Kreismuseum hält Rückschau auf Jens-Peter Adrians

Kunst mit Kopf und Köpfchen

Aufbau der Ausstellung mit Werken von Jens-Peter Adrians im Kreismuseum.
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Aufbau der Ausstellung mit Werken von Jens-Peter Adrians im Kreismuseum.

Syke – „Erinnerungen an einen Künstler unserer Region“ ist die neue Ausstellung überschrieben, die das Kreismuseum ab sofort zeigt. Im Sonderausstellungsraum präsentiert das Museum knapp 50 Bilder von Jens-Peter Adrians – und erfüllt dem 2017 gestorbenen Künstler und Kunstlehrer einen letzten Wunsch.

Jens-Peter Adrians kam 1947 in Hamburg zur Welt. In Braunschweig hat er studiert. Jahrzehntelang war er Kunstlehrer am Gymnasium Syke, aber immer auch selbst als Künstler aktiv. „An keinem Ort hat er öfter ausgestellt als bei uns“, sagt Museumsleiter Ralf Vogeding. „Jetzt zeigen wir 40 bis 50 von etwa 200 Bildern aus seinem Nachlass. Zwei Drittel davon sind in seinen letzten Lebensjahren entstanden.“ Und damit auch noch nie öffentlich ausgestellt worden. „Die letzte Ausstellung war 2010.“

Es ist zugleich auch die erste Adrians-Retrospektive. „Mein Mann hatte in seinem letzten Dreivierteljahr gesagt, dass er es schön fände, nach seinem Tod noch mal eine Ausstellung im Kreismuseum zu bekommen“, sagt seine Witwe Claudia Adrians.

Sie beschreibt Jens-Peter Adrians als ernsthaften und sehr belesenen Menschen. „Völkerkunde, Geschichte und Kolonialismus haben ihn sehr interessiert.“ Was sich in seinen Bildern ebenso wiederfindet wie die Auseinandersetzung mit Glauben und Religionen. „Das Christentum hat ihn nicht befriedigt“, sagt Claudia Adrians. „Antworten auf seine Fragen hat er zuerst in Indien gefunden, und schließlich dann im tibetischen Buddhismus.“ Ralf Vogeding greift den Faden auf und spinnt ihn weiter: „Seine Auseinandersetzug mit der fernöstlichen Lebensweise und unserer hier ist das Spannende an seinem Werk.“ Ein besonders plakatives Beispiel dafür gibt ein Bild in der aktuellen Ausstellung: Das Michelin-Männchen rennt darauf an einem Fakir auf einem Nagelbrett vorbei. Beide sehen sich dabei gleichermaßen belustigt wie fragend in die Augen.

Es sind größtenteils sehr leuchtende, farbenkräftige Bilder, die gezielt mit unterschiedlichen Formen und Stilmitteln spielen. „Der theoretische Unterbau dieser Bilder ist wahnsinnig groß“, sagt Ralf Vogeding. Das lasse sich an dem belegen, was Adrians selbst über seine Kunst geschrieben habe. „Fotos spielen als Vorlage oft eine Rolle“, so Vogeding. „Die Menschen, ihre Gedanken und ihre Gefühle stehen immer im Mittelpunkt. Auch seine eigenen.“ Das veranschaulicht beispielsweise eine Reihe von Selbstporträts, die Adrians in unterschiedlichen Lebensphasen zeigt.

Warum jetzt diese Ausstellung? Vier Jahre nach seinem Tod? – Da kommen mehrere Dinge zusammen: Einen gewissen zeitlichen Abstand hält Ralf Vogeding bei Retrospektiven grundsätzlich für angemessen. Bedingt durch die Pandemie konnte das Museum seit 2020 ohnehin kaum Ausstellungen planen „Und jetzt hatten wir gerade ein freies Zeitfenster.“

Die Ausstellung ist ab sofort während der regulären Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Sie läuft laut Plan bis zum 24. Oktober. Eine formelle Eröffnung wird es allerdings – Corona lässt grüßen – nicht geben. Was Claudia Adrians durchaus schade findet. „Jens hätte das gefeiert.“

Öffnungszeiten

Von Michael Walter

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