„Kristallkugel ist zur Reparatur“

Materialmangel: Baufortschritt der Grundschule Heiligenfelde stockt

Baufortschritt an der Erweiterung der Heiligenfelder Grundschule
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Es geht – langsam – voran beim Heiligenfelder Grundschul-Erweiterungsbau.

In der jüngsten Sitzung des Syker Schulausschusses kamen vor allem die Leitungen der vier Grundschulen auf Syker Gebiet zu Wort. Themen waren unter anderem die Situation in Sachen Schulsozialarbeit, die Corona-Auswirkungen in den Schulen und der Baufortschritt der Heiligenfelder Grundschul-Erweiterung

Syke – Es ist ein Umstand, der beim Blick auf umliegende Gemeinden alles andere als selbstverständlich ist: In Sachen Grundschul-Leitungen sieht es derzeit in Syke vielversprechend aus. Im Rahmen der Sitzung des Schulausschusses im DGH Heiligenfelde präsentierten sich die vier Schulleitungen, die alle erst seit Kurzem fest im Chefsessel ihrer Schulen sitzen, den Mitgliedern des Ausschusses.

Die drei Rektorinnen Tina Lehmann (Grundschule am Lindhof), Petra Raue (Luise-Chevalier-Schule) und Imke Bünstorf (Astrid-Lindgren-Schule) sowie Rektor Björn Scheer (Grundschule an der Wassermühle) waren es auch, die der Sitzung insgesamt ihren Stempel aufdrückten. Denn zu vielen Sitzungsthemen hatten sie inhaltlich fundierte, konstruktive und auch durchaus kritische Anmerkungen „aus der Praxis“ zu machen. Etwa zum bundesweiten Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“. Björn Scheer, Leiter der Barrier Grundschule, brachte zwar seine grundsätzliche Freude über die 200 Millionen Euro zum Ausdruck, die Niedersachsen dazu zur Verfügung haben soll. Das Problem seien aber nicht unbedingt die Mittel, sondern das fehlende Personal.

Wir sind froher Hoffnung, dass uns das Maßnahmenpaket erst in den Sommerferien erreicht, damit wir in den sechs Wochen auch ein Beschäftigungsfeld haben.

Björn Scheer, Leiter der Barrier Grundschule, zum geplanten Zeitpunkt des Erlasses in der letzten Woche vor den Ferien

Petra Raue, die Leiterin der Luise-Chevalier-Schule, sieht die größte Herausforderung in den Schulen nicht im Aufholen des verpassten Lehrstoffes: „Das ist nicht so viel.“ Viel schwerer wiege, dass das soziale Gefüge in den Klassen gelitten habe: „Da müssen sich viele erst mal als Klasse wiederfinden.“

Positiv bewerteten die Vertreter der Fraktionen ebenso wie die Schulleiter den Sachstand der Schulsozialarbeit. Wie Schulamtsleiterin Claudia Prößler betonte, würden derzeit an allen Grundschulen und – seit Februar wieder – auch an der Realschule Stunden für die Schulsozialarbeit vorgehalten. Teilweise durch vom Landkreis angestellte Kräfte, teilweise aber auch durch Mitarbeiterinnen, die bei der Stadt angestellt seien. Ein Lob gab es dazu von Marlene Früchtenicht (FWG), die vor allem hervorhob, dass „die Realschule nicht im Stich gelassen wird“.

Nicht ganz so zufriedenstellend sah der Bericht von Christian Gill aus. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung brachte dem Ausschuss den Baufortschritt an der Heiligenfelder Grundschule näher. „Mittlerweile sind wir froh, wenn wir Rohstoffe rankriegen“, brachte er das derzeit überall vorherrschende Dilemma zum Ausdruck. Die Stadt habe massive Probleme, Angebote zu ihren Ausschreibungen zu bekommen. Fortschritte gebe es dennoch: Der Beton für die Aula sei gegossen, die Schmutz-/Regenwasserleitung neu gelegt. Wann er angesichts der Widrigkeiten mit einer Fertigstellung rechne, wollte Gill nicht beantworten: „Meine Kristallkugel ist zur Reparatur.“ Einstimmig empfahl der Schulausschuss einen Antrag der Grünen zum Thema „Klimaneutrale Schule“ – allerdings erst, nachdem der etwas zu forsch klingende Beschlussvorschlag der Verwaltung entschärft wurde. Die Stadt soll die städtischen Schulen nun dabei unterstützen, ihr Engagement hinsichtlich des Klimaschutzes fortzusetzen und zu intensivieren, damit diese sich irgendwann mit der Auszeichnung einer „Klimaneutralen Schule“ schmücken können.

Von Frank Jaursch

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