Kriminalstatistik

Mehr Fälle von Kinderpornografie im Landkreis Diepholz

Blaulicht
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Die Polizeiinspektion bittet Eltern um Wachsamkeit.

Die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Diepholz ist veröffentlicht. Im Fokus: Kinderpornografie. Die Zahl der Fälle ist gestiegen. Hingegen sank die Zahl der Tötungsdelikte, ebenso verzeichnet die Polizei weniger Körperverletzungen.

Landkreis  Diepholz – Immer öfter muss die Polizei im Landkreis Diepholz wegen Kinderpornografie ermitteln: Die Zahl der Fälle stieg in nur einem Jahr von 55 auf 80. Das geht aus der Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Diepholz für das Jahr 2020 hervor. Die Steigerung beträgt demnach 45,5 Prozent. „Tatsächlich ist das Deliktfeld stärker präsent als in den Vorjahren“, so Domenico Corbo als Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD).

Grund dafür seien zum einen die technischen Möglichkeiten sowie die Präsenz in den sozialen Medien und im Darknet, erläutert der ZKD-Leiter. Zum anderen sei das Thema gesellschaftspolitisch viel stärker im Fokus: „Davon profitieren wir als Polizei, weil wir mehr Hinweise bekommen“, so Domenico Corbo. Außerdem sind sich Jugendliche der Gefahren, die im Internet lauern, offensichtlich nicht bewusst. Als Beispiel nennt der ZKD-Leiter eine 13-Jährige, die ein Nacktfoto von sich in die Netzwerkgruppe ihres Klassenverbands schickt. Im Nu, sprich mit nur einem Klick, kann ein solches Foto weiter verbreitet werden.

Genau deshalb will die Polizei Väter und Mütter sensibilisieren: „Eltern wird geraten, mit ihren Kindern über die Gefahren im Internet zu sprechen und zu beobachten, auf welchen Internetseiten sich ihre Kinder aufhalten und mit welchen Personen sie hier Kontakt haben. Zudem sollten Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden, welche Bilder man von sich nicht über die sozialen Netzwerke verbreiten sollte“, so formuliert es Thomas Gissing als Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz.

insgesamt sind 148 Personen 2020 Opfer eines Sexualdeliktes geworden

Allein im vergangenen Jahr waren im Landkreis Diepholz insgesamt 148 Personen Opfer eines Sexualdeliktes geworden, besagt die Statistik. Fast die Hälfte (45,95 Prozent) der Opfer war im Kindesalter, 21,62 Prozent von ihnen zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahre alt. Deshalb hat die Polizeiinspektion Diepholz eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Sie hat ihre Schlagkraft auch in anderer Hinsicht gebündelt: „In diesem Jahr werden wir eine feste Einheit einrichten, welche ausschließlich komplexe kriminelle Strukturen bekämpft“, kündigt Domenico Corbo an. Diese ständige Ermittlungsgruppe verfolgt gezielt und mit gebündelter Kraft Täterbanden und Intensivtäter, um die organisierte Kriminalität zu zerschlagen. „Diese ständigen Ermittlungsgruppen werden in allen Polizeiinspektionen Niedersachsens eingerichtet“, betont Domenico Corbo. So entstehen spezielle Netzwerke mit einer Schlagkraft über Grenzen hinaus. Ein Beispiel: Der sogenannte Enkeltrick, mit dem Kriminelle immer wieder alte Menschen um ihr Hab und Gut bringen.

Weniger Tötungsdelikte und weniger Körperverletzungen

Darüber hinaus richtet die Polizeiinspektion weiterhin Sonderkommissionen ein, wenn schwere Straftaten aufgeklärt werden müssen – wie zum Beispiel Tötungsdelikte. Deren Anzahl sei um ein Viertel gesunken, so der PI-Pressesprecher in seinem Bilanzbericht. Waren 2019 noch zwölf Menschen Opfer eines Tötungsdelikts geworden, so sank die Zahl im vergangenen Jahr auf neun.

Außerdem registrierten die Beamten weniger Körperverletzungen. Waren es 2019 noch 1 093 solcher Taten, registrierte die Polizei ein Jahr später nur noch 894 – was einem Rückgang um fast ein Fünftel (18,2 Prozent) entspricht. „Der Rückgang ist in nahezu allen Altersklassen gleich vertreten“, stellt die Polizeiinspektion Diepholz in ihrer Bilanz klar. Gesunken ist demnach ebenso der Anteil der alkoholisierten Tatverdächtigen: „Wurden im Jahr 2019 noch 24,67 Prozent der Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss begangen, lag die Zahl im Jahr 2020 noch bei 21,97 Prozent.“ Die Anzahl der Straftaten durch Minderjährige unter Alkoholeinfluss ist demnach leicht rückläufig, sie sank von 49 auf 40. Allerdings registrierte die Polizei eine starke Zunahme von Straftaten unter Drogen oder Betäubungsmitteln. Deren Zahl war von 703 auf 900 gestiegen – ein Plus von 28 Prozent.

Die Statistik belegt außerdem eine Steigerung der Wohnungseinbrüche von 225 auf 284 – ein Anstieg von immerhin 26,2 Prozent. Für Domenico Corbo trotzdem kein Grund zur Sorge: „Seit 2016 hat sich die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle nahezu halbiert.“ Nun war die Zahl nach oben geschnellt, weil Einbrecher ein leer stehendes Wohnheim in Syke heimsuchten – was Einbrüchen in die 51 Wohneinheiten entsprach.

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