Kursprojekt ersetzt Standard-Unterricht

Konfirmation mit Abwechslung

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Arnim Hermsmeyer, Pastor in Heiligenfelde, und Diakon Bernd Breckner zeigen das Kursheft sowie Ton-Arbeiten, die während der Konfirmanden-Projekte entstanden sind.

Barrien - Von Robin Grulke. Bernd Breckner scheint das Heilmittel gegen eintönigen Konfirmanden-Unterricht gefunden zu haben: Ein Kurssystem mit mehr als 80 frei wählbaren Projekten. „Die Konfirmanden verbringen dabei mehr Stunden, als sonst im gewöhnlichen Unterricht“, sagt der Diakon der Kirchengemeinden Syke und Barrien. „Und danach erzählen sie, dass sie es gern gemacht haben!“

Seit 2010 bieten die evangelischen Kirchengemeinden in Syke, Barrien und Heiligenfelde diese Form des Konfirmandenunterrichts an und haben nur gute Erfahrungen damit gemacht. „Dieses Modell gehört zu den innovativsten in der Landeskirche“, sagt Arnim Hermsmeyer, Pastor in Heiligenfelde. Gestern stellte er mit Bernd Breckner die aktuellen Projekte vor.

Das Angebot ist groß, praktische Arbeit und Theorie sind gleichermaßen vertreten. Jeder Konfirmant der drei Kirchengemeinden wählt dabei nach seinen Interessen Projekte, die er zwischen Februar und Ende Dezember unterstützt, sozialer Aspekt eingeschlossen. Dabei gilt es, 18 Punkte zu erreichen – fünfmaliges Helfen im Flüchtlingscafé bringt den Konfirmanden beispielsweise sechs Punkte ein.

Das Konzept funktioniert: Durch das Punktesystem wird den Jugendlichen die Lethargie a lá „keine Lust auf irgendwas“ genommen. Dann lieber etwas auszuwählen, das den eigenen Fähigkeiten und Interessen entspricht, ist die logische Schlussfolgerung. So verzeichneten Hermsmeyer und Breckner jüngst rund 50 Anmeldungen für das Ghana-Projekt, bei dem die Jugendlichen etwas über die Arbeit einer Hilfsorganisation lernen. Für den Kurs standen allerdings nur 24 Plätze zur Verfügung – die Nachfrage war zu groß.

Von der Syker Tafel bis zum Holocaust

Weitere besonders gefragte Projekte sind die Unterstützung der Syker Tafel (8 Plätze, 45 Anmeldungen) und Anne Frank (15 Plätze, 40 Anmeldungen), für das die Konfirmanden einerseits das berühmte Tagebuch studieren und außerdem die Holocaust-Gedenkstätte Bergen-Belsen besuchen.

Die Gemeinden wollten sich für den Konfi-Unterricht von Traditionen lösen. Standard in anderen Gemeinden seien wöchentliche Treffen in Gruppen, bei denen jeder Jugendliche das gleiche Material bearbeitet. Das lasse wenig Spielraum für Individualität.

„Manche Jugendliche gehen auf die Sonderschule, andere aufs Gymnasium. Was den einen unterfordert, ist für den anderen zu viel“, meint Breckner. Deswegen sei er ursprünglich auf die Idee mit den Kursen gekommen.

Für die 115 Konfirmanden aus den drei Gemeinden, die nun mit den Kursen begonnen haben, ersetzen sie die gängigen Sitzungen. Lediglich vier Orga-Treffen stehen verpflichtend im Terminkalender. „Ab und zu brauche ich noch den Kontakt zu ihnen“, sagt Hermsmeyer. Ganz aus den Augen lässt der Hirte seine Schafe eben doch nicht.

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