Kirchengemeinde lädt ein zu Vortrag, Führungen, Märchen und Musik

Geburtstagsfeier auf dem Friedhof

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Die erste Grabstelle auf dem Waldfriedhof ist nicht mehr erhalten, aber die zweite befindet sich unmittelbar neben der Kapelle. Stadtarchivar Hermann Greve, Brigitte Zarnack-Hans vom Friedhofausschuss des Kirchenvorstands, Gärtner Stefan Behrens und Pastorin Albertje van der Meer (von links nach rechts) studieren die Grabinschrift für Pastor Carl Lampe.

Syke - Von Michael Walter. Der Waldfriedhof ist 100 Jahre alt. Für die Christuskirchengemeinde ist das ein Grund zum Feiern. Deshalb beteiligt sie sich am bundesweiten „Tag des Friedhofs“ am Samstag, 19. September, und hat dafür ein kleines Festprogramm zusammengestellt.

Eigentlich hätte der neue Friedhof bereits 1914 eingeweiht werden sollen, weiß Stadtarchivar Hermann Greve zu berichten. Doch die Arbeiten verzögerten sich, wahrscheinlich durch den Beginn des Ersten Weltkriegs. Die fragwürdige Ehre, als erste dort bestattet zu werden, hatte am 13. Januar 1915 Aennchen Schröder: Die erst 21-jährige Tochter eines Steuersekretärs war nach langer Krankheit in Syke verstorben.

Bis 1837 hatte es in Syke überhaupt keinen Friedhof gegeben. Die Syker wurden hauptsächlich in Barrien beerdigt und ab 1790 auf dem Kirchhof des Vorgängerbaus der Christuskirche, einer kleineren Fachwerkkapelle.

Dann wurde der Friedhof an der Herrlichkeit gebaut, der sich allerdings schon nach vergleichsweise kurzer Zeit als viel zu klein und schlecht geplant erwies. Zum einen war der Boden sehr sumpfig, zum anderen schloss die Lage eine Erweiterung aus. Ab 1911 gab es in der Kirchengemeinde konkrete Überlegungen, Land für einen neuen Friedhof zu erwerben.

Wie viele Menschen bis heute auf dem Waldfriedhof bestattet worden sind, weiß niemand mehr. Bekannt ist dagegen die Zahl der Grabstellen: „Das sind rund 6000“, sagt Friedhofsgärtner Stefan Behrens. „Im Jahr haben wir 120 bis 125 Bestattungen. Das ist der Durchschnittswert der letzten zehn Jahre.“

Das Programm am 19. September beginnt um 13 Uhr mit einer Andacht mit Pastorin Albertje van der Meer. Um 13.45 Uhr spricht Stadtarchivar Hermann Greve zur Geschichte des Friedhofs und lädt anschließend zu einer Führung ein. „Wir wollen die herausragenden Gräber zeigen“, sagt Greve. Etwa 40 hat er sich dazu ausgesucht. Und die Teilnehmer können sicher sein, dass sie dabei viele spannende Geschichten zu hören bekommen. Zum einen über die bestatteten Personen, zum anderen über die Entwicklung der Bestattungskultur in den letzten 100Jahren.

Parallel dazu trägt ab 14 Uhr Erzählerin Conny Sandvoss Märchen aus verschiedenen Ländern für Kinder vor. Um 15.15 Uhr tritt der Posaunenchor auf, und um 16 Uhr folgen Märchen für Erwachsene. Ein zweiter Rundgang über den Friedhof beginnt um 16 Uhr an der Kapelle, diesmal mit einer der Syker Gästeführerinnen. Bei Bedarf sind weitere Führungen möglich.

Den ganzen Nachmittag über informiert die Friedhofsverwaltung über die unterschiedlichen Grabformen und Bestattungsmöglichkeiten. Brigitte Zarnack-Hans vom Friedhofausschuss des Kirchenvorstands: „Wir wollen den Besuchern an diesem Tag eine Gelegenheit bieten, sich einmal ganz offen und völlig unbefangen mit diesem Thema zu beschäftigen.“

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