Das Aus droht – ein Jahr vor dem Jubiläum

Krieger- und Soldatenkameradschaft steht vor dem Aus

Im Jahr 1953 endete das Verbot der Alliierten, die Krieger- und Soldatenkameradschaft Wachendorf gründete sich neu. 

Vor dem endgültigen Aus steht die Krieger- und Soldatenkameradschaft Wachendorf. Ob es jedoch zur Auflösung der 1895 gegründeten Kameradschaft kommt, darüber sollen am Freitagabend ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus die verbliebenen 28 Mitglieder entscheiden. 

Wachendorf - Wachendorf würde im Falle der Auflösung einen Traditionsverein verlieren, der in seiner Blütezeit das gesellschaftliche Leben im Ort mitgeprägt hat. In einem Gespräch mit dieser Zeitung legten Vorsitzender Karl Flechtner, Schatzmeister Dirk Bösche und Schriftführer Hubert Schulten die Gründe zur Einberufung der außerordentlichen Mitgliederversammlung dar.

In einem Schreiben an die Mitglieder steht unter anderem: „Immer wieder stellte sich in den letzten Jahren die Frage: Macht es Sinn, einen Verein bestehen zu lassen, der grundlegende Dinge seiner Satzung nicht mehr erfüllt oder erfüllen kann?“

In dem Gespräch stellte das Vorstandstrio fest, dass der Vorstand die Frage der Auflösung nicht alleine entscheiden will, sondern die Existenzfrage an die Mitglieder weitergibt. Vorsitzender Karl Flechtner, für den Fall der Auflösung zugleich der letzte amtierende Kriegerkönig, hob hervor, dass der Vorstand einige Jahre versucht hat, die Krieger- und Soldatenkameradschaft, über Jahrzehnte ein Aushängeschild des Ortes, zu retten. Inzwischen sei es so, dass die Kameradschaft nur noch einmal im Jahr ein Treffen mit den Vereinen des Dorfes ausrichtet und der König nur noch in Verbindung mit der Reservistenkameradschaft ausgeschossen wird.

Kranzniederlegung am Wachendorfer Denkmal vor rund 25 Jahren mit dem damaligen Vorsitzenden Johann Schweers.

So gut wie zum Erliegen gekommen ist der Schießsport. Wenn es an den Schießstand geht, dann mit den Syker Reservisten. Die Gewehre der Kameradschaft sind inzwischen dem heimischen Schützenverein übergeben worden.

Wie stellt sich Kassenchef Dirk Bösche bei einer Auflösung der Kameradschaft die Verteilung der Finanzen der Kasse vor? Seine Antwort: „Es wird auf jeden Fall der Dorfgemeinschaft zugutekommen, eventuell dem Dorfgemeinschaftshaus.“

Und was wird aus der Fahne, die 1920 von Frauen aus dem Ort bestickt wurde? Schriftführer Hubert Schulten betont: „Die Fahne muss ihren Platz im Dorfgemeinschaftshaus, wo sie jetzt auch hängt, behalten. Sie gehört zum Dorf, es ist ein geschichtsträchtiges Symbol.“

Schulten, über viele Jahre Dorfschulmeister in Wachendorf, weist darauf hin, dass es noch wertvolle Dokumente aus früheren Zeiten gibt, über deren Verbleib man sich bei einer Auflösung Gedanken machen muss.

Und was ist, wenn die Versammlung am Freitag für ein weiteres Bestehen der Kameradschaft abstimmt? Dazu Karl Flechtner: „Das geht dann nur in einer stark abgespeckten Form weiter, wir vom Vorstand können nicht mehr alle Aufgaben wahrnehmen. Es geht einfach nicht mehr.“

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