Keine Belege über Verwendung von 3000 Euro vom Vereinskonto / Weitere 400 Euro Spritkosten ebenfalls nicht nachweisbar

Unterschlagung: Kleingärtner zeigen Ex-Vorsitzenden an

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Beim Kleingartenverein Friedeholz hängt der Haussegen schief.

Syke - Von Michael Walter. Der Kleingartenverein Friedeholz hat seinen im März zurückgetretenen langjährigen Vorsitzenden Helmut Meyer jetzt wegen Unterschlagung angezeigt. Das erklärte der kommissarische Vorsitzende Walter Schwochow am Samstag auf der Halbjahres-Versammlung des Vereins.

Laut Darstellung von Walter Schwochow und Kassenführerin Tina Spille habe eine Prüfung durch einen Steuerberater ergeben, dass es keinerlei Nachweis über den Verbleib beziehungsweise die Verwendung von insgesamt rund 3000 Euro gebe, die Meyer in den Jahren 2012, 2013 und 2014 vom Vereinskonto abgehoben habe. Daher habe der amtierende Vereinsvorstand Ende Juli Anzeige gegen Meyer erstattet.

Helmut Meyer gab dazu auf der Versammlung keine Erklärung ab und war auch auf Nachfrage der Kreiszeitung zu keiner Stellungnahme bereit.

Darüber hinaus kann Meyer auch für weitere rund 400 Euro keinen Nachweis erbringen. Laut Kassenführerin Tina Spille geht es dabei um „Spritbelege aus dem Jahr 2014 ohne Nachweis der Legitimation“. Heißt im Klartext: Meyer hat im vorigen Jahr auf Vereinskosten für 400 Euro getankt, kann aber nicht nachweisen, für welche Fahrten er den Sprit verbraucht hat.

Auf der Versammlung berief sich Meyer mehrfach auf einen Beschluss aus einer weiter zurückliegenden Mitgliederversammlung, der ihm die Fahrtkostenerstattung lediglich gegen Vorlage des Tankzettels ausdrücklich erlaubt habe. Nach Aussage des amtierenden Vorstands seien allerdings die Unterlagen, die Meyer nach seinem Rücktritt hinterlassen habe, nicht vollständig. Unter anderem fehle das Protokoll eben dieser Versammlung, auf die Meyer sich berief. Meyer selbst konnte dieses Protokoll ebenfalls nicht vorlegen.

Die Mitgliederversammlung beschloss daher mit deutlicher Mehrheit: Wenn Meyer bis zur nächsten Hauptversammlung im Januar nicht nachweisen kann, dass er diese 400 Euro im Dienst für den Verein verfahren hat, solle er dieses Geld ersetzen.

Mitglied Gerhard Mey – selbst beim TSV Barrien als Vorsitzender engagiert – betonte: „Es gibt in der Vereinssatzung keine Regelung, die besagt, dass Mitglieder überhaupt Fahrtkosten erstattet bekommen. Es ist ein Unding, dass sich jemand selbst bedient.“

Helmut Meyer dazu: „Es hat sich 16 Jahre lang keiner darüber aufgeregt.“

Die gute Nachricht des Tages war: Aktuell stimmt die Kassenführung. Alle Zahlungsein- und -ausgänge des laufenden Geschäftsjahrs ließen sich lückenlos nachweisen, bestätigten die Kassenprüfer.

Das ändert allerdings nichts daran, dass der Verein klamm ist. 2500 Euro „Miese“ erwartet der Vorstand bis Jahresende. Hauptgrund: Im Dezember wird die Pacht für das kommende Jahr fällig. Und die macht allein schon etwa 1900 Euro aus. Das Vereinsgelände gehört der Forstverwaltung.

Um dem entgegen zu wirken, gaben die Mitglieder ihrem Vorstand mehrheitlich grünes Licht, die Rücklagen aufzubrauchen und eine einmalige Umlage von 20 Euro pro Garten zu erheben. Darüber hinaus soll der Vorstand mit der Forstverwaltung über eine eventuelle Streckung der Pachtzahlung verhandeln.

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