Show der Dampfmaschinen im Kreismuseum

Die Kraft des Wasserdampfs

Längst hat Fred Bösche aus Syke seinen Enkel Leon mit seiner Begeisterung für Dampfmaschinen angesteckt. Der Zehnjährige erläuterte Besuchern im Kreismuseum gestern die Technik hinter den Geräten. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Dieter Niederheide. Um die Zukunft seiner Sammlung von Dampfmaschinenmodellen muss sich der Syker Fred Bösche (68) keine Sorgen machen. Er hat seinen Enkel Leon Meyer (10) aus Gessel längst mit seiner Leidenschaft für Dampfmaschinen angesteckt. Das wurde auch Sonntag beim Handwerkertag mit Vorführungen von Dampfmaschinen in Form von Modellen sowie für die Kleingewerbenutzung im Kreismuseum deutlich.

Der Grundschüler erklärte den interessierten Besuchern verständlich die Technik, die hinter den Apparaten steckte. Seine eigene Dampfmaschine, die er vorführte, ist ein funktionierendes Spielzeugmodell aus den 50er-Jahren. Zahlreiche unterschiedliche große Maschinen waren an den acht Ständen buchstäblich in Bewegung.

Lothar E. Geisler (Twistringen), der Organisator des Auftritts im Kreismuseum, ließ seinen Steinbrecher (französisches Meistermodell, angetrieben von einer Bischoff-Dampfmaschine 261) arbeiten. Kleine Steinkohlestücke wurden hier zerkleinert. Interessant auch seine Silberschmiede-Dekupiersäge, (angetrieben von einer Meyer-Kleingewerbe-Dampfmaschine). An seinem Stand gab es übrigens Modelle „Made in Syke“ zu sehen, die einst Friedrich Evers (1914 – 1988) in Leerßen gebaut hatte.

Für die Besucher des Handwerkertags gab es von allen Freunden der Dampfmaschinenmodelle reichlich Informationen und Antworten auf alle Fragen. So war es auch bei Mario Peters (Erichshof), unter anderem ehemaliger Seemaschinist, der zum Beispiel eine liegende Maschine (Modell) aus dem Jahr 1912 vorführte und auf den hohen Technikstand früherer Zeiten hinwies.

Die Experten hatten die besten und interessantesten Modelle aus ihren Sammlungen aufgeboten. Etwa Manfred Linke, Lokführer aus Weyhe, der schon seit Jahren an einer komplizierten Dampflok baut. Oder der Hämelhausener Axel Meng, Thomas Meyer aus Bremen – Ingenieur für Raumfahrt – und Installateur Roland Köhr aus Eystrup. Sie alle vermittelten die große Faszination, die von den schnaufenden Kunstwerken ausgeht.

Das Ganze ergab ein imposantes Bild hoher Technikerkunst. Der Gang durch die Vorführungen alter Handwerksunst führte die Besucher, die insbesondere am Nachmittag familienweise kamen, bis zum Museumsschmied Peter Steinke, der am offenen Feuer und Qualm den Besuchern die handwerkliche Kunst des Schmiedens vorführte.

Dazwischen – umringt von den großen und kleinen Besuchern – Korbflechter, Rechenmacher, Sattler, Seiler oder die Frauen aus der Region an den Spinnrädern.

Auch in der historischen Setzerei und Druckerei herrschte Leben. Hans-Hermann Bohlmann, Müllermeister und seit Jahren aktiv in der Ausbildung der freiwilligen Müller, war ebenfalls voll im Einsatz.

Insgesamt zeigte der Handwerkertag, dass das Interesse an alten Handwerken immer noch groß ist. Ein interessanter Tag war es auch für die Senioren, die aus Bruchhausen-Vilsen aus der Einrichtung AHS betreutes Wohnen im Vilser Holz angereist waren.

Wie immer war auch für die jüngsten Besucher gesorgt. Sie bastelten mit Museumspädagoginnen kleine Holzhäuser oder Zapfenkränze. Im Sommergarten und auf der Diele konnten alle Entspannung finden bei Kaffee und Kuchen. Manch einer nahm auf den Heimweg ein deftiges Museumsbrot mit.

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