Bei Löwenherz landen mitunter auch kuriose Sachen im Spendentopf

Kunstwerke und Kamelkarawanen

Da bekommt der Begriff Großkatze gleich eine neue Bedeutung. Für Lars Kattner und Tatjana Viert war es Liebe auf den ersten Blick. Der Plüschkamerad ist eine Spende für das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz, darf da aber gar nicht rein. Großkatze wird jetzt vermutlich irgendwann ein Hauptgewinn bei einer Tombola zu Gunsten von Löwenherz.
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Da bekommt der Begriff Großkatze gleich eine neue Bedeutung. Für Lars Kattner und Tatjana Viert war es Liebe auf den ersten Blick. Der Plüschkamerad ist eine Spende für das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz, darf da aber gar nicht rein. Großkatze wird jetzt vermutlich irgendwann ein Hauptgewinn bei einer Tombola zu Gunsten von Löwenherz.

Syke – Das Wort Großkatze bekommt angesichts dieses metergroßen Prachtexemplars gleich eine ganz neue Bedeutung. Und ein wahrer Charme-Bolzen ist sie noch dazu: Von Lars Kattner und Tatjana Viert bekommt sie gleich ein paar spontane Streicheleinheiten auf dem Bauch und zwischen den Ohren, als die Zwei sie fürs Foto in Positur heben. Beide haben sich sofort in dieses riesengroße Plüschtier verliebt. Dabei können sie es überhaupt nicht gebrauchen.

Beide arbeiten für Löwenherz: Lars Kattner als Pressereferent, Tatjana Viert als Koordinatorin für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die Großkatze ist eine von vielen Spenden, die den Trägerverein des Kinder- und Jugendhospiz’ erreichen. Von Herzen gut gemeint, aber für den gedachten Zweck nicht brauchbar.

Gespendete Kuscheltiere dürfen zum Beispiel ganz grundsätzlich überhaupt nicht ins Hospiz. „Da geht ganz einfach die hygienische und medizinische Sicherheit vor“, sagt Kattner. Und somit darf die Großkatze nicht mal im Flur auf dem Sofa sitzen. „Ganz abgesehen davon, dass das Sofa dann auch voll wäre.“

Kattner betont: „Prinzipiell freuen wir uns über jede Form der Unterstützung. Auch über Sachspenden.“ Und Tatjana Viert ergänzt: „Wichtig ist nur die Absprache vorher. Ist das was, das wir selber gebrauchen können? Oder verkaufen auf Märkten und Basaren? Oder eignet sich das vielleicht als Tombola-Gewinn? Wobei dieser gesamte Bereich im Moment ja coronabedingt total brach liegt.“

Normalerweise melden sich Spender vorher per Anruf oder Mail, erzählt Tatjana Viert. „Darauf können wir reagieren.“ Eine Frau habe selbstgestrickte Deckchen angeboten. „Ich hab ihr erklärt, dass wir dafür keine Verwendung haben und gesagt: Dafür könnte wir Socken gebrauchen. Und sie hat gesagt: Ja, die kann ich auch.“

Kürzlich sei eine Anfrage gekommen, ob das Hospiz etwas mit selbstgebastelten Vogelhäusern anfangen könne. „Normalerweise ja. Sowas können wir wieder verkaufen. Nur im Moment halt nicht.“

Mitunter werden Spenden aber auch unangemeldet bei der Geschäftstelle vorbeigebracht.“ Da ist dann manchmal diplomatisches Geschick gefragt. „Man mag ja auch nicht unbedingt sagen: Tut mir leid, aber das nehmen wir nicht.“

Gesellschaftsspiele sind auch so ein Klassiker. „Häufig haben wir die schon“, sagt Lars Kattner. „Und dann brauchen wir die nicht drei- oder viermal.“ Das tue einem dann auch immer persönlich leid, sagen beide übereinstimmend. Schließlich habe der Spender ja aus guter Absicht gehandelt.

Tatjana Viert kann sich allerdings auch an Fälle erinnern, wo sie sich dessen gar nicht mal so sicher ist. Als Beispiel fällt ihr da eine ausgesprochene Rumpelkiste ein: „Den Spender habe ich gar nicht gesehen, der hatte die einfach vorne abgegeben. Das sah aus wie ein aussortiertes Kinderzimmer. Als wenn man einmal mit beiden Armen über den Fußboden fegt, alles aufsammelt, was da so liegt, und dann: rein in die Kiste.“

Ausnahmefälle, wie sie betont. Umgekehrt können Viert und Kattner weit mehr von ungewöhnlich schönen Sachspenden erzählen. Das reicht von Jahrmarktbesuchen für die Hospizkinder bis zu einer Kameltour übers Watt bei Neuwerk. „Im Garten vom Hospiz haben wir ein Hexenhaus“, erzählt Tatjana Viert. „Das ist buchstäblich ein Meisterstück. Damit hat ein Tischlergeselle seine Meisterprüfung abgelegt. Und letztes Jahr hat jemand das Hospiz aus Lego nachgebaut. Das haben wir tatsächlich noch drüben stehen.“

Eine Künstlerin, die aus familiären Gründen nicht mehr malen und ausstellen kann, hat Löwenherz ihre gesammelten Werke vermacht. „Die katalogisieren wir gerade. Wir stehen im Kontakt mit dem Café Alte Posthalterei, wo wir die gerne nächstes Jahr ausstellen würden.“

Die Großkatze genießt übrigens vorübergehend plüschtierpolitisches Asyl im Gästehaus von Löwenherz. So lange, bis wieder Tombolas möglich sind. Da dürfte sie dann mit einiger Sicherheit ein Hauptgewinn werden. Und bis dahin bekommt sie von Viert und Kattner sicher noch die eine oder andere Kraul- und Streicheleinheit.

Von Michael Walter

Eine durchaus willkommene Sachspende: Diese Adventsdekoration. Diana Christen (links) von der Blumenmanufaktur Weyhe überreicht sie hier an Dorota Walkusz von der Hausleitung. Bekommen hat sie sie selbst als Spende vom Blumengroßmarkt Bremen im Rahmen der Aktion „Weiterspenden“.

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