Region und Geschichte bleibt wichtig

„Das Gold reizt“ – und ist doch nur ein Teil vom Ganzen

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Die Arbeiten im hinteren Bereich des Kreismuseums-Areals gehen voran. Das Grundstück, auf dem der Goldhort-Anbau entstehen soll, ist bereits vorbereitet. 2019 sollen – Stand jetzt – die ersten Zuschauer den Schatz in Syke zu sehen bekommen.

Syke - Von Detlef Voges. Irgendwie passt der Zugang zum geplanten Goldschatz-Anbau des Syker Kreismuseums: durch die Hügelgrabstelle. Wo ein musealer alter Grabhügel zurzeit noch Einblicke in die alte Bronzezeit gibt, gelangen künftig die Besucher in den benachbarten Goldhort. Ein zweiter Zugang erfolgt vom Krendel her.

Auf die Frage, wann die Besucher den spektakulären Fund sehen können, geht der Blick von Museumsdirektor Ralf Vogeding in die Ferne. „Wenn alles ohne Verzögerung abläuft, noch 2019“, sagt er und fügt gleich ein Aber an, denn der Baugrund sei ja kein einfacher.

Das Gold-Domizil zwischen Wald, Freibad und Kindermuseum verändert das Kreismuseum fundamental. Nicht nur baulich und architektonisch, sondern auch, was die Außenwirkung anbelangt. „Ich hoffe, die Leute kommen dann nicht nur wegen des Goldes, sondern wertschätzen weiterhin auch die kleinen, regionalen Dinge, die unserer Museum prägen“, sagt Vogeding.

Das Potenzial, das in dem Gold-Bau steckt, sieht der Museumsleiter dennoch deutlich. „Das Gold reizt. Es steckt in uns drin. Es ist wie bei einer Schatzsuche“, erklärt er.

„Stärkt uns als Museum“

Vogeding weiß, dass das Gold Menschen ins Museum bringt und damit die Bedeutung des Hauses steigt. „Das stärkt uns als Kreismuseum und bildet ein Alleinstellungsmerkmal, das kein anderes Museum zu bieten hat“, hebt er hervor.

Deshalb gibt es in jeder Hinsicht etwas Besonderes, vor allem Teures. Der Landkreis investiert etwa 2,5 Millionen Euro dafür. 800.000 Euro steuern bislang Sponsoren bei.

Architektonisch erinnert das neue Gebäude an eine abgekappte Pyramide, komplett ummantelt von gehängten Ziegeln. Die Erfahrung der Handwerker im Umgang mit einem solchen Projekt sei gering, sagt Vogeding.

Die leichte Hanglage schafft in dem zweigeschossigen Gebäude mit rund 400 Quadratmetern Fläche verschiedene Ebenen. Das Obergeschoss beherbergt den Goldschatz, das Untergeschoss hält auf seinen 150 Quadratmetern sechs Tische für Besucher quasi als Labor bereit. Dort können sie mit Instrumenten Metalle untersuchen. Moderne Medien geben Auskünfte über den Goldschatz, die Geschichte und die Umstände des Fundes. Der Raum bietet auch Platz für Veranstaltungen. „Wir können eine kleine Cafeteria anbieten mit Kaffee und Kuchen“, so der Museumsleiter. Eine geplante Außenterrasse erweitert den Servicebereich.

„Es ist eine Win-win-Situation“

Der Originalgoldschatz befindet sich zurzeit im Landesmuseum Hannover. Gefunden wurde er 2011 in Gessel im Zuge des Baus der NEL, der nordeuropäischen Erdgasleitung. Das Alter der aus vielen ineinandergreifenden Spiralen bestehenden gut 30 Stücke schätzen Wissenschaftler auf etwa 3300 Jahre. Sie sollen aus dem Kaukasus stammen.

Syke soll ständiger Ausstellungsort von drei dieser mehrteiligen Original-Goldfunde sein. Stets im Wechsel mit den anderen Goldstücken. Die restlichen 27 sind als Repliken (Nachbildungen) zu sehen. Der Hauptschatz bleibt in Hannover.

Der Museumsleiter und sein Team stellen sich aber schon jetzt auf eine andere Zeit ein: mehr Besucher, mehr Anfragen, mehr Interesse. Keine Massen an Busladungen, aber doch deutlich mehr Besucher. Die jährlichen Besuchszahlen liegen um 40.000. Wenn in den ersten Jahren mit dem Gold 10.000 zusätzlich kämen, sei das schon ein Riesenerfolg, betont Vogeding, den Ball flach haltend.

Vogeding: Eigene Dynamik für Goldfund

Der Museumsleiter ist davon überzeugt, dass der Goldfund eine eigene Dynamik entwickelt. Er sei Teil des Kreismuseums, aber mit eigenständiger Ausrichtung: eigenem Namen, eigenem Logo, eigenem Marketing und eigenem Internetauftritt. Es werde einen Link im Netz geben. Aber auch die Web-Seite des Kreismuseums enthalte einen Hinweis auf den Goldschatz.

Für Vogeding erweitert das Gold die Anziehungskraft des ganzen Museums. „Es ist eine Win-win-Situation“, betont der Museumschef, der aber noch einmal darauf hinweist, dass das Kreismuseum mit seinen vielen Stücken als Leitbild etwas über die Region mitteilt, über Handwerk, Gewerbe und Kindheit. Diese eigene Marke werde das Team auch weiterhin pflegen. Die Wichtigkeit der Alltagsdinge soll bleiben. Als Fund in der Region gehört der Goldschatz nun dazu.

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