Hitze und Trockenheit bescheren bereits Einbußen

Verhagelt der Sommer Landwirten die Ernte?

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Hitze und Trockenheit bescheren bereits Einbußen.

Landkreis Diepholz - Von Vivian Krause. Temperaturen an der 40-Grad-Grenze, langanhaltende Hitze und nur ab und zu ein Regenschauer. Die Folge: Trockene Felder und eine verfrühte Ernte. Kreislandwirt Wilken Hartje resümiert die ersten Ergebnisse so: „Die Ertragsunterschiede bei verschiedenen Flächen sind sehr groß – von ganz schlecht bis noch zufrieden stellend.“

Kreislandwirt Wilken Hartje

Knapp 106 000 Hektar werden im Landkreis Diepholz als Ackerfläche genutzt, heißt es im aktuellen Strukturheft „Landwirtschaft in der Region Diepholz/Nienburg“ mit Zahlen aus dem Jahr 2014. Die Getreideanbaufläche sei dieses Jahr sogar noch leicht gewachsen, so Hartje. Im Gegensatz zu den Vorjahren sei die Ernte etwas vorgezogen wurden.

Die Gerste-Ernte, welche schon seit drei Wochen läuft, ist bereits größtenteils abgeschlossen. Die Erträge auf Standorten, die Wasser länger speichern, sind dem Kreislandwirt zufolge gut ausgefallen. Auf anderen Flächen war das Ergebnis „den Erwartungen entsprechend enttäuschend“, fasst Hartje zusammen. Die Gerste habe die Hitze und die Wasserknappheit noch eher verziehen.

Allerdings ist dieses Getreide nur eins von vielen. Es folgen die Raps- und Triticale-Ernte, später dann Weizen und Roggen. In den kommenden Tagen erwartet der 44-jährige Kreislandwirt jedoch eine wetterbedingte Ernte-Pause. Denn auch Landwirte studieren sorgfältig die Wetterprognosen.

Weil die Anbaufrüchte aber weiterreifen, käme es nach einer wetterbedingten Pause zu einer geballten Ernte: Vieles werde gleichzeitig erntereif sein. „Insgesamt werden die Erträge der anderen Getreidesorten aber geringer ausfallen als die der Gerste“, ist sich Hartje sicher.

Auf den Boden kommt es an: Generell ist für Standorte mit einem hohen Sand-Anteil und schlechtem Wasserspeichervermögen eine hohe Niederschlagsmenge sehr wichtig, für bessere Standorte hingegen viel Sonne. Denn „die Sonne bildet den Ertrag“, sagt Hartje. „Hitzetage über 30 Grad sind für das Getreide aber grundsätzlich schlecht.“

Das Wetter kann ohnehin alle Prognosen hinfällig machen, denn sowohl kräftige Gewitter, starker Regen als auch eine erneute Hitzewelle haben Einfluss auf das Getreide. Hartje: „Ein Unwetter könnte buchstäblich die Ernte verhageln.“

Für heute hat der Wetterdienst Gewitter mit Sturmböen und Starkregen angesagt.

Besonders Landwirte mit Flächen ohne Beregnung haben erhebliche Einbußen zu erwarten. „Die Beregnung in Niedersachsen ist immens wichtig, das hat dieses Jahr uns wieder gezeigt“, sagt Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender des Fachausschusses Pflanzenbau im Landvolk Niedersachsen. Landwirte sollten Strategien für die zukünftige Wasserversorgung entwickeln.

Die Getreideberegnung lohnt sich laut Hartje allerdings im Verhältnis zu den Mehrerträgen im Landkreis Diepholz nicht.

Die aktuellen Ertragsschätzungen lassen laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) eine Getreide-Ernte von 47 Millionen Tonnen in Deutschland erwarten. Der Ertrag sowie die Qualität sind endgültig erst nach Abschluss der Ernte feststellbar. Vorher könne man auch über die Backqualität vom Weizen oder den Ölgehalt des Raps nicht viel sagen, erläutert Hartje.

In vier Wochen soll die Ernte abgeschlossen sein. Hartje: „Vom Reifezeitpunkt her kann das klappen, das Wetter muss nur mitspielen.“

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