Kristallklarer Himmel nach Regenfällen ermöglicht Sternenguckern faszinierende Aussichten

Jupiter schlägt Venus

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Als sich am späten Sonnabend die Regenwolken verzogen hatten, konnten (v.l.) Helmut Prekel, Volker Scheve und Roland Szlagowski sowie mehrere späte Besucher auf dem Hohen Berg durch die großen Teleskope noch wunderbare Objekte am Sternenhimmel beobachten.

Ristedt - Wer vermutet, Astronomie bei wolkenverhangenem Himmel sei vergleichbar mit einem Fußballspiel ohne Fußball, der irrt. Da die Wetterprognose für den späten Sonnabend Wolken, Wind und Regen vorhergesagt hatte, baute Volker Scheve für Besucher bereits am Vormittag auf dem Hohen Berg ein Teleskop auf, das alle Lichtwellenlängen außer dem so genannten „H-Alpha-Licht“ blockiert. Es eignet sich dadurch hervorragend für die Sonnenbeobachtung und zeigt die gewaltigen Gasausbrüche („Protuberanzen“).

Aber es kam noch besser: Gegen 21 Uhr zeigte sich im Westen eine erste schmale Lücke in der Wolkendecke, die durch den starken Wind schnell immer größer wurde, und plötzlich erschien hinter der letzten dicken Regenwolke strahlend schön die Venus am Abendhimmel.

Als Laie freute man sich, diese strahlende Schönheit im Teleskop betrachten zu können, aber die drei Astronomen winkten ab: „Lohnt sich nicht. Wir warten lieber auf den Jupiter“.

Denn während die gleißend helle Venus auch in der Vergrößerung nur eine gleißend helle Kugel gewesen wäre, zeigte der Jupiter erheblich mehr Details: Den „roten Fleck“ und Wolkenbänder über der Oberfläche sowie die sich langsam um den Planeten drehenden Jupitermonde.

Die Idee: Sternwarte

am Hohen Berg

Gegen 23 Uhr machte Holger Pillarz, der sein Dobson-Teleskop mitgebracht hatte, den Kugelsternhaufen „M 13“ im Sternbild Herkules ausfindig: eine Ansammlung tausender Sterne. Da sich der Himmel „klargeregnet“ hatte, konnten die Besucher noch weitere Galaxien bewundern, darunter die lang gestreckte „Zigarrengalaxie“ M 82.

Ohne den starken Wind wäre an diesem Abend noch viel mehr möglich gewesen. Verständlich, dass die vier Astronomen wieder von den hervorragenden Bedingungen schwärmten, die ihnen und den Besuchern eine kleine Sternwarte bieten würde. Der Betonsockel auf dem Hohen Berg böte die ideale Basis für eine Vier-Meter-Kuppel. Volker Scheve wäre bereit, eines seiner Teleskope dort zu stationieren. „Damit hätte Syke im weiten Umkreis ein Alleinstellungsmerkmal“, hieß es.

In den nächsten Wochen werden weitere interessante Objekte am Sternenhimmel zu beobachten sein, darunter auch der Saturn. Bei den monatlichen Beobachtungsabenden geht es im Juni schwerpunktmäßig um die Sonnen- und Mondbeobachtung. Im August werden bei einer „Perseiden-Party“ Sternschnuppen beobachtet, im September heißt es bei einem Teleskoptreffen mit vielen Hobbyastronomen „Alles, was der Himmel hergibt“.

bt

www.astroberg-syke.de

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