Knappes Votum für Erweiterungsbau

Kontroverse Diskussion über 750 000-Euro-Pläne des TSV Barrien

Ehrungen beim TSV Barrien.
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Ehrungen beim TSV Barrien (v.l.): Gerhard Mey (Vorsitzender) mit den Geehrten Hanna Otto, Ute Köper, Adele Lepie, Ludwig Mönch, Heinz Meier, Rolf Döring, Klaus Nienaber (Sprecher des Vereinsrates), Renate Spanier-Rohlfink (2. Vorsitzende).

Mit einem knappen Votum haben die Mitglieder des TSV Barrien bei der Jahreshauptversammlung für die Pläne des Vorstandes gestimmt, eine 750 000-Euro-Erweiterung des Sport- und Bewegungszentrums in Angriff zu nehmen. Rund die Hälfte der Teilnehmer enthielt sich der Stimme.

Barrien – 78 Mitglieder waren der Einladung zur Mitgliederversammlung des TSV Barrien gefolgt. Die Besonderheit dabei: Nur 50 Stimmberechtigte hielten sich im Saal des Heiligenfelder Dorfgemeinschaftshauses auf. Der Rest nahm per Videoschaltung digital von zu Hause teil.

Obwohl der Verein technisch bestens vorbereitet war, merkte man beim ersten kontrovers diskutierten Thema, dass dieses Format auch seine Tücken haben kann. Einige digitale Teilnehmer hatten den Eindruck, nicht wirklich dabei zu sein.

Gerhard Mey leitete die Versammlung in gewohnt souveräner Art, obwohl auch er zeitweise an Grenzen stieß. Zu Beginn ehrte der Verein die Mitglieder (siehe Kasten), bevor Gerhard Mey den Tätigkeitsbericht des Vorstandes vorstellte. Wegen Lockdown und zeitweise kompletter Einstellung des Sportbetriebes fiel dieser ziemlich knapp aus.

Dennoch gab es einiges zu tun. Eine Beregnungsanlage für die Sportplätze wurde installiert, die Stufen vor der Terrasse des Vereinsheims wurden barrierefrei umgestaltet, der Vereinstreff erhielt eine neue Bestuhlung – und dann fiel auch noch die Heizungsanlage aus. Uwe Wehrenberg hätte es gern gesehen, wenn „bei der neuen Heizungsanlage auf fossile Energie verzichtet und neue Technologien zum Einsatz gekommen wären“. Das scheiterte nach Worten von Mey an wirtschaftlichen Überlegungen, wobei „alle aktuellen gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt wurden“.

Der Vorsitzende zeigte sich erfreut, dass trotz stark eingeschränktem Sportangebots nur wenige Mitglieder dem Verein den Rücken gekehrt haben. Diese Vereinstreue zeigte sich auch später, als eine vom Vorstand angebotene Reduzierung der Beiträge zur Abstimmung stand. Wegen Ausfall von Angeboten sollten Beiträge für ein halbes Jahr halbiert werden. Auf Antrag aus der Versammlung „wir sind in einem Verein, nicht im Sportstudio“ fand dieser Antrag keine Mehrheit. Lediglich fünf Mitglieder stimmten letztendlich für die Senkung, fünf enthielten sich. Eine große Mehrheit entschied sich für die Beibehaltung der vollen Beiträge.

Gerhard Mey trug vor, dass der Gesundheitssport mittlerweile ein wesentliches Angebot im Verein sei. „Lange Wartelisten“ deuten für ihn darauf hin, dass Defizite bestünden, die mit den aktuellen Gegebenheiten nicht befriedigt werden könnten.

Ein geplanter Erweiterungsbau mit einer Investitionssumme von 750 000 Euro sorgte für eine längere angeregte und kontroverse Diskussion. Mitglieder fühlten sich bei der Planung „nicht mitgenommen“. Man habe aus der Zeitung erfahren, was geplant wird. Vereinsinterne Informationen suche man vergeblich.

Der TSV Barrien wagte bei seiner Hauptversammlung eine Hybrid-Version: Ein Teil der Mitglieder war online dabei, ein Teil live im DGH Heiligenfelde.

Sah es zunächst nach einem Scheitern des Projekts aus, sorgte der Vorsitzende der Planungsgruppe für einen Stimmungswandel, als er spontan die auf seinem Handy gespeicherte Begründung des Antrages an Kreis- und Landessportbund und an die Stadt Syke verlas. Diese Begründung habe nach seinen Worten ausgereicht, um die Zusage für einen Zuschuss und einen Kredit zu bekommen. Eine Mehrheit von 29 Ja-Stimmen bei drei Ablehnungen und 27 Enthaltungen lässt die Fortführung dieser Planungen zu.

Bei den anschließenden Wahlen wurde deutlich, dass die Diskussion beim Vorsitzenden Spuren hinterlassen hatte. Erst nach intensiver Beratung mit seinen Vorstandskollegen stellte sich Mey zur Wiederwahl, in der ihm die Mitglieder mehrheitlich das Vertrauen aussprachen.

Mit einer Sitzungsdauer von knapp vier Stunden wurde die Geduld der Anwesenden arg strapaziert. Gegen Ende hatten sich die Reihen im DGH ebenso wie auf der Videoleinwand doch schon etwas gelichtet.

Informationen

zum Erweiterungsbau und zur Versammlung unter www.tsv-barrien.de

Ehrungen

- für besondere Verdienste: Erste Herrenmannschaft im Tischtennis für direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga; Beate Neumann und Rudi Karrasch für Verdienste um die Gymnastiksparte; Tamina Mordhorst als Trainerin im Leistungsturnen. - für langjährige Mitgliedschaft: Kerstin Backhaus, Angelika Beneke, Marita Beuke, Lisa Maaß, Waltraud Masemann, Vanessa Priem, Anja Runge, Hannelore Stuzmann, Cornelia Weltz, Brigitte Wetjen (alle 25 Jahre); Hans-Herbert Brüning, Christa Glander, Edith Heckmann, Rita Kamin, Karin Kuder, Manfred Lammers, Ruth Lammers, Werner Santelmann (alle 40 Jahre); Renate Herbst-May, Jan Hollwedel, Ute Köper, Hanna Otto (alle 50 Jahre); Adele Lepie, Herbert Höhn (beide 60 Jahre); Rolf Döring, Heinz Meier, Ludwig Mönch (alle 70 Jahre).

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