Volles Haus im Kreismuseum

Kräuter, Kürbis, Klebefallen beim Bauernmarkt

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Wenn das Wetter auch nur halbwegs mitspielt, ist der Pflanzenflohmarkt am Museum immer rappelvoll. So war es auch gestern wieder.

Syke - Von Michael Walter. Es gibt Veranstaltungen, die sind mit der Zeit einfach Selbstläufer geworden. Der herbstliche Bauernmarkt mit Pflanzenflohmarkt am Kreismuseum gehört dazu. Wenn es nicht gerade Katzen und Hunde regnet, ist die Bude voll. Und das Außengelände. Und die Bundesstraße. So wie gestern.

Wer mit dem Auto kommt, hat gleich doppelt Stress: Zuerst bei der mühevollen Suche nach einem Parkplatz, wenn man nicht gefühlt in Barrien oder Heiligenfelde stehen will. Und dann nochmal vor der Kasse. Ist man da schließlich durch, empfängt das Museum seine Besucher wie eine Oase der Stille. Und das trotz der vielen Leute, die um die Stände wuseln. Der Verkehrslärm ist weit weg und es duftet nach Kräutern und Blumen.

Stehen ja auch genug davon auf den Verkaufsständen. In geradezu verwirrender Vielfalt für so botanische Nieten wie mich. Storchschnabel... Was ist das denn? Und Frauenmantel? Hab ich auch noch nie gehört.

Die aufgeklappten Pistazienschalen mit den Gittern davor kenn ich aber: Venusfliegenfallen. Nicht die einzigen fleischfressenden Pflanzen, die Helmut Prekel an seinem Stand verkauft. Den Sonnentau daneben kenn ich auch. Damit hört's dann aber auch schon wieder auf. „Das hier ist Fettkraut“, erklärt er. Ähnlich wie der Sonnentau eine Klebefalle. „Und das hier sind die effektivsten“, sagt Prekel und zeigt auf eine Pflanze mit an Sektkelche erinnernden langen schlauchartigen Trichtern. „Mexikanische Schlauchpflanzen.“ Er deutet mit zwei Händen den doppelten Umfang der Pflanze an: „Nächstes Jahr ist die sooo groß.“

Der Genky Club sorgte gestern beim Bauernmarkt im Kreismuseum für den guten Ton.

Preisfrage: Hab ich mit sowas auf der Fensterbank dann mehr oder weniger Fliegen im Haus als vorher? Schließlich locken die die Viecher doch an. Prekel lächelt freundlich und weicht ein kleines bisschen aus. „Für drinnen sind die meisten fleischfressenden Pflanzen eh nichts. Die brauchen den Wetterwechsel. Manche sogar mal richtig Frost.“

Was bei ihm auf dem Verkaufstisch steht, hat der Bassumer alles selbst gezogen. „Ich mach das schon seit Jahrzehnten. Das hat mal ganz klein angefangen und ist mit der Zeit ein faszinierendes Hobby geworden.“ Prekel ist Mitglied der GFP, der Gesellschaft für fleischfressende Pflanzen im deutschsprachigen Raum. Über 900 Mitglieder hat die. Ich werd heute keins mehr und gehe weiter.

Die Rassegeflügelzüchter haben ein paar Käfige dabei und machen damit Werbung für ihre Ausstellung im Oktober. Direkt daneben stehen ein paar Schafe in einer kleinen Koppel. Von der Esse dahinter klingen hell die Hammerschläge des Museumsschmieds herüber. Auf der anderen Seite im Museumsgarten drängeln sich die Leute an den Ständen um Bratwurst, Waffeln und Kuchen. Dazwischen sitzt der Genky-Club in einem Zelt wie ein großer Käfig und macht Musik. Die alten Jungs haben selbstironisch kleine Schilder rechts und links angebracht: „Bitte nicht füttern“. steht drauf. Na gut. Ich hab ohnehin gerade keine Fliege dabei.

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