Pfarrer Thomas Kick verlässt katholische St.-Paulus-Gemeinde nach 14 Jahren

„Der Weg der Kirche ist Dialog“

Ökumene funktioniert in Syke. Das zeigt auch, dass sich zur Verabschiedung von Pfarrer Thomas Kick (M.) Superintendent Jörn-Michael Schröder und die Barrier Pastorin Susanne Heinemeyer beim scheidenden Kollegen für die Zusamenarbeit bedankten. - Foto: Husmann

Syke - Von Frank Jaursch. Die vollbesetzten Sitzreihen in der St.-Paulus-Kirche gestern Vormittag waren keine große Überraschung – zeigen sie doch, welche Spuren der Pfarrer der katholischen Gemeinde hinterlassen hat: Knapp 200 Menschen wollten zur Verabschiedung von Thomas Kick dabei sein, sich bedanken und ihm für die neue Herausforderung alles Gute wünschen. Nach 14 Jahren verlässt der Geistliche Syke in Richtung Emsland.

In den Wortbeiträgen der Gäste klang noch einmal der große Respekt an, der dem Theologen von allen Seiten entgegenschlägt. Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder hob als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden die reibungslose Zusammenarbeit in der Ökumene hervor. Es gebe viele unkomplizierte Kontakte und Begegnungen, „die zeigen, dass Ökumene uns selbstverständlich geworden ist“.

Welche Rolle spielte Thomas Kick in dieser Entwicklung? Ganz offenbar eine tragende. Denn alle Redner hoben seine freundliche, verbindliche Art hervor. Jörn-Michael Schröder nannte sie „liebevoll-besonnen“, Edith Heckmann als Vertreterin der Stadt Syke würdigte die Offenheit und Toleranz, die Kick seinen Mitmenschen entgegenbrachte.

Manfred Morawe, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, hob die große Ruhe, Geduld und theologische Vielfalt des scheidenden Kirchenmannes hervor. „Sie werden bei uns einen würdigen Platz in der Erinnerung einnehmen“, verkündete Morawe.

In seiner kurzes Dankesrede stellte Thomas Kick das gemeinsame Wirken der Kirchengemeinde noch einmal demonstrativ in den Vordergrund. „Es bekommt uns nicht, Einzelne in den Vordergrund zu stellen“, sagte der 50-Jährige. „Der Weg der Kirche ist Dialog.“

In den Jahren seines Wirkens hatte die katholische Kirchengemeinde umfassende Veränderungen zu verkraften. Vom Priestermangel bis zu strukturellen Veränderungen vor Ort. Kick vermittelte und verband, wenn es mal schwierig wurde.

„Ich bin nicht der, der sagt, wie's geht“, erklärte er gestern in der ihm eigenen Ruhe. Das Gemeinsame war Kick immer ein grundsätzliches Bedürfnis. So kann er seine Pfarrstelle mit ruhigem Gewissen verlassen – in dem Wissen, dass vieles, das er einst mit anschob, längst auf eigenen Beinen steht: die Ausbildung von Gemeindegliedern zu Wortgottesleitern etwa, oder auch die Taufkatechinnen innerhalb der Gemeinde, die als Laien bereit sind, Verantwortung mit zu tragen.

„Vor allem fühle ich eine tiefe Dankbarkeit“, betonte Kick beim Empfang im Anschlus an das Hochamt in der Kirche. In den Sitzreihen waren die Gesichter von Wegbegleitern zu sehen – und von Menschen, deren Weg er begleiten konnte. Ob Taufe oder Firmung, Trauung oder Berdigung: Mit vielen Familien verbinden ihn gemeinsame Erinnerungen. „Es ist schön, dass ich Anteil am Leben der Menschen haben durfte“, sagt Thomas Kick.

Der 50-Jährige folgt dem Ruf der bischöflichen Behörde und zieht nach Bawinkel (Samtgemeinde Lengerich). „Das ist wirklich spannend“, blickt Kick nach vorn, „die kennen mich nicht, ich kenne die nicht – noch weiß ich nicht genau, was mich da erwartet.“

Bekannt ist hingegen schon, wie es in Syke weitergeht. Der Bremer Pfarrer Volker Kupka und Matthew Thayil (als Pastor zur Mitarbeit) sind ab September für die Kirchengemeinden Brinkum, Kirchweyhe, Syke, Bruchhausen-Vilsen und Hoya zuständig.

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