Gewürz-Vortrag der Landfrauen

Pfeffer & Co.: Kleine Prise mit großer Würzung

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Tobias Brüning als Jacob Lange half dabei, die Geschichten rund um die Welt der Gewürze zu visualisieren. 

Osterholz - Von Angelika Kratz. Bei der Empfehlung „Geh dahin, wo der Pfeffer wächst!“ war bei den Syker Landfrauen die Adresse klar: Im Landhaus Osterholte wurde „Spicy‘s Gewürzmuseum“ aus Hamburg zu einem spannenden Gastspiel erwartet. Landfrauen-Covorsitzende Birgit Thalmann versprach den vielen gespannten Besucherinnen im großen Saal unter uralten Holzbalken einen „schmackhaft würzigen Abend“. Und behielt Recht: Die Veranstaltung animierte tatsächlich alle Geschmacksknospen. Die früher in Gold aufgewogenen Pfeffersorten und alle anderen mitgebrachten Gewürze durften probiert werden.

Von der meist unbekannten wohltuenden Wirkung auf den Menschen konnte Viola Vierk als Inhaberin des Gewürzmuseums in der Speicherstadt überaus kompetent berichten. Ihr zur Seite stand Schauspieler Tobias Brüning, der als 360 Jahre alter Pfeffersack in die Rolle von Jacob Lange schlüpfte. Über fast zwei Stunden tauchten die Landfrauen in eine spannende Welt winzig kleiner Zutaten mit riesiger Wirkung ein.

Deutschland – das Land der Würzfaulen

„Deutschland ist eines der würzfaulsten Länder der Welt“: Die Aussage mochten die kochfreudigen Landfrauen eigentlich nicht glauben. Dabei werden in Hamburg jährlich 80 000 Tonnen Gewürze umgeschlagen.

Dennoch gelte in deutscher Küche oft noch „Schwarz-Weiß“ mit Pfeffer und Salz als ausreichende Grundlage für Braten und Co. „Salz darf nicht als Gewürz bezeichnet werden. Ein Gewürz muss an einem Baum oder Strauch gewachsen sein“, gab es für alle die erste Lektion. „Nehmt doch statt Salz Liebstock“, hisste Vierk, viele Jahre als Gewürzfachfrau in aller Welt unterwegs, die Flagge für das gute alte Maggikraut.

„Kauft Gewürze im Supermarkt, denn frischer geht es dort nicht“, ging die Schulstunde weiter hinsichtlich überflüssiger Verfallsdaten. Bei richtiger Lagerung könnten einem Sack Pfefferkörner 100 Jahre nichts ausmachen. Der Tod eines Gewürzes seien Dämpfe: Sie gehören entgegen der Meinung von stylischen Kücheneinrichtungen nicht über einen Herd.

„Safran ist ein Glücklichmacher“

Nächster Tipp: „Nicht voller Urlaubseuphorie auf einem Basar im Ausland kaufen!“ Dort seien die strengen deutschen Vorschriften unbekannt. Besonders sei dies für Safran angesagt, warnte Viola Vierk davor, eventuell nur klein gemahlene rote Ziegelsteine im Koffer zu haben.

150.000 Blüten mit 450.000 Blütenfäden gehen auf ein Kilo Safran. Wer davon ein Gläschen mit gerade einmal 0,5 Gramm ersteht, könnte bei richtiger Dosierung sehr lange dem Körper überaus Gutes tun. „Safran ist ein Glücklichmacher, wirkt entkrampfend und ist ein natürlicher Geburtshelfer.“

Allroundtalent Kurkuma

Weiter ging es zu dem Allroundtalent Kurkuma. Dazu hatte auch der hanseatische Pfeffersack seine Geschichten vom Ingwer mitgebracht. Ein Pfefferhändler hatte als reicher Mann auch ein Auge auf andere Gewürze.

Statt der momentan durch Naturkatastrophen kaum noch zu erhaltenen Vanillestangen gab es die Empfehlung, auf einen weiteren Glücksbringer auszuweichen – die Tonkabohne. „Seien Sie mutig, probieren Sie aus“, ging es zum echten Cassia-Zimt, dem unglaublich vielfältigen langen Pfeffer und dem Schokoladenpfeffer.

„Der ist ja richtig scharf“, urteilte eine Besucherin bei der anschließenden Geschmacksprobe. Groß war der Andrang am Verkaufstisch nach einem interessanten Vortrag voller Wissen und den humorvollen Eindrücken aus der Zeit von Jacob Lange im damaligen Hamburg. Die Landfrauen ergriffen die einmalige Gelegenheit, Pfeffersorten, Tonkabohnen, Safranfäden und gesundheitsfördernde Cremes mit nach Hause zu nehmen.

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