Klaus Kirmis ist seit vielen Jahren der meistgebuchte Dozent der Syker VHS

Kult(ur)status

Klaus Kirmis schaut noch einmal durch seinen Bildervortrag „Griechenland mit und ohne Säulen“, den er nächste Woche online für die VHS in Syke anbietet. Seine anfängliche Skepsis gegenüber Online-Vorträgen hat er abgelegt. „Inzwischen macht es mir Spaß, und es entwickelt sich in Richtung Begeisterung“, sagt der 65-Jährige.
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Klaus Kirmis schaut noch einmal durch seinen Bildervortrag „Griechenland mit und ohne Säulen“, den er nächste Woche online für die VHS in Syke anbietet. Seine anfängliche Skepsis gegenüber Online-Vorträgen hat er abgelegt. „Inzwischen macht es mir Spaß, und es entwickelt sich in Richtung Begeisterung“, sagt der 65-Jährige.

Syke – Barcelona zwischen Gotik und Jugendstil, Gaudí und Picasso – Schlösser und Herrenhäuser in Südengland – Kunst und Architektur der italienischen Renaissance –Das Paris von Henri de Toulouse-Lautrec um 1900: Mit diesem Metier hat sich Klaus Kirmis eine kleine Sonderstellung erarbeitet: Er ist der gefragteste Dozent bei der Syker VHS und seine Vorträge sind die mit Abstand meistgebuchten.

Egal ob die imaginäre Überschrift Kunstgeschichte lautet oder Land und Leute: In seinen Veranstaltungen ist es voll. Überwiegend sitzen dort Stammgäste. Ein Kreis, der seit vielen, vielen Jahren gewachsen ist. Und weiter wächst. Viele kennt Kirmis inzwischen mit Namen. Die meisten anderen vom Sehen.

Was seine Zuhörer an ihm schätzen, ist das Gesamtpaket: „Er ist amüsant, aber nicht albern. Er ist freundlich, aber nicht anbiedernd. Er ist sehr belesen, aber nicht oberlehrerhaft, und er vermittelt Begeisterung für das, worüber er spricht“, sagt eine seiner Stammzuhörerinnen. „Das ist einfach immer ein schöner Abend.“

2020 drohte der Corona-Lockdown einen Keil zwischen Kirmis und seinen Fankreis zu treiben. Fast alle Vorträge fielen aus. Anfang Dezember unternahmen Kirmis und die VHS dann einen Test und boten seine Bilderreise durch die Provence als Online-Vortrag an. Die Zahl der Teilnehmer war zwar deutlich niedriger als sie das bei einem Live-Vortrag in der Stadtbibliothek gewesen wäre. Dennoch war der Versuch so erfolgreich, dass es nächste Woche einen weiteren Online-Vortrag gibt: „Griechenland mit und ohne Säulen“ lautet das Thema.

„Vor ein paar Wochen hatte ich mich noch gegen Online-Vorträge gewehrt“, sagt Kirmis. „Inzwischen macht es mir Spaß, und es entwickelt sich in Richtung Begeisterung.“

Vor seinem Erstversuch Anfang Dezember sei er sehr nervös gewesen, gibt Kirmis zu. „Für mich war Zoom völlig neu.“ Vor allem die Frage, ob „das mit der Technik“ klappt, hatte ihn im Vorfeld ziemlich beschäftigt. Der Verlauf des Erstversuchs hat ihn da beruhigt: Eine VHS-Mitarbeiterin managte im Hintergrund souverän die Abläufe. Und auch bei ihm selbst brach die Technik nicht zusammen.

Dass Kirmis – anders als im richtigen Leben – seine Zuhörer online während des Vortrags nicht sieht, stört ihn nicht. Mit einer Ausnahme: „Live kann ich besser steuern“, sagt er. „Wenn ich merke, dass den Ersten schon die Augen zuklappen, kann ich ein bisschen mehr Gas geben. Online kriege ich das nicht mit.“ Trotzdem hat online für ihn mehr Vor- als Nachteile. „Ich kann so Gäste in ganz Deutschland erreichen, die sonst nie etwas von mir gehört hätten.“ Über die Deutsch-Italienische Gesellschaft hat er da bereits erste Erfahrungen gesammelt. „Neulich hatte ich einen Online-Vortrag mit über 60 Teilnehmern. Das war picobello.“

Eine neue Kamera und ein besseres Mikrofon hat er sich dafür bereits zugelegt. Technische Schwierigkeiten machen ihm allein noch die gelegentlichen Musiksequenzen zur Untermalung. Wahrscheinlich wird Krimis es bei der konservativen Methode belassen: Im passenden Augenblick an der Musikanlage auf den Knopf drücken, mit dem Mikro vorm Lautsprecher. Auch wenn das akustische Defizite mit sich bringt. „Um die Musik digital einzubinden, müsste ich das alles sekundengenau in die Software eingeben. Das ist ein zu großer Aufwand.“

Live vor Publikum zu dozieren, ist Klaus Kirmis aber immer noch am liebsten. „Das fehlt mir“, sagt er. Und Syke meint er damit speziell. „Die Stadtbibliothek hat sich für mich in den letzten 20 Jahren zum zweiten Wohnzimmer entwickelt. Da bin ich über 100 Mal gewesen, da gibt es schon eine persönliche Bindung. Die Stimmung, die Atmosphäre, diese Art eingeschworene Gemeinschaft. Das Publikum ist wohlwollend, nett und locker und in den Pausen gibt es für die Teilnehmer immer einen zum Thema passenden Imbiss. Für mich passt da einfach alles. In Schulnoten ausgedrückt, wäre Syke eine eins plus. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn es dieses Halbjahr noch mal live klappen könnte.“

Am Material würde es jedenfalls nicht hapern: Um die 50 Vorträge hat Klaus Kirmis fertig im Programm. Neue kommen kontinuierlich hinzu. Meist mit monatelanger Vorbereitung. Wobei Kirmis da etwas differenziert: „Land und Leute geht relativ schnell. Für kunstgeschichtliche Vorträge muss ich aber zuerst mal mehrere Bücher lesen.“

Der Aufwand für das Zusammenstellen der Bilder ist in etwa gleich: Pro Vortrag etwa 100 Stunden. Kirmis erklärt: „Je nach Thema, zeige ich an einem Abend 400 bis 600 Bilder.“ Für seinen aktuellen Griechenland-Vortrag hat Kirmis zum Beispiel 3000 Bilder einzeln gesichtet und dann 600 davon ausgewählt, die er anschließend in einem zweiten Schritt noch digitalisiert und bearbeitet hat. „Das hat wochenlang gedauert. Aber das gehört halt einfach zu meiner Arbeit. Wenn andere abends vor dem Fernseher sitzen, scanne ich Bilder ein.“

Info und Anmeldung

„Griechenland mit und ohne Säulen“ führt die Teilnehmer am Dienstag, 19. Januar, ab 19.30 Uhr zu den Ursprüngen der europäischen Kultur auf dem griechischen Festland. Die Teilnahme kostet 18 Euro. Zugangsdaten gibt es nach erfolgter Anmeldung. Anmeldungen nimmt die VHS bis Freitag, 15. Januar (mittags), entgegen. 04242 / 976 44 44

vhs@vhs-diepholz.de www.vhs-diepholz.de

Von Michael Walter

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