Kreismuseum gestaltet Handwerkergasse um – für rund 150000 Euro

„Sind nicht das Universum“

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Aus dem Gang wird ein Raum: Blick auf den Grundriss für die geplante modernisierte Version der Handwerkergasse.

Syke - Von Frank Jaursch. Ein Umbau? Warum? „Gucken Sie mal“, sagt Kreismuseums-Leiter Dr. Ralf Vogeding und deutet nach unten. „Der Boden, der ist 35Jahre alt. Den müssen wir neu machen.“ Und wenn man schon dabei ist, verpasst das Kreismuseum seiner Handwerkergasse gleich einen komplett neuen Look. Bis Ende dieses Jahres wird sich der wohl bekannteste Bereich des Museums offener präsentieren, interaktiver und um mehrere Bereiche erweitert.

Rund 150000 Euro soll die bislang größte Umbaumaßnahme des Museums kosten. Mehrere Wände werden versetzt, einige Bereiche präsentieren sich verkleinert, andere Gewerke finden endlich einen Platz. Einzelne Exponate sollen aus den szenischen Darstellungen herausgenommen und separat präsentiert werden.

„Einen so großen Schlag haben wir vorher noch nie gemacht“, erklärt Vogeding. Der Museumsleiter ist auch der geistige Vater der Umgestaltung, mit der das Museum auch in diesem Bereich den Sprung in die nächste Generation macht: mit LED-Licht zum Beispiel und vielen Touchscreens, die bei Bedarf Informationen liefern.

Alles wird grafisch aufgewertet. Und soll doch seinen Kreismuseums-Charme behalten. „Wir sind nicht das Universum“, betont Werkstattleiter und Projektplaner Hermann Winkler mit Blick auf die Wissenschafts-Ausstellung auf dem Bremer Universitäts-Gelände. „Und das wollen wir auch gar nicht sein.“

Doch vor dem Aufbau kommt der Abbau. Wer schon einmal einen Blick in die detaillierten Inszenierungen geworfen hat, dem ist klar: Das ist ein ordentliches Stück Arbeit, was da auf die Mitarbeiter wartet. Viele tausend Gegenstände werden in diesen Wochen erfasst und ausgelagert – entweder in einem abgetrennten Bereich des bisherigen Sonderausstellungsraumes oder in separaten Außenlagern.

Allein drei Monate sind für das Verpacken der unzähligen Kleinobjekte in Kartons veranschlagt. Nicht alle kehren in die Ausstellungen zurück. „Das tut weh“, räumt Winkler ein, „denn eigentlich gehört alles hier rein.“ Aber dafür wird der ganze Bereich etwas luftiger. Im Eingangsbereich wird ein Sofa in Handform ein Blickfang sein, gegenüber werden Handwerke präsentiert, die bislang unberücksichtigt geblieben waren: Maurer, Klempner, Elektriker, Dachdecker.

„Besucher können mehr in die Inszenierungen hineingehen“, umschreibt es Elsbeth Kautz, Wissenschaftlerin und vom Museum mit der Inventarisierung betraut. „Aus dem Gang wird ein Raum.“

Winkler räumt ein, dass der Umbau ihm durchaus Bauchweh bereitet habe. „Das ist für uns ein ganz schöner Kraftakt.“ Bis Ende April soll das Leerräumen der Gasse abgeschlossen sein, im Mai werden überflüssig gewordene Einbauten entfernt. Nach dem Neuversiegeln des gesamten Bodens und den Malerarbeiten beginnt voraussichtlich im September der Einbau der neuen Ausstellungselemente.

„Gestalterisch ist alles Ende Oktober fertig“, ist Ralf Vogeding zuversichtlich. Vitrinen, Podeste und Inszenierungen werden dann eingeräumt, bis Jahresende ist hoffentlich alles fertig. Besucher des Museums können den Fortgang der Umbauarbeiten gewissermaßen „live“ mitverfolgen, denn die Handwerkergasse bleibt über den größten Teil des Jahres für den Publikumsverkehr geöffnet.

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