Botschaften an Hannover

„Wie würden Sie es denn machen?“: Diskussion um Missstände an Schulen

Prominent besetztes Podium hatte der Kreiselternrat zur Diskussion an die BBS in Syke eingeladen.
+
Prominent besetztes Podium hatte der Kreiselternrat zur Diskussion an die BBS in Syke eingeladen.

Dass Bildung ein wichtiges Thema ist, bewies die Podiumsdiskussion verschiedener Landespolitiker an der BBS Syke am Samstag. Dreieinhalb Stunden wurde gestritten und es wurde klar: Die Probleme, vor denen das Bildungssystem steht, werden nicht über Nacht zu lösen sein.

Syke – „Meinungen kann man abheften, mit Emotionen muss man sich auseinandersetzen“, stellte Moderator Hans-Joachim Jacke zum Abschluss einer Podiumsdiskussion in der BBS Syke am Samstag fest. Er dankte den Besuchern für eine Diskussion, die teilweise recht emotionsgeladen geführt worden war. Die Podiumsteilnehmer forderte er auf „Nehmen Sie einiges mit nach Hannover und gestalten Sie Schule so, dass Kinder gerne lernen“.

Eingeladen hatte der Kreiselternrat, um Landespolitiker für schulische Themen zu sensibilisieren, die vom Land nach Wahrnehmung der Eltern nicht adäquat bearbeitet werden. Gekommen waren etwa 30 Elternvertreter und Lehrer unterschiedlicher Schulen aus dem Landkreis.

Fünf Teilnehmer in Syke bei Diskussion um Situation an Schulen

Auf dem Podium hatten Volker Meyer (Landtagsabgeordneter (MdL) CDU, Bassum), Phillip Raulfs (MdL SPD, Gifhorn), Elke Oelmann (Kreistagsabgeordnete Grüne, Barnstorf), Dr. Marco Genthe (MdL FDP, Weyhe) und Stephan Bothe (MdL AfD, Lüneburg) Platz genommen. Moderatoren waren mit Jacke und Hartmut Bublitz zwei ehemalige Schulleiter.

Die Themen Lehrkräftemangel, Digitalisierung in der Schule, Stand der Inklusion und pandemiebedingte Probleme sollten beleuchtet werden. Nach kurzer persönlicher Vorstellung der Podiumsteilnehmer führten die Moderatoren in die Themenbereiche ein. Jeder Podiumsteilnehmer hatte anschließend Gelegenheit, seine Position darzulegen, bevor nach drei Minuten unerbittlich der Wecker piepte.

Lerndefiziten durch Corona-Lockdown: „Wie würden Sie es denn machen?“

Die insgesamt angepeilte Veranstaltungsdauer von zweieinhalb Stunden wurden dennoch locker um fast eine Stunde überzogen. Geschuldet sicherlich auch der intensiven Beteiligung der Gäste in den jeweiligen Fragerunden zum Schluss jedes Themenbereichs. Als neutraler Beobachter konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass es keinen allgemeingültigen Ausweg aus dem schulischen Dilemma geben kann. Das wurde kurz vor Schluss auch in der Rückfrage von Phillip Raulfs deutlich, der nach einem Wortbeitrag zu Lerndefiziten durch den Corona-Lockdown ins Publikum die Frage zurückgab: „Wie würden Sie es denn machen?“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Zuvor hatte er sich, wie auch Volker Meyer, die Position der Landesregierung erläutert. Beide gehören der aktuell im Land regierenden großen Koalition an. Marco Genthe, im Landtag in der Opposition, hatte es da einfacher. Er konnte Änderungsvorschläge unterbreiten, ohne den Nachweis antreten zu müssen, dass es dann besser funktionieren würde. Stephan Bolte hingegen hinterfragte Schulsystem und Lehrpläne grundsätzlich.

Elke Oelmann fehlte zwar der landespolitische Hintergrund, den sie aber mit persönlicher Berufserfahrung und Erkenntnissen aus der Arbeit im Kreistag weitestgehend wettmachte.

Konsens, dass Lehrer von bestimmten Arbeiten entlastet werden müssen

Konsens bestand unter anderem in der Erkenntnis, dass Lehrer von Arbeiten entlastet werden müssen, die nicht direkt mit dem Unterrichten zu tun haben. Auch dürften es für alle durchaus mehr Lehrkräfte sein. Bei der Frage nach der Anzahl gingen die Meinungen dann aber schon wieder auseinander. Da legten insbesondere Vertreter der Haupt- und Realschule Twistringen den Finger in die Wunde, die von einer Lehrerversorgung von 70 Prozent berichteten.

In der Frage der Inklusion schieden sich die Geister schon an der Schulform. Bei der Digitalisierung klappt vieles im Landkreis schon recht gut. Dennoch wünschen sich Lehrer und Eltern landesweite Vorgaben, um Entscheidungen nicht auf die Schulleitungen abzuwälzen. Dieses auch im Hinblick auf Lernrückstände für das letzte Schuljahr. Auch hier Konsens, dass es diese Vorgaben gibt. Lösungsvorschläge, diese durch außerschulische Angebote von sozialen Trägern abzubauen, fanden dagegen nicht überall Zustimmung. Auch die Absenkung des Lernniveaus kann keine Lösung sein, da sowohl die Wirtschaft als auch Universitäten gewissen Standards voraussetzen, die dann nicht mehr zu erfüllen wären.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Tote Tiere liegen weit verstreut im Sulinger Moor

Tote Tiere liegen weit verstreut im Sulinger Moor

Tote Tiere liegen weit verstreut im Sulinger Moor
Suche nach Vermisstem in Brinkum mit Hubschrauber und Spürhund

Suche nach Vermisstem in Brinkum mit Hubschrauber und Spürhund

Suche nach Vermisstem in Brinkum mit Hubschrauber und Spürhund
60.000 Krebse auf sechs Kilometern: Schlecht für die Natur, gut für Köche

60.000 Krebse auf sechs Kilometern: Schlecht für die Natur, gut für Köche

60.000 Krebse auf sechs Kilometern: Schlecht für die Natur, gut für Köche
Zu Hause in der Region, Wurzeln in der Welt: Migranten im Kreis Diepholz

Zu Hause in der Region, Wurzeln in der Welt: Migranten im Kreis Diepholz

Zu Hause in der Region, Wurzeln in der Welt: Migranten im Kreis Diepholz

Kommentare