bestätigt BBS-Leiter Horst Burghardt, „aber das ist ein Phänomen, das es schon lange gibt.“ Auch er hat in den zurückliegenden Jahren keine Verschärfung der Problematik wahrgenommen.

„Unsere Schüler gehen schon respektvoll mit den Lehrern um“, sagt Burghardt. Verbale Ausrutscher sieht er meist darin begründet, dass sich das Verhalten der Jugend untereinander „und der ‘Obrigkeit’ gegenüber“ einfach geändert habe.

Diesen Eindruck teilt Andreas Gläser, der stellvertretende Leiter des Syker Gymnasiums. „Ich habe allgemein den Eindruck, dass sich vor allem der Umgangston innerhalb der Schülerschaft verschärft hat.“ Psychische oder physische Angriffe auf Lehrer allerdings habe es am Gymnasium nicht gegeben.

Gleiches vermeldet Wolfgang Schmidt, Leiter der Heiligenfelder Grundschule. Von den Grundschulen am Lindhof (Syke) und an der Wassermühle (Barrien) haben wir zu dem Thema gestern keine Stellungnahme erhalten.

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