Jedes dritte Wahllokal ist raus

Stadt Syke sucht für den September Alternativstandorte

Stimmenauszählung vor Corona: So eng und kuschelig wird es dieses Jahr aller Voraussicht nach nicht abgehen. Deshalb sucht die Stadtverwaltung nach alternativen Räumen sowohl für Wahllokale als auch für die Auszählung der Briefwahl-Stimmzettel. Archivbild: Jantje Ehlers
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Stimmenauszählung vor Corona: So eng und kuschelig wird es dieses Jahr aller Voraussicht nach nicht abgehen. Deshalb sucht die Stadtverwaltung nach alternativen Räumen sowohl für Wahllokale als auch für die Auszählung der Briefwahl-Stimmzettel.

Corona drückt schon jetzt auch den Kommunalwahlen im September seinen Stempel auf. Die Vorbereitungen laufen auch in Syke - und vieles wird diesmal anders werden als bei vergangenen Wahlen.

Syke – Bis zu den Kommunalwahlen im Herbst ist es zwar noch eine Weile hin – ziemlich genau fünf Monate. Trotzdem hat die Stadtverwaltung schon alle Hände voll damit zu tun. Denn bereits jetzt ist sicher: In diesem buchstäblichen Seuchenjahr werden die Wahlen ganz anders ablaufen als bisher.

„Wir haben hauptsächlich mit zwei Dingen zu tun: Den Wahllokalen und der Briefwahl“, sagt Thomas Kuchem. Der Erste Stadtrat ist Wahlleiter, Saskia Heymann aus dem Ordnungsamt gehört zum Team, das die Vorbereitungen organisiert.

„Wir müssen sämtliche Wahllokale durch die Corona-Brille betrachten“, erklärt Kuchem. „Wir wissen alle nicht: Wie sieht’s im September aus? Und wir haben alle keine Lust, auf den letzten Drücker noch was zu verändern, nachdem die Wahlbenachrichtigungen raus sind.“ Deshalb geht die Verwaltung davon aus, dass im September ähnliche Corona-Spielregeln wie jetzt gelten.

Und das würde bedeuten: Seniorenheime scheiden als Wahllokale aus. Ebenso die Feuerwehrhäuser. Saskia Heymann: „Es gibt einen Erlass, der regelt, was die Feuerwehren dürfen und was nicht, um ihre Einsatzfähigkeit zu erhalten. Stand jetzt dürften Feuerwehr-Fremde die Gebäude überhaupt nicht betreten.“

Dass wir Zelte aufbauen müssen, glaube ich nicht. Das wäre dann die letzte Möglichkeit.

Thomas Kuchem, Wahlleiter

Auch bei etlichen der Kindergärten, die normalerweise als Wahllokal dienen, ist bei der Besichtigung vor Ort herausgekommen: „Einbahnstraßen“ für die Wähler und die nötigen Abstände für Wahlvorstände wie für Wahlkabinen lassen sich nur schwer oder gar nicht umsetzen. „Also haben wir die auch rausgenommen“, sagt Saskia Heymann. Und Thomas Kuchem ergänzt: „Da gehen wir einfach auf Nummer sicher.“

Von den 29 Wahllokalen im Stadtgebiet stehen somit schon jetzt 10 nicht zur Verfügung. Und es könnten noch mehr werden. Denn die Besichtigungen sind noch nicht abgeschlossen. Alternativen müssen also her. „Wir finden welche“, zeigt sich Thomas Kuchem zuversichtlich. „Dass wir Zelte aufbauen müssen, glaube ich nicht. Das wäre dann die letzte Möglichkeit.“ Als Ausweich-Wahllokale prüft die Stadt unter anderem Räume bei Opel Dello, im DGH Wachendorf, beim TSV Ristedt oder in der Schützenhalle Barrien. Und noch ein paar mehr. Spätestens am 19. August muss die Stadtverwaltung die Wahlbenachrichtigungen verschicken. Bis dahin müssen auch die Wahllokale feststehen.

Bei den Präsidentschaftswahlen in den USA war es schon zu beobachten, die jüngsten Landtagswahlen in Deutschland haben es bestätigt: Unter Coronabedingungen ist die Zahl der Briefwähler ganz massiv gestiegen. Darauf stellt sich auch die Stadt Syke ein. Normalerweise liegt der Briefwahlanteil zwischen 10 und 20 Prozent. „Wir rechnen jetzt mit über 60“, sagt Saskia Heymann.

Bestätigt sich das, hätte das am Wahltag Folgen: Die Ergebnisse aus den Wahllokalen dürften relativ schnell vorliegen, die Auszählung der Briefwahlstimmen aber dafür umso länger dauern.

„Briefwahlstimmen machen per se schon mal mehr Arbeit“, erklärt Saskia Heymann. „Das sind jeweils mehrere Umschläge mit mehreren Formularen, und im Gegensatz zu Urnenstimmen sind sie verklebt.“ Öffnen, sortieren, kontrollieren, zählen: Jedes einzelne Blatt wird mehrfach angefasst. Und jetzt ist dafür auch noch mit einer deutlich höheren Menge zu rechnen.

„Das wird eine Herausforderung“, sagt Thomas Kuchem. „Wir überlegen deshalb, für die Auszählung sämtliche Mitarbeiter zu verpflichten – inklusive Kita-Personal und so weiter – und um genug Platz für alle zu haben, in eine Sporthalle gehen. Wir rechnen mit dem Ergebnis der Briefwahl frühestens gegen Mitternacht.“

Von Michael Walter

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