Keine Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge mehr vorhanden

Kaufen, mieten, pachten: Stadt sucht Wohnraum

Syke - Von Michael Walter. „Syke ist dicht“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Die Stadt hat aktuell keine Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge mehr. Für die Stadtverwaltung bedeutet das dringenden Handlungsbedarf. Denn laut Zuteilungsquote muss die Stadt bis Ende September noch 28 weitere Personen aufnehmen. Und dass die Stadt ab dem vierten Quartal nochmals eine weitere Zuteilung erhält, gilt als sicher.

„Wir suchen Häuser und Wohnungen. Alter und Lage sind dabei zunächst einmal egal. Wichtig ist: Sie müssten im Prinzip WG-tauglich sein“, sagt Laue. Das heißt: Ideal wären möglichst gleich große Räume mit genügend Platz für Betten, Schrank, Tisch und Stühle. Wohnungen mit 30m² großen Wohnzimmern und vergleichsweise winzigen Nebenräumen wären dagegen schwierig aufzuteilen. „Auch das Untervermieten einzelner Zimmer wäre für uns denkbar“, sagt die Bürgermeisterin.

Was sie nach Möglichkeit vermeiden möchte: Flüchtlinge in Massenquartieren unterzubringen, wie es in anderen Kommunen bereits praktiziert wird. „Das ist für alle Beteiligten die schlechteste Lösung“, findet Suse Laue. „Aber wenn ich nichts anderes mehr habe, müssen wir auch eine Turnhalle nehmen. Das ist nicht gewollt“, betont sie, „das ist nicht schön, und das ist auch nicht ganz einfach, was Küche, Sanitäranlagen und die Versorgung betrifft. Die Unterbringung in Wohnungen ist der deutlich bessere Weg.“

Und deshalb sucht die Stadt dringend Angebote. Ansprechpartnerin im Rathaus ist dafür Hilde Hemmer unter 04242/164-301. „Außer auf Wohnraum sind wir auch auf ganz profane Dinge angewiesen“, sagt Hemmer und meint damit Gegenstände des täglichen Bedarfs, mit denen die Flüchtlinge ausgestattet werden müssen: Bettwäsche, Handtücher, Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen und Besteck. Sofern sie gut erhalten sind, gerne auch gebraucht.

Gebrauchen kann die Stadtverwaltung darüber hinaus auch Fahrräder (besonders für Kinder), Staubsauger oder Rasenmäher. Hilde Hemmer: „Wenn jemand zufällig einen übrig hat, weil er sich vielleicht grade einen neuen gekauft hat, würden wir uns freuen.“

Für die Unterbringung und Ausstattung der Flüchtlinge erhält die Stadt über den Landkreis Geld aus Bundesmitteln. Allerdings nur in Form einer nicht kostendeckenden Einzelfall-Pauschale.

Bisher gab es bei der Mietkostenerstattung auch noch einen weiteren kleinen Haken: „Wir haben für eine Wohnung nur Geld bekommen, wenn auch jemand dort gewohnt hat“, sagt Suse Laue. „Aber so schnell kann man auf dem Wohnungsmarkt gar nicht mehr agieren, dass wir erst anmieten, wenn die Flüchtlinge schon vor der Tür stehen. Wir müssen schon vorab anmieten. Bisher sind wir auf diesen Mehrkosten sitzen geblieben. Inzwischen gibt es eine Regelung, die ab Mietbeginn gilt.“

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Rubriklistenbild: © dpa

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