Show „Amazing Shadows“ beeindruckt im Theater mit Schattentanz und 3-D-Effekten

Die Kunst der Dunkelheit

In eine Welt der Fantasie entführte die Schattentanz-Kunst des Ensembles die Besucher des Syker Theaters. Fotos: Heinfried Husmann

Syke - Von Detlef Voges. „Amazing Shadows“ (erstaunliche Schatten) – das war in der Tat ein erstaunlicher Abend, den das Shadow Theatre Delight den gut 300 Zuschauern im Syker Theater am Mittwochabend bescherte. Die neun jungen Tänzer und Akrobaten aus der Ukraine nahmen die Besucher mit in eine Zwischenwelt der Schatten, verzauberten mit einem Mix aus klassischem Schattentanztheater und 3D-Effekten.

Eine Show aus Licht, Schatten und optischen Illusionen, die den Betrachter in Trab halten, weil der in etwas Unbekanntes eintaucht und Umrisse und Formen miteinander verbinden muss. Denn die Schatten sind ja von Natur her eigentlich eher schwarze Schemen, platt und zweidimensional. Für die Augen der form- und farbüberladenen Menschen des 21. Jahrhunderts ein Fossil aus einer anderen Zeit.

Vielleicht ist es ja gerade dieser Anachronismus, der die „Amazing Shadows“ so unterhaltsam macht. Die Tänzer und Akrobaten müssen per se auf Farbe oder Formen verzichten, um sich auszudrücken. Ihre Sprache sind ihre Körper, mit denen sie Umrisse von Dinge bilden. All das hinter einer Leinwand, dem Blick der Zuschauer entrückt. Da werden aus Leibern Pflanzen und Bäume, Häuser und Statuen. Wunderbar sind die Tieranimationen wie Löwe, Giraffe, Schlange oder Elefant.

Transformationen, die den Akteuren einiges an körperlicher Fitness und Geschick abverlangten und vom Publikum, das auf ungewohnten Pfaden der Fantasie unterwegs war, mit Zwischenapplaus honoriert wurden. Eine Welt der Illusion, die einer Choreografie bedarf, damit das Muster den Spannungsbogen behält und nicht zur Langeweile führt. Das Shadow-Theatre-Delight-Ensemble setzt auf moderne Technik und den Klassiker: das Erzählen von Geschichten.

So beginnt die Performance mit der Schöpfung und beleuchtet das Menschsein in Licht und Schatten. Stationen auf Reisen rund um die Welt verwandeln die Schattenwandler symbolisch in einen Farbenrausch. Ob der Big Ben in London, der Kölner Dom, die Chinesische Mauer, der Stierkampf in Spanien oder die Freiheitsstatue in New York, die Tänzer und Akrobaten agieren gekonnt und temporeich.

Weitere Szenarien wie die Geschichte von Aladin und der Wunderlampe, das Halloween-Fest mit Hexen und Gespenstern, ein Diebstahl im Museum oder das Film-Genre mit Charlie Chaplin binden den Zuschauer an eine Show, die sich ja auch der heutigen Technik bedient und bunte Bilder mit dreidimensionalen Effekten auf die große Leinwand schickt. Deren Ausmaße unterstützt die Wirkung des Geschehens, etwa wenn sich der böse Zauberer gegenüber Aladin buckelig und furchteinflößend zu voller Größe erhebt.

Zum Durchatmen für alle dürfen die Akteure zwischendurch auch mal ihr Schattenreich verlassen und vor der Leinwand real ihr akrobatisches und tänzerisches Vermögen demonstrieren. Entspannend genauso wie das zeichnerische Hologramm als Ankündigung des jeweiligen nächsten Szenarios auf der Leinwand.

Ein kurzweiliger Abend, der in eine Welt entführte, die Fantasien freisetzte.

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