Dirk Busch erhält 25. Kulturpreis – und spendet 5.000 Euro

„Komm lass uns leben“

Begeistert sein Publikum mit einer unnachahmlichen Präsenz: Kulturpreisträger Dirk Busch. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Anke Seidel. Es war die 25. Kulturpreis-Verleihung des Landkreises Diepholz – und die wohl ungewöhnlichste ihrer Art. Zum einen, weil die 150 geladenen Gäste die Kunst des Prämierten sogar mit geschlossenen Augen genießen konnten und zum anderen, weil der Kulturpreis-Träger sein Preisgeld, immerhin 5.000 Euro, für die Nachwuchs-Förderung spendete; und schließlich, weil diesen Kulturpreisträger Menschen in Deutschland und darüber hinaus seit mehr als drei Jahrzehnten kennen und schätzen: Dirk Busch, „einer der bekanntesten und besten Sänger Deutschlands“, wie Landrat Cord Bockhop feststellte, nahm in der Kreissparkasse Syke die höchste Kultur-Auszeichnung des Landkreises Diepholz entgegen – freudestrahlend und dankbar, gut gelaunt und in Plauderstimmung.

Der Mehrzwecksaal ist in flueszisierendes blaues Licht getaucht, als Sparkassendirektor Günter Günnemann den Abend eröffnet. Denn es sind die Sparkassen Syke und Diepholz, die alljährlich die Kulturpreis-Vergabe finanzieren. Den diesjährigen Träger der Auszeichnung bezeichnet Landrat Cord Bockhop als Patrioten im besten Sinne des Wortes, weil er in Interviews immer wieder die Liebe zu seiner norddeutschen Heimat bekennt.

„Ich war immer ein bisschen anders, meine Songs waren anders“, sagt Dirk Busch im lockeren Smalltalk mit Radio-Moderater Lars Cohrs (NDR 1) über Dirk Busch – und verrät, warum sein Hit „Sie beißt und kratzt“, B-Seite einer Single, ein Zufallstreffer war. Witzige und pointierte Dialoge, gewürzt mit einer kräftigen Prise Selbstironie, ersetzen in dieser Runde die traditionell-trockene Laudatio. Spontan und authentisch präsentiert sich der Kulturpreisträger in dieser unterhaltsamen Plauderei. Über die Texte seiner mehr als 400 selbstgeschriebenen Lieder sagt Busch: „Ich bin nicht ständig als Autobiograf unterwegs!“ Und über seine ganz persönliche Lebenseinstellung, seinen Erfolg und sein Eheleben: „Uns geht es gut – ich bleib immer ein bisschen unter dem Radar.“

Will heißen: Er ist heutzutage selten zu Gast in Fernsehsendungen und gibt keine Konzerte mehr – obwohl Busch mit einer unnachahmlichen Präsenz beeindruckt, wie lautstarke Beifallsbekundungen nach seinen Darbietungen in Syke beweisen. „Sie beißt und kratzt“, sein Bekenntnis zu einer willensstarken und selbstbewussten Frau, oder sein gefühlvolles Chanson „Dieser Sommer in der Normandie“ trägt der Kulturpreisträger gemeinsam mit Karsten Günther am Flügel und Stephan Schrader am Cello ebenso vor wie seine englischsprachige Ballade „Rain“ oder „Liebst du auch den rauhen Wind?“, seine Hommage an seine norddeutsche Heimat. Und plötzlich: „Ich hab das mit dem Landrat nicht abgesprochen: Eigentlich ist das der Moment, wo ich den Preis kriege“, übernimmt Busch, spitzbübisch lächelnd, selbst die Programmführung. Dankbar nimmt er die Auszeichnung entgegen. Mit den Worten „Das Leben hat es gut mit uns gemeint“ kündigt er an, das Preisgeld in Höhe von 5 000 Euro der Kreismusikschule für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu spenden. Schließlich beschließt Busch diesen besonderen Abend wie alle seine Konzerte – mit dem Song „Komm lass uns leben“.

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