Hohe musikalische Qualität im KSK-Saal

Klassische Philharmonie Nordwest begeistert beim Neujahrskonzert

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Längst hat sich die Klassische Philharmonie Nordwest mit ihrem Neujahrskonzert im Konzertsaal der Kreissparkasse als lieb gewordene Tradition etabliert.

Syke - Von Angelika Kratz. Der erste Sonntag des neuen Jahres zog zumindest in Syke alle Register. Strahlend blauer Himmel, Sonne, eiskalte Temperaturen und ein ausverkaufter Konzertsaal der Kreissparkasse mit einem fröhlichen Publikum bildeten die beste Kulisse für das schon traditionelle Neujahrskonzert.

Bereits „zum zehnten oder elften Mal“ machte die Klassische Philharmonie Nordwest auf ihrer Neujahrs-Tournee zwischen Nordenham, Stuhr, Wildeshausen, Lunsen und Hoya wieder Station in Syke. Chefdirigent Ulrich Semrau war sich hinsichtlich der genauen Anzahl der Konzerte zum Jahresbeginn in der „Hache-Philharmonie“, wie er den Saal der KSK scherzhaft bezeichnete, nicht sicher.

„Heute ist alles seitenverkehrt und es gibt sogar Logenplätze“, erklärte ein gut gelaunter Dirigent den für manchen Gast ungewohnten Blickwinkel Richtung Orchester.

Clevere Neuerungen 

Die Idee von Organisator Dennis Landt, die Bühne mit dem Eingangsbereich zu tauschen, sollte sich als fast schon geniale Lösung erweisen. Zum einen hatten die 40 Profis aus zehn Ländern viel mehr Platz als auf der Bühne, und zum anderen ergab sich beim Publikum neben dem Hörgenuss ein genaues Beobachten, da der gewohnte Höhenunterschied weggefallen war.

Fast zum Anfassen stand Ulrich Semrau vor der erwartungsfreudigen Menschenmenge und erwies sich einmal mehr als lebendiger und charmanter Programmzettel mit genau der richtigen Portion an Details zu den präsentierten Werken und ihren Komponisten.

Temperamentvoller Einstieg

Mit dem „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fucik aus dem Jahr 1889 begann überaus temperamentvoll das Neujahrskonzert als gedachter Schulterschluss zwischen Wien und Russland mit Werken von Johann Strauss, Peter Tschaikowsky oder Johannes Brahms. „Ich lade gern mir Gäste ein“: Das gilt nicht nur in der Operettenlandschaft, sondern stets auch bei der Klassischen Philharmonie.

Mit dem herausragenden Cellisten Johannes Krebs, dem Solocellisten der Bremer Philharmoniker, wurde dem Neujahrskonzert gegen allzu viel bekannte Leichtigkeit solcher Veranstaltungen ein überraschender Kontrapunkt gesetzt. Neben den gewohnten Neujahrsknallern lud Johannes Krebs mit dem von Max Bruch komponierten „Kol Nidrei“ zum Innehalten ein. Das meisterlich gespielte Stück basiert auf einem jüdischen Gebet, das am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags, des Jom Kippur, gebetet wird.

„Das ist Wahnsinn“

Im Anschluss zeigte sich Krebs mit den „Rokoko Variationen“ von Peter Tschaikowsky von einer anderen, nicht minder beeindruckenden Weise seines Cellospiels. „Das ist Wahnsinn“, kam zum Abschluss ganz leise als Anerkennung von einem Zuschauer. Und besser hätte es wohl nicht ausgedrückt werden können.

Der zweite Programmteil stand ganz im Licht von Walzermelodien von Johann Strauss und der Ballettsuite aus dem „Nussknacker“ von Peter Tschaikowsky. Die begeisterte auch ohne Ballett. Und als dann die Einladung noch an die „Schöne blaue Donau“ ausgesprochen wurde, wollte eigentlich keiner nach Hause gehen.

Erst nach zwei Zugaben und dem legendären „Radetzky-Marsch“ durfte eine hervorragende Klassische Philharmonie Nordwest mit ihrem Leiter Ulrich Semrau sich auf den Weg zum nächsten Konzertort machen: Am Nachmittag kamen auch die Besucher im Gut Varrel noch in den Genuss eines weiteren hochklassigen Neujahrskonzertes.

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