„Ein Mann mit Charakter“

Ohnsorg-Theater sorgt in Syke für voll besetzte Theaterränge

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Paraderolle für Heidi Mahler: Die Schauspielerin verkörpert die resolute Matriarchin Dora Hintzpeter genauso überzeugend wie einst ihre Mutter Heidi Kabel.

Syke - Von Dieter Niederheide. Klopf, klopf, klopf – Dora Hintzpeter nähert sich. Noch sieht man sie nicht, hört nur das Klopfen ihres Gehstocks. Wenig später erscheint eine grauhaarige Oma im Bühnenbild. Heidi Mahler ist in Syke!

Sofort füllt sie in der Rolle der Dora Hintzpeter das Bühnenbild, das eine Stube der Bäckersfamilie Hintzpeter darstellt, aus. Und dann erleben die Besucher im voll besetzten Syker Theater mit dem Lustspiel „Ein Mann mit Charakter“, geschrieben von Wilfried Wroost (1889 – 1959) und erstmals im Ohnsorg-Theater 1961 aufgeführt, einen herrlich unterhaltsamen Theaterabend.

Mittendrin Heidi Mahler. Die Dora Hintzpeter ist eine Paraderolle, in der einst schon ihre Mutter Heidi Kabel geglänzt hatte. Auch Heidi Mahler füllt die Rolle der Dora voll aus, herrlich vom Kostüm zurechtgemacht.

Die Besucherzahl zeigt an, dass der Name Ohnsorg-Theater nach wie vor ein Garant für ein volles Haus ist. Die Geschichte um Bäckermeister Heinrich Hintzpeter (überzeugend dargestellt von Till Huster), der sich als Mann mit Charakter sieht und der deshalb die von seinem Bruder Fritz (Manfred Bettinger) schmählich verlassene schwangere Braut Selma heiratet, hat es in sich.

Mittendrin im Geschehen Heidi Mahler als resolute Mutter von Heinrich und liebevolle verständnisvolle Oma von Gisela Hintzpeter (Eileen Weidel), die glaubt, dass Heinrich ihr leiblicher Vater ist. Die Ehe von Heinrich und Selma geht schief, zumindest für einige Jahre ist das Paar getrennt.

In Turbulenzen gerät die Bäckersfamilie Hintzpeter, insbesondere Meister Heinrich, als Bruder Fritz aus Amerika sein Heimkommen ankündigt. „Wie steh ich denn jetzt da?“, fragt sich Heinrich. Tochter Gisela wird erfahren, dass sie nicht seine leibliche Tochter ist. Und sie wird mitbekommen, wer tatsächlich ihr Vater ist.

Und dann ist da noch der Mann vom Finanzamt, Betriebsprüfer Detlef Düwel (Christian Richard Bauer). In den hat sich Tochter Gisela verliebt, will ihn heiraten.

Das stürzt Heinrich in den nächsten Konflikt. Er hat nämlich dem Bäckergesellen Karl Kröplin (herrlich die Mimik und Gestik, mit der Stefan Leonard die Rolle ausfüllt) schon bezüglich der Tochter ein Versprechen gegeben. Nicht zuletzt deswegen, weil der Geselle ihm ein Darlehen besorgen will.

Dann rückt Fritz an. Nicht begeistert davon ist Heinrich, erfreut ist Mutter Dora, zurückhaltend ist Tochter Gisela. Am Ende gibt es doch so etwas wie eine Versöhnung untereinander, manches klärt sich auf.

Gisela darf den Betriebsführer Detlef heiraten und, wie schön, Heinrich und Selma (Marina Zimmermann) sind wieder eins. Nicht zu vergessen Lehrling Peter Hinz (quirlig, radschlagend und mit kessem Mundwerk füllte Lara-Maria Wichels die Rolle bravourös aus).

Mit anhaltendem Beifall dankten die Besucher am Ende stehend für einen gelungenen und schönen Theaterabend. Das Ensemble hat insgesamt mit einer lebhaften Aufführung sein Publikum begeistert. Ohnsorg-Theater halt.

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