Hinterm Spuckschutz

Kulturverein Rüttelschuh stellt Programm für Barrier Wassermühle vor

Christiane Palm-Hoffmeister vor der Barrier Wassermühle.
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Christiane Palm-Hoffmeister von der Kulturinitiative Rüttelschuh zeigt’s per Plakat: Paul Millns eröffnet Donnerstag das neue Programm in der Barrier Wassermühle. Diesmal kommt er mit seinem Bluesharmonika-Spieler Butch Coulter.

Mit Corona-Einschränkungen und viel Optimismus startet der Kulturverein Rüttelschuh in den Jahresendspurt. Eine Reihe von Veranstaltungen sind in diesem Jahr noch vorgesehen - Musik, Kabarett, Poesie und mehr.

Barrien – Der Mann von UPS erscheint quasi aufs Stichwort: Gerade wollte der Verein Rüttelschuh sein Kulturprogramm für den Rest des Jahres in der Barrier Wassermühle vorstellen, als draußen der Lieferwagen vorfährt. Der Mann wird sehnsüchtig erwartet. Denn er bringt die Spuckschutzwand für das Klavier.

Sozusagen eine Plexiglas-Kröte, die Rüttelschuh notgedrungen schlucken muss. Und natürlich hat das was mit Corona zu tun. Um allen Auflagen nach Abständen und dergleichen Genüge zu tun, hatte Rüttelschuh zuletzt die Bühne verlagert. Eine halbe Etage tiefer auf den Zwischenboden vor der Theke.

Die Sicht ist dann allerdings bescheiden, und das Klavier passt auch nicht dahin. Zwei Gründe, weshalb Christiane Palm-Hoffmeister und ihre Mitstreiterinnen jetzt die organisatorische Rolle rückwärts vollziehen. Denn im neuen Programm stehen zwei Größen, die auf echtes Klavier bestehen. Und weil sich das in der Wassermühle nun mal eben nicht coronaabstandsgerecht spielen lässt, musste halt eine Spuckschutzwand her.

Kabarettist Axel Pätz ist die eine erwähnte Klavier-Größe. Er tritt am 20. Oktober auf. Die andere ist Paul Millns. Er eröffnet die Saison bereits an diesem Donnerstag (20 Uhr). Und am Freitag tritt er ein zweites Mal auf (gleiche Zeit).

Paul Millns gehört schon praktisch zum Inventar der Wassermühle. Nicht einmal Christiane Palm-Hoffmeister weiß, wie oft der Blues- und Jazzmusiker überhaupt schon in Barrien gewesen ist. Jetzt bringt er Verstärkung mit: in Person des Bluesharmonikaspielers Butch Coulter aus Kanada. Der war auch schon zweimal da.

Martin Heckmann liest im November Gedichte von Christiane Palm-Hoffmeister.

Jiddisches Kabarett gibt es im November. Und ebenso eine Premiere: Martin Heckmann liest Gedichte von Christiane Palm-Hoffmeister. „Das ist das erste Mal, dass jemand anderes öffentlich meine Gedichte liest.“ Sie selbst steht im Oktober als Rezitatorin auf der Bühne und präsentiert Literarisches und Biografisches von Ernest Hemingway. Was an sich schon ziemlich überraschend ist. Sogar für sie selber. „Das ist für mich der Ober-Macho. Den hab ich nie gemocht.“ Und wieso liest sie ihn dann jetzt? „Man muss auch mal was gegen seinen Geschmack testen und sehen, ob man da was findet.“ Zum Beispiel: „Einen zärtlichen Romantiker und eine spannende Biografie. Dieses Kontrastprogramm reizt mich.“

Klar soll es auch wieder den traditionellen alternativen Nikolausabend geben. Diesmal mit dem Liederjan-Trio. Eine Nachholveranstaltung aus der 2020er Saison. Und kurz vor Weihnachten gibt es eine Neuauflage von „Zwei alte Schachteln packen aus“ Gisela Baßler und Christiane Palm-Hoffmeister lesen um die Wette.

Palm-Hoffmeister hat jahrzehntelange Erfahrung auf, vor und hinter der Bühne. Trotzdem ist sie jetzt geradezu hibbelig: „Ich hab regelrecht Glücksgefühle, dass wir wieder öffnen dürfen. Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie das aussieht, wenn hier Leute sitzen.“ Die letzte Vorstellung war vor fast genau einem Jahr, im September 2020.

„Wir haben zweimal ein Programmheft für die Papiertonne produziert“, sagt Palm-Hoffmeister mit Blick auf zwei per Lockdown abgebrochene Spielzeiten. „Deshalb gibt’s das Neue jetzt auch nur als Zettel und auf der Homepage.“ Und zweimal hat sie aus dem gleichen Grund ihren Biervorrat wegschütten müssen. Dass es Donnerstag kein frisches gibt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Nur 25 statt 55 Zuschauer zugelassen

Für die neue Saison muss Rüttelschuh viele Kompromisse machen. Statt für 55 Zuschauer ist die Mühle im Coronamodus lediglich für 25 zugelassen. „Das heißt, wir müssen mit weniger Einnahmen auskommen.“ Finanzchefin Christiane Decke hat ihr aber grünes Licht gegeben: „Die Künstler werden trotzdem voll bezahlt. Das können wir natürlich nicht jedes Jahr machen.“

Christiane Decke hakt ein: „Es wäre super, wenn sich die Leute jetzt auch trauen und kommen! Wenn wir schon nur noch 25 Plätze haben, wäre es doof, wenn davon auch noch welche leer bleiben würden.“

Für alle Veranstaltungen sind Anmeldungen erforderlich. Per Telefon oder Mail und Überweisung aufs Konto. Dabei gilt die Regel: Rückmeldung kommt nur, wenn es nicht klappt – etwa weil kein Platz mehr frei ist.

Infos zu Programm und Anmeldung: www.wassermuehle-barrien.de

Von Michael Walter

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