Schulleiter Bernd Pache erklärt Möglichkeiten

Krankenpflegeschule: Umzug und neue Ausbildungsform

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Bernd Pache ist Leiter der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Alexianer in Eydelstedt.

Eydelstedt/Syke - Von Anke Seidel. Spannende Zeiten für Bernd Pache: Der Leiter der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Alexianer in Eydelstedt bereitet nicht nur den Umzug ins Pflegekompetenzzentrum Syke vor. Er befasst sich genauso mit den Auswirkungen des neuen Pflegeberufegesetzes. Zum 1. August soll das neue Zentrum in der Syker Hacheschule starten – mit der BBS Europaschule Syke, die ihre Pflege-Ausbildungs-Angebote dort ebenso bündelt.

Warum das neue Pflegeberufegesetz unbedingt notwendig ist, erklärt Bernd Pache so: „Die derzeitige Pflegeausbildung entspricht nicht dem europäischen Standard.“ Aber noch stehen etliche Fragezeichen hinter den künftigen Regelungen. Und: Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung muss sowohl vom Bundestag als auch vom Bundesrat beschlossen werden. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, sagt Pache.

Ganz praktisch heißt das: Bis zum 1. Januar 2020 arbeitet die Krankenpflegeschule ganz nach dem bisherigen Konzept. 81 Plätze hat die Krankenpflegeschule in Eydelstedt, besetzt sind davon zurzeit 71.

„Wir haben im Schnitt 60  Bewerbungen auf 30 Plätze“, erläutert der Schulleiter die Nachfrage – und ist fest überzeugt: „Wenn wir das Doppelte ausbilden würden, dann würde das im Markt versickern.“ Den derzeitigen Pflegekräftemangel mit mehr Ausbildungskapazitäten mildern – diese Möglichkeit bietet das neue Pflegekompetenzzentrum zumindest räumlich. „Dort haben wir mehr als den doppelten Platz“, sagt Pache. Aber entscheidend sei, genügend Lehrkräfte zu finden. Zurzeit unterrichten sechs Kräfte in der Eydelstedter Krankenpflegeschule.

Mit Beginn der Ausbildung nach dem neuen Pflegeberufegesetz gibt es ein weiteres entscheidendes Kriterium, stellt Pache klar – und blickt auf die 2 500 Praxis-Stunden der dreijährigen Ausbildung (plus 2 100 Stunden Theorie) in verschiedenen Bereichen, sprich nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Altenheimen und im ambulanten Dienst. Ob diese Pflichteinsätze auch in Kinderarztpraxen oder bei „Löwenherz“ erfolgen können, ist zurzeit noch unklar.

„Wir bilden zu einem Großteil junge Leute aus“

Fakt aber ist: „Das neue Gesetz wird von einem ganz anderen Blick auf die Patienten ausgehen“, so Pache – und nicht mehr in Kinderkranken-, Krankenhaus- und Altenpflege einteilen. Generalistisch verlaufen demnach die ersten beiden Ausbildungsjahre – also für alle gleich. Nach 18 Monaten entscheiden sich die Auszubildenden, in welchem Bereich sie sich im dritten Jahr spezialisieren wollen: in der stationären Akutpflege (Krankenhaus), in der Pädiatrie (Kinderkrankenpflege), der Psychiatrie, der stationären Langzeitpflege (Altenheim) oder der ambulanten Langzeitpflege (Pflegedienste).

„Wir bilden zu einem Großteil junge Leute aus“, gibt Pache zu bedenken, „und wir müssen sie lange im Beruf halten“. Deshalb seien Wahlmöglichkeiten – wie der Wechsel von der stationären in die ambulante Langzeitpflege – sehr wichtig: „Das ist ein ganz breites Feld.“

Parallel dazu seien auch im neuen Gesetz noch spezielle Ausbildungen zur Altenpflegefachkraft und zur Fachkraft für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege möglich. „Aber diese Absolventen können später nicht in andere Bereiche wechseln“, so der Schulleiter – was wiederum die neue generalistische Ausbildung mit dem Spezialisierungsjahr ermögliche.

Im Frühjahr 2020 können erste Kurse beginnen

Nach sechs Jahren solle überprüft werden, ob die beiden speziellen Ausbildungen bleiben sollen oder nicht, ergänzt der Schulleiter. Dass sie noch ins neue Gesetz aufgenommen worden sind, ist für ihn ein Beleg für die Lobby-Arbeit der Verbände.

Der Übergang von der alten zur neuen Ausbildung ist genau geregelt: Im Frühjahr 2020 können die ersten Kurse beginnen. Die Ausbildungsjahrgänge werden sukzessive, also nach und nach, auf das neue Recht umgestellt. Wer am 1. Januar 2020 nach bisherigem Recht ausgebildet wird, beendet das auch in dieser Form – was bedeutet, dass neue und alte Ausbildung drei Jahre lang parallel laufen.

Ziel sei es, so betont der Schulleiter, so viele junge Menschen wie möglich in diesem Beruf auszubilden. „Jemand, der sich auf den Weg macht, eine pflegerische Ausbildung zu beginnen, darf uns nicht verloren gehen!“

Die BBS Europaschule Syke bietet ebenso Ausbildungsangebote im Pflegekompetenzzentrum in Syke. Welche Möglichkeiten Schüler dabei haben, stellen wir in einem gesonderten Bericht vor.

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