Workshop in Syke

Kinderarmut greifbar machen

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Symbolbild: Kinderarmut.

Syke - Von Michael Walter. Kinderarmut ist real – auch in Syke. Sie ist nur kaum greifbar, und das will die Stadtverwaltung jetzt ändern. Deshalb lädt sie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk für Donnerstag, 14. September, zu einem Workshop ein. Forum dafür ist ab 17 Uhr der Ratssaal.

Die Veranstalter erhoffen sich davon Antworten auf ein paar zentrale Fragen: Wie ist die Lage in Syke? Wen betrifft es? Und lässt sich das in Zahlen fassen? Derzeit gibt es zwar verschiedene einzelne Momentaufnahmen, was aber fehlt, ist eine allgemeine Übersicht.

„Wir wissen zum Beispiel, wie viele Anträge aus den Schulen auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabe-Paket der Bundesregierung kommen“, gibt Bürgermeisterin Suse Laue ein Beispiel. Doch wie viele Familien tatsächlich von Armut bedroht oder betroffen sind, kann man im Rathaus nur schätzen. „Wir gehen von einer Zahl im dreistelligen Bereich aus“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Clara Friedrich.

Gerne ein Tabuthema

Das Problem ist: Armut ist ein Thema, das gern unter den Teppich gekehrt wird. Die größte Schwierigkeit sei es, mit den betroffenen Familien überhaupt ins Gespräch zu kommen. „Man outet sich nicht“, weiß Marlis Winkler vom Diakonischen Werk. „Armut ist ein Stigma. Deshalb vermeiden wir den Begriff möglichst. Wenn wir ausdrücklich zu einer Veranstaltung für arme Menschen einladen, würde niemand kommen.“ 

Anders sehe es dagegen aus, wenn sich die Einladung an Menschen richtet, denen es konkret an etwas Bestimmtem fehlt. Doch selbst das koste die Betroffenen oft große Überwindung. „Das ist so ein bisschen wie die Hürde, bevor man zum ersten Mal zur Tafel geht“, vergleicht Winkler.

Workshop soll Auftakt sein

Der Workshop am 14. September soll eine Auftaktveranstaltung sein, um sich mit dem Thema konkreter auseinanderzusetzen. Clara Friedrich: „Wir wollen Situationen und Erfahrungen sammeln. Was nehmen Schulen und Kitas wahr? Wo genau drückt der Schuh? Die Frage ‘was können wir tun?’ wäre dann der zweite Schritt.“

Marils Winkler erläutert: „Man kann einer einzelnen Familie helfen. Es gibt aber auch Strukturen.“ Sie zählt auf: Kinder, deren Eltern kein Geld für das Mittagessen an der Schule haben. Für Klassenfahrten, für Fotokopien, für Material für den Kunstunterricht, für Sportsachen. „Das ist immer schrecklich für die Kinder, weil man sofort in eine Ecke gedrängt wird. Da geht es um Teilhaben und Ausgrenzung.“

Forum Kinderarmut mit dabei

Zusätzliche Impulse versprechen sich die Veranstalter vom Forum Kinderarmut aus Uslar, das sich bereits seit etwa acht Jahren mit diesem Themenkomplex beschäftigt. Zwei Vertreter sind beim Workshop im September zu Gast und stellen dort eines ihrer Projekte vor. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

„Diese Veranstaltung ist öffentlich“, betont Bürgermeisterin Suse Laue. „Jeder, der sich für das Thema interessiert, darf kommen.“ Anmeldungen nimmt für die Stadtverwaltung ab sofort Heike Wilhelm entgegen unter 04242 / 164-325 oder

h.wilhelm@syke.de

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