Viel Know-how – und ein bisschen Glück

Kriminalstatistik 2016: Polizeikommissariat steigert Aufklärungsquote 

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Nina Menzel, Leiterin des Polizeikommissariats, und der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Holger Schmöe im Kriminaltechnik-Raum. Dort werden Verdächtige erkennungsdienstlich behandelt – etwa mit dem Fingerabdruck-Scanner.

Syke - Von Frank Jaursch. Die Polizeimeldungen gehörten Anfang 2016 geradezu zum Alltag: Nächtlicher Einbruch in einem Geschäft an der Hauptstraße. Mit Gullydeckeln schlugen die Täter die Schaufenster ein und entkamen mit der Beute. Doch die Mitarbeiter der Polizei zeigten, dass sie etwas von ihrem Job verstehen: Ihre umfangreichen Ermittlungen führten zur Überführung einer Tätergruppe, denen jetzt insgesamt fast 30 Geschäftseinbrüche zur Last gelegt werden.

Die Erfolge der Mitarbeiter des Polizeikommissariats (PK) Syke werden nur selten medienwirksam in der Öffentlichkeit gefeiert. Dabei verdienen sie durchaus eine höhere Aufmerksamkeit. Im Gespräch mit PK-Leiterin Nina Menzel und Holger Schmöe (Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes) hat die Kreiszeitung das vergangene Jahr aus der Sicht der Kriminalitätsbekämpfung Revue passieren lassen.

Schon seit Jahren verzeichnet das Kommissariat konstant etwa 4. 000 Straftaten im Jahr. Kein Pappenstiel für das Gebiet, das neben Syke auch die Bereiche der Polizeistationen Bassum, Twistringen und Bruchhausen-Vilsen umfasst. Der Wert lag auch 2016 „insgesamt stabil“, so Schmöe, der allerdings auf eine erfreuliche Veränderung hinweist: Die Aufklärungsquote machte im Vergleich zum Vorjahr einen Satz um fast 2,4 Prozentpunkte nach oben und lag 2016 bei insgesamt 57,64 Prozent.

1642 Diebstähle

Den größten Anstieg an Fällen hatte der Bereich der Diebstähle zu verzeichnen: 1642 Delikte wurden erfasst, gut fünf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die gute Nachricht dazu: Auch die Aufklärungsquote stieg deutlich. Wurde 2015 nur gut jeder vierte Fall gelöst, so war es ein Jahr später mehr als jeder dritte.

Steigern konnten die Ermittler auch die Fahndungserfolge im Bereich der Wohnungsdiebstähle: 188 Delikte gab es zu verzeichnen, davon 139 schwere Einbrüche – etwas weniger als im Vorjahr. „Das war eine Zielsetzung – nicht nur der Landesregierung und nicht nur der Polizeidirektion Diepholz, sondern hier auch“, so Schmöe.

Dass hier die Zahlen leicht sanken, „hat natürlich auch mit Glück zu tun“, räumt der Leiter des Kriminaldienstes ein. Schmöe: „Wenn die Tätergruppe XY durch Cuxhaven läuft und nicht durch unseren Bereich, dann hat Cuxhaven die doppelte Anzahl an Einbrüchen und wir vielleicht dafür weniger.“

Die Aufklärungsquote stieg auch hier deutlich um rund fünfeinhalb auf 26,6 Prozent – und das wiederum ist nicht bloß Glück. „Natürlich haben wir bei weniger Einbrüchen die Möglichkeit, intensiver zu ermitteln.“

Drei Viertel der Fälle konnten 2016 aufgeklärt werden

Gerade weil Wohnungseinbrüche großes Unbehagen auslösen – nicht nur bei den Opfern, sondern auch in der Nachbarschaft, legt auch die PK-Leiterin ein besonderes Augenmerk auf diese Zahlen. „Man fühlt sich als Opfer eines Einbruchs in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Das ist ein Problem, das oft unterschätzt wird“, sagt Nina Menzel. Nicht zuletzt deshalb liegt auch in diesem Jahr der Schwerpunkt auf diesem Bereich.

Auf Vorjahresniveau bewegt sich die Zahl der Gewaltdelikte: 479 derartige Straftaten wurden 2016 erfasst, davon allein 346 Körperverletzungen. Ein Schwerpunkt ist und bleibt hier der Brokser Markt.

Im Bereich der Vermögens- und Betrugsdelikte sank die Zahl von 667 auf 579 Fälle; bemerkenswert dabei ist die hohe Aufklärungsquote: Nahezu drei Viertel der Fälle konnten 2016 aufgeklärt werden.

Für Nina Menzel sind die Fahndungserfolge jenseits des Rampenlichts kein Problem. Sie hat das Gefühl gewonnen, dass ihre Kollegen in der Öffentlichkeit durchaus wertgeschätzt werden. „Das Gros der Menschen weiß den Wert unserer Arbeit auch zu schätzen“, ist sie überzeugt.

Allerdings ist das offenkundig nicht immer der Fall: Allein 74 Mal wurde im vergangenen Jahr ein Fall von Widerstand gegen Polizeibeamte festgestellt.

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