Kunsthandwerkermarkt am Kreismuseum lockt Kauflustige und Stöberer an

Der Reiz der Vielfalt

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Sitzmöbel mit gutem Ton: Gernot Gehrke (l.) testete auf dem Kunsthandwerkermarkt ein Cajon von Sven Bartel. Und wie es bei dem Markt am Kreismuseum guter Brauch ist, kommen Käufer und Verkäufer oft auch zum Fachsimpeln oder zum Weitergeben von Tipps oder Ideen miteinander ins Plaudern.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Der Übergang zwischen Kunsthandwerk und Kunst ist mitunter fließend. Ein Beispiel lieferte gestern einmal mehr der Kunsthandwerkermarkt am Kreismuseum, auf dem sich viele Besucher umschauen und anregen lassen wollten. Mehr als 100 Aussteller aus der Region, aber auch aus weiter entfernten Gebieten präsentierten ihre liebevoll angefertigten kunsthandwerklichen oder künstlerischen Produkte.

Originelle Bronzefiguren auf schwankenden Stahlruten hatte Paul Hülst aus Bocholt kunsthandwerklich für Sandformen vorgefertigt, mit denen die Bronzefiguren gegossen wurden. Ein weiterer Stand, an dem sich die staunenden Besucher länger aufhielten, gehörte Wolfgang Crackow aus der Altmark: Er zeigte Vogelhäuschen, Mühlen für den Gartenteich und Briefkästen mit Dachbegrünung. Dank einer innen liegenden Wasserrinne halten diese Häuschen nach seiner Aussage mindestens 30 Jahre. „So etwas habe ich noch nicht gesehen, komisch, dass man da nicht selbst drauf kommt“, meinte ein Besucher, der in seiner Freizeit selbst handwerklich tätig ist.

Ähnliches werden einige Besucher auch am Stand von Friederike Evers und Kristine Hammer gedacht haben. Die beiden Kunsthandwerkerinnen aus Leerßen und Riede hatten Bretter und Bohlen gereinigt und diese beschriftet. „Ich schmeiß‘ alles hin und werd Prinzessin“ hieß es da, und die Besucher schmunzelten.

Einen ähnlichen Eindruck hinterließen die im „Shabby-Look“ veränderten Wohnaccessoires von Martina Pohl. Alte Backformen, Kästchen, Fußbänke, Körbe oder anderes Haushaltsgerät malt sie weiß an, schleift dann Ecken und Kanten ab und präsentiert diese Dinge dekorativ wieder als alt mit Gebrauchsspuren.

Aus Alt mach Neu

mach Alt

Larissa Kleinert, eine ihrer Kursteilnehmerinnen, präsentierte auf ihrem Stand selbst hergestellten Schmuck in Schatullen und an Regalen in genau diesem „Shabby“-Look.

Viele Aussteller informierten ihre Besucher darüber, wie sie die Teile hergestellt haben, welche Materialien sie verwenden und worauf sie achten müssen, damit ihre Arbeiten nicht misslingen. Ingeborg und Andreas Rutenberg aus Worphausen etwa zeigten Gläser, Schalen, Vasen und Becher in kunstvoller Gestaltung mit sandgestrahlten filigranen Ornamenten und Figuren.

Viele der Aussteller haben schon häufiger in Syke ausgestellt. Zu ihnen zählt Reinhard Blohm aus der Nordheide. Er ist Imker und bot imkerliche Produkte aus Honig, Wachs und Propolis an, wobei seine handgemachten Wachskerzen und die auf Propolisbasis angerührte Kosmetik seine Spezialitäten sind.

Marita Krone-Studnik kommt seit vielen Jahren mit ihren dekorativen, bunt glasierten Tonarbeiten ganz aus Dinklar (Kreis Hildesheim) nach Syke, „weil das hier ein so schöner Markt ist“. Wieder konnte die Veranstaltung mit der ihr eigenen Vielfalt im Angebot punkten. Und weil gestern auch das Wetter passte, wurde es entlang der Bundesstraße 6 und auf den Parkplätzen schwer, einen freien Platz zu bekommen.

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