Landrat Bockhop: "Vertraulichkeit vereinbart"

Gutachten zur Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis

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Auf die Zukunft ausgerichtet: In Bassum entsteht zurzeit der Neubau für die Psychiatrie, ein wichtiges Arbeitsfeld der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz.

Syke/Diepholz - Von Anke Seidel. Rund drei Stunden dauerte die Beratung über das Gutachten, das entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis Diepholz haben wird: In erster Lesung befassten sich die Mitglieder des nicht öffentlich tagenden Kreisausschusses am Freitag in Syke mit der Struktur-Untersuchung der Hamburger Beratungsgesellschaft Lohfert und Lohfert.

Konkrete politische Ergebnisse gibt es offenbar noch nicht: Landrat Cord Bockhop sprach von einer „Zwischenpräsentation“ – und fasste sich extrem kurz: „Bis zur endgültigen Fertigstellung des Gutachtens und der öffentlichen Präsentation am 11. Mai im Kreistag haben wir Vertraulichkeit vereinbart.“

Will heißen: Die im Kreisausschuss vertretenen Mitglieder der Kreistagsfraktionen wollen sich bei dem höchst brisanten Thema Krankenhäuser im Landkreis Diepholz nicht auseinanderdividieren lassen.

Wie bereits berichtet, hatte der Landkreis Diepholz das Gutachten in Auftrag gegeben – obwohl er mit 48 Prozent nicht Mehrheitsgesellschafter der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz ist.

Wie zwei Drittel aller Kliniken in Niedersachsen schreiben auch sie rote Zahlen. Das hat finanzielle Folgen – auch für den Landkreis: Mit einer Million Euro jährlich beteiligt er sich am Defizit-Ausgleich. Weil dieses Geld nicht ausreicht, dürfen die Kliniken Investitionszuschüsse des Landkreises (allein drei Millionen Euro für 2014) zur Überbrückung von Zahlungsengpässen nutzen. Kreistagspolitiker befürchten, dass am Ende des laufenden Jahres sogar ein Defizit von fünf Millionen Euro stehen könnte – wenn sich nicht genügend Patienten für eine Behandlung in den Alexianer-Kliniken entscheiden. Vor diesem Hintergrund soll das Gutachten Zukunfts-Optionen aufzeigen. Die Hamburger Beratungsgesellschaft Lohfert und Lohfert hat den Auftrag, alle nur denkbaren Szenarien zu überprüfen. Im Klartext: Die Schließung von Standorten steht dabei ebenso auf dem Prüfstand wie der Neubau eines Zentralkrankenhauses im Landkreis Diepholz.

Nach den spärlichen Informationen aus dem Kreisausschuss zu urteilen steht offenbar noch nicht fest, was wirklich realistisch und machbar ist. Unbestätigten Informationen zufolge befasste sich das nichtöffentliche, zweithöchste Entscheidungsgremium der Kreistagspolitik gestern nicht mit einem Komplett-Entwurf des Gutachtens. Vielmehr ließen sich die – ehrenamtlich tätigen – Kreistagsabgeordneten in diesem Gremium die neuralgischen Inhalte erläutern und Verständnisfragen zu komplexen Sachverhalten beantworten. Informationen, mit denen sich jetzt die Kreistagsfraktionen befassen müssen.

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