Auftakt zur Vortragsreihe mit René Rameil 

Kunst – gar nicht so einfach. Oder doch?

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Ein kräftiges Schütteln mit dem Glas – schon wusste René Rameil (rechts), dass er ein Fremdwort benutzt hatte. Genau das will der Wachendorfer Künstler in seiner Vortragsreihe „Kunst – einfach Einfach“ aber gerade vermeiden. 

Syke - Von Anika Bokelmann. Ein kleines Wort – und doch ist es so sperrig und beschreibt unzählige Dinge: die Kunst. „Kunst ist nicht einfach“, weiß René Rameil. Dennoch oder gerade deswegen hat er seiner Vortragsreihe den Titel „Kunst – einfach Einfach“ gegeben. Beim ersten Treffen am Dienstagabend in der Syker Stadtbibliothek erörterte Rameil verschiedene Kunstformen und die Schwierigkeit, die der Betrachter mit ihr sowie seinem Urheber haben kann.

14 Interessierte waren der Einladung des bildenden Künstlers aus Wachendorf gefolgt und ließen sich in leichter Sprache die Kunst erklären. Denn das hat sich René Rameil zum Ziel gesetzt: „Ich möchte ohne Fremdwörter denjenigen die Kunst nahe bringen, die sie bislang gemieden haben, um ihnen Alternativen zu den modernen Unterhaltungsmedien aufzuzeigen“, stellte Rameil seinen Ausführungen voran.

Um sicherzugehen, dass sich keine Fachbegriffe einschleichen konnten, verteilte der Kunstpädagoge zu Beginn Gläser mit Steinen. Von diesem akustischen Signalgeber machten die Besucher in der Stadtbibliothek mehrfach Gebrauch, unter anderem um Fragen zu stellen oder ihre eigenen Ideen einzubringen.

Es handelte sich schließlich um einen interaktiven Abend, bei dem die Männer und Frauen, die teilweise in ihrer Freizeit malen oder aber beruflich mit künstlerischen Aspekten in Kontakt kommen, gefragt waren. Während eines Experiments in Form einer kleinen Zeicheneinheit stellte ein Teilnehmer die kritische Frage: „Ab wann darf man von Kunst reden? Was gilt noch als kreatives Spiel?“ Dies nahm der Ideengeber des Abends für sich mit und versprach, das Thema zu einem anderem Zeitpunkt zu vertiefen.

Vielmehr ging es Rameil nämlich am Dienstagabend darum, „die komplizierte Form der Kunst zu vereinfachen“. Dafür stellte er verschiedene Kunstformen gegenüber und regte zum Austausch an. So verglichen die Interessierten die Skulpturen „Venus von Willendorf“ mit „Stehende Frau (Leoni)“ und moderne Graffiti mit Steinzeitmalereien. „Alles eine Frage der Perspektive und Entstehungszeit“, lautete die Meinung, woraufhin Kunstpädagoge und Künstler Rameil bemerkte: „Das Problem bei der Betrachtung von Kunst ist die Tatsache, dass immer eine Eigenprojektion stattfindet.“ Hinzu komme, dass es Unmengen von Kunst gebe und auch Künstler selber immer nur eine Ahnung von Kunst haben können, so Rameil.

Weitere Treffen im Mai und Juni

Ferner nutzte er die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen und verdeutlichte, dass „Künstler sehr spezielle Menschen sind“. „Was ich heute sage, ist sicher nicht aller Weisheit Schluss“, unterstrich Rameil. Wichtig sei ihm, dass „Kunst für alle erreichbar sein muss“. Dafür hat er die Vortragsreihe ins Leben gerufen, die am 8. Mai und 12. Juni fortgesetzt werden soll. Anmeldungen dazu sind in der Bibliothek unter Telefon 04242 / 164 235 möglich.

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