Unverzichtbare Übungen

Düsenjet-Knalle: „Schäden durch Überflüge nahezu ausgeschlossen“

+
Schäden durch Überschall-Flüge der Bundeswehr sind nach Einschätzung einer BAIUDBw-Sprecherin nahezu ausgeschlossen.

Es hat wieder geknallt und gewackelt im Landkreis Diepholz, Bremen und Umgebung – Grund zur Sorge bestand auch dieses Mal nicht. Die Bundeswehr hat einen Überschallflug bestätigt und erklärt, was dahintersteckt.

Update, 19. Oktober: Nachdem am Mittwochmorgen ein Knall durch einen Überschallflug im Landkreis Diepholz zu hören war, hat sich jetzt auch das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) auf Nachfrage der Kreiszeitung zu dem Thema geäußert.

So seien 2018 und 2019 bundesweit bislang 195 Schäden durch Luftfahrzeuge der Bundeswehr gemeldet worden. 129 davon durch Überflugschäden. In den meisten Fällen werde von Glasschäden wie zerstörten Fensterscheiben durch den Schallknall berichtet, so eine Sprecherin. Aber auch Schäden an Mauerwerk oder Putz würden gemeldet. 

Bundeswehr-Amt zahlt Schadensersatz

„Die Verursachung solcher Schäden durch einen Schallknall ist allerdings nahezu ausgeschlossen“, heißt es. Straßenverkehr und Türenschlagen hätten eine ähnliche Wirkung auf die Bausubstanz. Dennoch zahlte das BAIUDBw nach eigenen Angaben 2018 und 2019 bislang rund 160.000 Euro Schadensersatzkosten. Für einen schweren Flugunfall wurden sogar 800.000 Euro gezahlt.

Update, 18. Oktober: Drei heftige Knallgeräusche waren erneut im Landkreis Diepholz zu hören - zuletzt am Mittwoch um kurz nach 9 Uhr. Sogar aus Bremen gab es vereinzelt Personen, die den Knall bewusst wahrgenommen haben. Der Grund waren in diesem - wie in vielen anderen Fällen auch - Abfangübungen der Bundeswehr

Zuletzt waren zwei Eurofighter für einen lauten Knall im Landkreis Diepholz verantwortlich.

Rund 4,8 Kilometer südlich von Diepholz übertraten Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter in rund 12.300 Metern Höhe die Schallmauer. Wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr auf Nachfrage mitteilt, haben sich die Piloten dabei an flugbetriebliche Bestimmungen gehalten. Der Luftraum war zu diesem Zeitpunkt für die zivile Nutzung gesperrt. Übertretungen der Schallgeschwindigkeit würden auf das „notwendige Maß“ reduziert, seien jedoch unverzichbar für die Ausbildung, heißt es.

Düsenjets der Bundeswehr über ländlichen Regionen 

Für die Übungen wird primär der Luftraum über dünn besiedelten Gebieten und nicht etwa über Großstädten reserviert. Dennoch kann das Geräusch, das je nach Wetterlage noch in einer Entfernung von bis zu 80 Kilometern hörbar ist, auch dort bemerkbar sein.

Sollte es aufgrund der Knalle zu Beschädigungen an Häusern oder Einrichtungsgegenständen kommen, ist das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) der richtige Ansprechpartner. Dort werden Anträge auf Entschädigung bearbeitet. (ls)

Update, 16. Oktober: Wieder hat es im Landkreis Diepholz laut geknallt. Der Knall war von Diepholz bis hoch nach Bremen zu hören. Kollegen berichten von wackelnden Fenstern. Und wieder war ein Manöver der Bundeswehr dafür verantwortlich.

Wie das Luftfahrtamt der Bundeswehr bestätigt, ist die Schallmauer etwa 4,8 Kilometer südlich von Diepholz in einer Höhe von 12.300 Meter durchbrochen worden. Bei dem Manöver handelte es sich um eine Abfangübung im Rahmen des Routinetrainingsflugbetriebs.

Zu einem lauten Knall kam es südöstlich von Bremerhaven in Niedersachsen. Ein Eurofighter aus Wittmund stieg auf, weil der Funkkontakt zu einem Airbus A330 abgebrochen war.

Lauter Knall in Syke und umzu: Eurofighter durchbrechen Schallmauer

Erstmeldung, 9. Oktober: Zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter waren im zeitweise reservierten Luftraum „Tra Weser“ unterwegs. Dieser erstreckt sich über Teile Niedersachsens.  

„Um 9.16 Uhr wurde kurzzeitig Überschallgeschwindigkeit erreicht“, teilt Kai Stobbe, Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr, auf Anfrage von kreiszeitung.de mit.

Die Kampfflugzeuge befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Höhen von 11.580 bis 11.840 Metern über dem Grund und in einer Entfernung von etwa 35 Kilometern zu Bremen und etwa 20 Kilometern zu Diepholz.

Bereits im Mai war ein durch Kampfjets ausgelöster Knall in Syke und Umgebung zu hören. (mas)

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Alena Gerber auf Ibiza: Fotos ihres September-Trips

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Frankreichs Regierung verteidigt Rentenpläne

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Richtungskampf beim SPD-Parteitag

Was bringt Ridepooling wirklich?

Was bringt Ridepooling wirklich?

Meistgelesene Artikel

Polizei hebt Wohnung voller Drogen aus - 26-Jähriger in U-Haft

Polizei hebt Wohnung voller Drogen aus - 26-Jähriger in U-Haft

Melanie und Alexander Lenz spenden 10. 000 Euro – und ernten Shitstorm

Melanie und Alexander Lenz spenden 10. 000 Euro – und ernten Shitstorm

TV Stuhr startet Sticker-Aktion: „Ich glaub’, ich bin eine Niete“

TV Stuhr startet Sticker-Aktion: „Ich glaub’, ich bin eine Niete“

Landwirtschafts-Azubis auf der Suche nach dem perfekten Bein

Landwirtschafts-Azubis auf der Suche nach dem perfekten Bein

Kommentare