1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Syke

Kreissportbund will Vereine für Menschen mit Handicap weiter öffnen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Gregor Hühne

Kommentare

„Drums Alive“: Die inklusive Gruppe aus Melchiorshausen mit Übungsleiterin Birgit Sündermann (3.v.l.).
„Drums Alive“: Die inklusive Gruppe aus Melchiorshausen mit Übungsleiterin Birgit Sündermann (3.v.l.). © TSV Melchiorshausen

Landkreis Diepholz – Menschen mit Behinderungen sollen und wollen am Vereinssport teilnehmen. Damit die Teilhabe im Landkreis Diepholz besser gelingt, organisiert der Kreissportbund (KSB) ein Netzwerktreffen. Zur Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 18. Mai, steht die Inklusion (Einschluss) im Sport im Mittelpunkt. Das Treffen steht offen für alle interessierten Personen und Organisationen aus der Behindertenhilfe. „Wir wollen die Potenziale und die Stolpersteine aufzeigen“, sagt KSB-Geschäftsführerin Vera Tebelmann.

Welchen Sport wollen die behinderten Menschen machen, und welchen üben sie vielleicht bereits aus? Um ein aktuelles Meinungsbild zu erhalten, hat der KSB in den vergangenen Wochen 347 Personen und Vereine im Landkreis für eine Umfrage angeschrieben, so Vera Tebelmann. Die Fragen gingen auch an die 15 Träger im Landkreis mit ihren rund 30 Einrichtungen.

„Die Wünsche an Sportarten sind sehr verschieden“, berichtet Vera Tebelmann . Darunter seien beispielsweise bekannte Sportarten wie Fußball oder Handball sowie Reiten und Schwimmen, aber auch Trendsportarten wie Yoga, Boxen, Boccia und Fitnessstudio. Die sportliche Aktivität sei in den Schulen oder in Einrichtungen mit Menschen mit Behinderungen sowie zu Hause am größten, so das Resümee. Obwohl sich viele Menschen mit Handicap über eine Mitgliedschaft in einem Sportverein freuen würden, gaben ebenso viele laut Vera Tebelmann an: „Es gibt kein Angebot in meinem Ort“ und „Ich kenne die Angebote in dem Sportverein nicht“.

Das überragende Ziel sei daher: „Ein gemeinsames Sporttreiben und Sportangebote in den Vereinen für Menschen mit und ohne Behinderungen“, erklärt Vera Tebelmann. Damit das gelingt, habe sich die Arbeitsgruppe „Teilhabe am Vereinssport im Landkreis Diepholz“ zusammengefunden. Konkret sollen auch neue Sportgruppen und Angebote zwischen den Kooperationspartnern entstehen.

Die Partner des Projekts sind die Koordinierungsstelle Inklusion und Integration des Landkreises, der Kreisbehindertenbeirat, der Fachverband Behindertentransport, der Landessportbund Niedersachsen sowie der KSB und weitere Akteure aus den Behinderteneinrichtungen und Vereinen, heißt es in einer Ankündigung.

Konzepte und Erfahrungen gibt es bereits bei der Inklusion im Sport. Wichtig seien nun die Öffnung des Vereinssports für Behinderte, die bessere Vernetzung aller Akteure sowie die Kommunikation von Fördermöglichkeiten für Vereine, wirbt Vera Tebelmann. Mögliche Impulse zum Gelingen sollen zudem von Best-Practice-Beispielen im Landkreis ausgehen, die ihre „guten Beispiele aus der Vereinspraxis mit benachteiligten Personen“ vorstellen sollen.

Wo inklusiver Sport bereits gut gelingt

Drei Leuchtturm-Projekte von inklusiven Sportvereinen im Landkreis sind nach Vera Tebelmann: die Handball-Inklusions-Mannschaft von Wiebke Wall des TuS-Sulingen, das Trommel-Fitnessprogramm der „Drums Alive“ des TSV Blau-Weiss Melchiorshausen von Birgit Sündermann sowie die Arbeit des Tennisverbands Niedersachsen-Bremen (TBN), in dem Nicolas Sanchez Turniere ausrichtet von Rollstuhlfahrern, die eine Seh- oder Gehbeeinträchtigung haben. Mit einem Inklusionsmobil ist er in Niedersachsen unterwegs, zuletzt mit einem Rollstuhltennis-Turnier in Stuhr-Brinkum.

Wiebke Wall, Birgit Sündermann und Nicolas Sanchez werden bei der Auftaktveranstaltung von ihren Erfahrungen berichten, um in einer gemeinsamen Arbeitsphase weitere Ideen und Lösungswege zu erarbeiten.

Auftaktveranstaltung

Der Kreissportbund lädt alle Interessierten am Mittwoch, 18. Mai, zur Auftaktveranstaltung „Teilhabe am Vereinssport“ ein. Der Beginn ist um 18 Uhr an der alten Bürgermeisterei in Sulingen, Lange Straße 65. Anmeldungen sind möglich per Telefon 04242 / 971303 oder E-Mail an info@ksb-diepholz.de bis Freitag, 13. Mai.

Auch interessant

Kommentare