Klaus-Peter Wolf liest aus seinem Bestseller „Ostfriesenfluch“

Der Wolf in Syke – ein Mordsvergnügen

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In Plauderstimmung: Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf im Konzertsaal der Kreissparkasse.

Syke - Von Anika Bokelmann. Seit vier Wochen steht „Ostfriesenfluch“ an der Spitze der Spiegel-Bestseller-Liste. Das mörderische Spiel eines Irren, der Frauen entführt, aber keine Geldforderungen stellt und alle Beteiligten im Ungewissen lässt, begeistert Fans von Klaus-Peter Wolf und Liebhaber von Kriminalromanen. Am Freitagabend gab der Autor Einblicke in das Werk und bewies eine Menge Humor.

Die Stadtbibliothek hatte den Ostfriesen für eine Autorenlesung im Rahmen der Literaturwoche eingeladen. So fand Klaus-Peter Wolf einen ausverkauften Saal in der Kreissparkasse vor. Unter den rund 200 Gästen waren zahlreiche Fans der Krimireihe um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihren Kollegen Rupert.

Wolf zeigte sich in Plauderstimmung: Unter anderem erzählte er von seinen Anfängen als Autor, „die nicht leicht waren“. Der Verlag habe ihm damals geraten, den Schauplatz seiner Geschichten nach Amerika oder Schweden zu verlegen. „Krimis aus Deutschland galten als trivial“, erinnerte sich Wolf. „Doch ich habe meine Sache konsequent weitererzählt.“ Mittlerweile habe sich einiges geändert: „Heute stehen amerikanische Autoren hinter mir in der Buchliste Schlange“, merkte Wolf mit einem Grinsen an.

Während er Anekdoten aus seinem Leben vortrug und verriet, dass seine Figuren stets einen echten Menschen als Grundlage hätten, zeigte sich immer wieder Wolfs humoristische Seite. „Wussten Sie, dass Ostfriesland eine Insel in Ostdeutschland ist?“, fragte Wolf mit Blick auf ein Erlebnis an einer Schweizer Schule. Daraufhin habe er auf die Landkarte in seinen Büchern bestanden.

Literaturwoche 2019 im Sommer

Suse Laue hatte zu Beginn den Hauptakteur des Abends vorgestellt und verriet, dass die Literaturwoche wieder als gelungen bezeichnet werden könne. „Es wird im nächsten Jahr eine Wiederholung geben“, so Sykes Bürgermeisterin. 2019 wolle man ein neues Format wagen: „Die Veranstaltung verlegen wir in den Sommer. Dann können wir Lesungen in der Natur anbieten“, sagte Laue und bedankte sich bei allen Mitverantwortlichen um Jutta Behrens als Leiterin der Bibliothek.

Klaus-Peter Wolf nahm sich viel Zeit für die Gäste. Noch bevor er die Bühne betrat, hatte er viele Romane signiert, auch in der Pause und nach der Veranstaltung standen die Krimifreunde Schlange, um das neueste Werk Wolfs am Büchertisch zu kaufen und anschließend ein paar Worte mit dem sympathischen Autor zu wechseln.

Beim Perspektivwechsel werden Figuren lebendig

Mit etwas Verspätung begann daher die Lesung. Zum Lesen kam Klaus-Peter Wolf jedoch erst, nachdem bereits eine halbe Stunde mit Erzählungen verstrichen war. Doch dann tauchten die Besucher ein in die schreckliche Geschichte, in der intakte Familien zerstört werden, wenn verheiratete Frauen und Mütter aus ihrem Lebensumfeld gerissen werden. Mal aus der Perspektive des Täters, mal aus der des Opfers und auch der Angehörigen beleuchtet Klaus-Peter Wolf das Geschehen. Alle Figuren wurden dabei lebendig, als der Autor ihnen verschiedene Stimmen verlieh.

Nach der Pause, in der die Gäste dem Autor versicherten, dass „es wieder viel Spaß macht“, erlebten die Männer und Frauen noch eine Verfolgungsjagd sowie einen Junggesellinnenabschied, in den Hauptkommissar Rupert unfreiwillig gerät. „Ich lese stets Passagen, die die Spannung nicht stören“, versicherte Klaus-Peter Wolf, dass er niemandem das Lesevergnügen nehmen wolle.

Nach über zwei Stunden entließ der Autor seine begeisterten Gäste mit der Bitte: „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie jetzt durch die dunklen Straßen nach Hause gehen. Meine Leser sind das Wichtigste, was ich habe.“

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