Heiligenfelder Areal im Blickpunkt

Syker Bauausschuss diskutiert über mögliches Baugebiet Südlich der Königstraße

Südlich der Königstraße schlägt rein geografisch das Herz von Heiligenfelde.
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Südlich der Königstraße schlägt rein geografisch das Herz von Heiligenfelde.

Das Baugebiet Südlich der Königstraße existiert bislang nur in den Köpfen - dort aber schon lange. Im Bauausschuss waren die Pläne für das Gebiet im Herzen von Heiligenfelde Thema.

Syke – Bauen auf dem Dorf ist offensichtlich ein Thema, das Emotionen auslöst. Das war im Februar der Fall, als der Bauausschuss über ein neues Baugebiet in Wachendorf beriet (wir berichteten), und das war auch jetzt nicht anders. In seiner virtuellen Sitzung hatte der Bauausschuss am Donnerstagabend lange und intensiv über das Baugebiet Südlich der Königstraße in Heiligenfelde diskutiert, obwohl es das noch nicht einmal gibt.

Oder besser: gerade deshalb.

Nicht überraschend waren es die beiden Heiligenfelder im Ausschuss, die das Thema voranbringen wollten: Wilken Hartje (CDU) und Reinhard Hansemann (FDP). „Das ist das älteste Verfahren in der Syker Bauleitplanung“, erklärte Hartje. „Wir reden jetzt seit mehr als 15 Jahren darüber, und es gibt noch nicht einmal einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan.“ Dabei sei das Gebiet zwischen Königstraße und Raiffeisengelände leicht zu entwickeln und es befindet sich in zentraler Lage im Ortskern.

Die Planung ist bisher immer wieder zurückgestellt worden. Hauptsächlich weil die Verwaltung über Jahre hinweg mit dringenderen Planverfahren ausgelastet war und die Politik zusätzlichen Aufwand vermeiden wollte. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert, und die Heiligenfelder sehen die Zeit für gekommen, Nägel mit Köpfen zu machen.

Zehn bis zwölf Wohneinheiten könnten dort entstehen. „Man kann da super bezahlbaren Wohnraum installieren“, versuchte Wilken Hartje, die Sache schmackhaft zu machen. „Die Stadt hätte sogar das Grundstück dafür, wenn die Feuerwehr dort rausgeht.“ Und: „Es gibt keine Entwässerungsprobleme, keine naturschutzrechtlichen Probleme und keine Anbindungsprobleme.“

So könnte das Neubaugebiet aussehen, über das die Syker Politik seit 15 Jahren nachdenkt. Jetzt möchte der Bauausschuss die Entwicklung vorantreiben. Zur nächsten Sitzung soll die Stadtverwaltung eine Beschlussvorlage für die Aufstellung eines Bebauungsplans vorbereiten. Grafik: Stadt Syke

Der Gegenwind kam prompt: Man müsse das gesamte Gebiet betrachten, hieß es seitens Grünen, SPD und FWG. Auf der anderen Seite der Königstraße sei gerade ein größeres Baugebiet in Planung. Und östlich des in der Planskizze ausgewiesenen Gebiets gebe es ebenfalls noch Flächen, die in einer Planung berücksichtigt werden sollten. Und weil einige Bereiche immer noch als Erweiterungsflächen für die Raiffeisengenossenschaft gelten, müsse zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden. Bauamtsleiter Hein Sievers bestätigte das.

Das war der Moment, an dem Reinhard Hansemann der Kragen platzte. „Ich verstehe die Aufregung bei vielen Ausschussmitgliedern gar nicht. Wir haben junge Leute, die verzweifelt ein bezahlbares Baugrundstück suchen. Hier hätten wir welche. Es spricht doch nichts dagegen, das Verfahren jetzt auf den Weg zu schieben. Wir wissen doch, dass das dann noch zwei, drei Jahre dauert.“

Tatsächlich konnte Hansemann damit überzeugen. Am Ende erhielt die Verwaltung den Auftrag, zum nächsten Bauausschuss eine Vorlage für einen Aufstellungsbeschluss zu machen, die „ein stimmiges Gesamtkonzept“ ergeben soll, wie es Christian Flor (FWG) gefordert hatte.

Im Prinzip war es die Frage nach der Henne und dem Ei, die den Ausschuss danach ähnlich intensiv beschäftigte: Vorige Woche hatte der Rat der Stadt beschlossen, einen Klimaschutzmanager einzustellen und ein Moderationsverfahren zu beginnen. An dessen Ende sollen Strategien stehen, wie die Verwaltung besser als bisher Klimaschutzmaßnahmen in ihren Planungen berücksichtigen und kontrollieren kann. Soll dieses Moderationsverfahren nun sofort beginnen oder erst, wenn der neue Klimamanager eingestellt ist?

Der Klimamanager müsse von Beginn an mit einbezogen werden, forderte Marlene Früchtenicht (FWG), sonst werde er von den Ergebnissen überfahren. Am Ende der Debatte fand sie dafür keine Mehrheit. Mit 3:5 fiel ihr Antrag durch und der Ausschuss plädierte anschließend dafür, das Verfahren sofort zu beginnen.

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