Konzert im KSK-Saal wird wieder zu einem facettenreichen Genuss

Meineckes Zauberformel

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Ulla Meinecke (im Bild mit Reinmar Henschke) zog auch bei ihrem dritten Besuch in Syke die Zuhörer in ihren Bann.

Syke - Von Dagmar Voss. Zeitlos eindringlich, poetisch wunderbar mit leicht ironisch-nachdenklicher Sicht aufs Leben präsentierte Ulla Meinecke am Freitagabend ihr musikalisches Bühnenprogramm. Gemeinsam mit ihren Musikern Ingo York und Reinmar Henschke unterhielt die Singer/Songwriterin ihr Publikum bis kurz vor 23 Uhr. So konnten die Zuhörer im gut gefüllten Konzertsaal der Kreissparkasse ihren Star in vielen Facetten genießen.

Ulla Meinecke mit Band gastierte dank des Vereins JFK (Jazz Folk Klassik) zum dritten Mal in Syke und wieder einmal begeisterten die drei – Meinecke mit ihrer samtigen Stimme, mit bilderreicher Sprache sowie Gitarre und Keyboards – mit gelungenen Kompositionen.

Neue, noch unveröffentlichte Lieder wechselten sich ab mit Klassikern wie „Feuer unterm Eis“ oder „50 Tipps ihn zu verlassen“.

Ulla Meinecke hatte eine eingängige „Zauberformel“ für ihr Programm gefunden: eine Melange aus absurder Komik, anrührender Poesie und abgründiger Liebeslyrik. Sie erzählte skurrile Geschichten, lyrisch kraftvoll zeichnete sie stimmige Bilder, die ihre Lieder zu lebendigem Kopfkino machten.

Zu den amüsanten Geschichten, mit denen sie ihre Stücke anreicherte, gehörten Wortschöpfungen wie „empüttert“; sie sei gleichermaßen empört und erschüttert darüber, wie manch ein Mitmensch mit der kostbaren Ressource Lebenszeit umgehe oder sein Leben mit unnötigen Dramoletten ausstatte – bei der jungen Generation konnte sie das nicht ausmachen, die seien sehr effizient, diese „klugen kleinen Biester.“,

Die beiden Multiinstrumentalisten und Arrangeure haben mit Meinecke einen ureigenen Sound entwickelt, der überraschend opulent wirkte – und dabei so durchsichtig, dass die Songs in wunderbar und überraschend attraktiver Form zu hören waren. Und mal ganz anders, als die alten Fans, die die Musik aus den 1980er-Jahren kennen, es erwartet hätten, anders und dennoch eindrucksvoll.

Der starke Auftritt wurde noch betont durch gelungene farbenprächtige Lichteffekte. Mal erstrahlte der Hintergrund in einem leuchtenden Sehnsuchts-Blau – wunderbar passend zum „Hafencafé“ oder zur „Endstation Sehnsucht“ – oder einem Knallrot für „Der Stolz italienischer Frauen“.

Zu ihren eigenen Songs brachte die Wahlberlinerin aus dem hessischen Usingen ein paar Coverversionen von Freunden ihres Genres, so eines mit langen instrumentellen Phasen von Tom Waits, oder eines im Angedenken an Rio Reiser – mit beiden hat sie früher zusammengearbeitet.

Zur weißen Magie zählen für die Sängerin, Dichterin und Autorin die „heilige Dreifaltigkeit“ Liebe, Musik und Schlaf; so kam das Publikum in den Genuss dieses Liedes „Schlaf“, in dem die Seele auch beim Zuhören auf Wanderschaft gehen kann.

Das Publikum erhob sich am Ende mit lang anhaltendem Applaus – und wurde belohnt mit drei Zugaben, in denen natürlich die „Tänzerin“ nicht fehlen durfte.

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