Barrier Grundschule hat ein Personalproblem: Zweiter Jahrgang bleibt in der kommenden Woche daheim

Keine Zeit für Unterricht

In der Grundschule an der Wassermühle nehmen viele Kinder die Notbetreuung in Anspruch. Das sorgt nun für einen Personal-Engpass, der Ausfälle nach sich zieht.
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In der Grundschule an der Wassermühle nehmen viele Kinder die Notbetreuung in Anspruch. Das sorgt nun für einen Personal-Engpass, der Ausfälle nach sich zieht.

Barrien – Keine Lehrer, keine Schule – so einfach ist das manchmal. Die Grundschule An der Wassermühle steht aktuell vor genau diesem Problem. Und deshalb bleibt der zweite Jahrgang nächste Woche geschlossen daheim.

Rektor Björn Scheer informierte die Eltern darüber sehr kurzfristig mit einem Schreiben vom 26. Mai. Und einigen stößt das sauer auf. „Das muss die Schulleitung doch vorher gewusst haben! Das muss doch bekannt gewesen sein“, echauffiert sich beispielsweise Björn Knips.

Mehr noch als über den kurzen Vorlauf wundern sich Eltern über den Hintergrund des Ganzen. Denn es ist nicht etwa so, dass an der Grundschule ein ungewöhnlich hoher Krankenstand bestünde.

Laut Eltern-Info der Schulleitung liegt die Ursache des Problems bei den vielen Kindern, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Vereinfacht ausgedrückt: Die pädagogischen Mitarbeiter, die diese Notbetreuung leisten, haben ihre Stundenkontingente verbraucht. Und mehr gibt’s nicht.

Notbetreuung ist aber Pflicht, sagt das Land. Sie muss angeboten werden. Und sie hat Vorrang gegenüber dem regulären Unterricht. Heißt: Wenn die Schule keine pädagogischen Mitarbeiter mehr hat, die diese Arbeit leisten können, müssen das eben die Lehrer übernehmen.

„Daher sehen wir uns nach Abwägung aller Möglichkeiten gezwungen, einzelne Jahrgänge wochenweise ins Distanzlernen zu versetzen“, so Rektor Björn Scheer in der Eltern-Info. Der zweite Jahrgang macht den Anfang. Er hat nächste Woche keinen Unterricht.

„Irgendwann ist auch mal Schluss“, schimpft Björn Knips. „Jetzt müssen wir Eltern wieder sehen, wie wir das organisiert kriegen. Und das muss man auch den Kindern erst mal verklickern.“ Worüber der Vater sich besonders ärgert: „Es ist ja nicht so, dass an der Schule die Leute nicht da wären. Sie dürfen bloß nicht länger arbeiten. Krankheit – das würde ich noch verstehen. Aber nur weil irgendein Konto erschöpft ist? Dann soll irgendeiner das bezahlen. Wir reden von einem absehbaren Zeitraum von acht Wochen bis zu den Sommerferien. So was ist doch einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Rektor Björn Scheer war für Nachfragen nicht zu erreichen. In seiner Eltern-Info schreibt er: „Ich betone ausdrücklich, dass mein Kollegium sowie ich selbst diese Maßnahme als äußerst unbefriedigend und bedauerlich wahrnehmen.“ Trotzdem sehe sich die Schule gezwungen, die Eltern zu bitten, ihre Kinder für die Zeit abzumelden. Wer nicht abgemeldet wird, bekomme automatisch einen Platz in einer neuen Notbetreuungsgruppe.

Von Michael Walter

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