Speziell Jüngeren Mut machen

Rheuma: Keine Alte-Leute-Krankheit

+
Das neue Leitungsteam der Syker Rheumaliga hat sich seit seiner Wahl im April gut zusammengefunden. Von links: Ines Plate, Petra van Lück-Ebernickel und Sylvia Grundmann sowie Regine Dreyer, die die Fibromyalgie-Gruppe leitet.

Syke - Von Michael Walter. Man muss echt viel Zeit investieren, und es ist manchmal auch ein bisschen aufregend. Aber man kriegt dafür auch unheimlich viel zurück. – Das ist zusammengefasst das erste Fazit des neuen Leitungsteams der Syker Rheuma-Liga.

Seit Anfang April ist es im Amt. „Und wir haben uns inzwischen echt gut zusammengefunden“, finden Sylvia Grundmann, Ines Plate und Petra van Lück-Ebernickel. Zu diesem Dreigestirn kommt noch Regine Dreyer hinzu, die innerhalb der Rheuma-Liga die Fibromyalgie-Gruppe leitet. Fibromyalgie ist eine Art Weichteilrheuma.

Beerbt hat dieses Team Ilona Rieger, die zehn Jahre lang die Syker Rheuma-Liga geleitet und im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen einen Schlussstrich für sich gezogen hatte. Sylvia Grundmann traf das nicht überraschend. „Dreimal hat Ilona Rieger mich gefragt, ob ich das machen würde“, erzählt sie. „Und dreimal hab ich abgesagt. Da war ich aber auch noch berufstätig – jetzt nicht mehr.“

Soll heißen: Da sie nun mehr Zeit hatte, stand einem Engagement im Leitungsteam nichts mehr im Wege. „Sowas muss man richtig machen“, findet Grundmann. „Und jetzt finde ich’s auch richtig gut.“

Sylvia Grundmann ist in Essen groß geworden, ist dann per Heirat nach Bremen gekommen und lebt inzwischen seit zwölf Jahren in Syke.

Petra van Lück-Ebernickel stammt aus Moers am Niederrhein und ist vor sieben Jahren nach Syke gezogen. In der Rheuma-Liga ist sie erst seit kurzem. „Und ich bin sofort einkassiert worden“, sagt sie lachend mit einem Blick auf ihre Teamkolleginnen.

Selbst Kinder kann es treffen

Ines Plate ist dagegen ein Kind der Region: In Barrien aufgewachsen und in Syke zur Schule gegangen. Rheuma ist keine Alte-Leute-Krankheit – das ist die Botschaft, die sie gemeinsam transportieren möchten. Selbst Kinder können Rheuma haben. Und das Team möchte speziell jüngeren Erkrankten Mut machen, den Kontakt zu suchen. „Als ich in die Rheuma-Liga eingetreten bin, war ich 40“, erzählt Ines Plate. „Und ich war mit Abstand die Jüngste.“

Dabei kann gerade in diesem Alter die Diagnose Rheuma eine persönliche wie wirtschaftliche Katastrophe bedeuten. Die dauerhafte körperliche Einschränkung ist die eine Seite der Medaille. Arbeitsunfähigkeit, Frührente und die damit verbundenen schmerzlichen Einkommensverluste die andere.

Das Leben ändert sich radikal

„Das gesamte Leben ändert sich dadurch radikal“, sagt Ines Plate. Und sie weiß, wovon sie spricht. Regine Dreyer nickt zustimmend und bringt noch einen dritten Aspekt ins Spiel: Gerade jüngere Rheumakranke werden oftmals für Simulanten gehalten. Einerseits kann sie das sogar ein bisschen verstehen. „Oder sehe ich vielleicht krank aus?“ Andererseits tut solch Ungerechtigkeit halt einfach weh.

Die Rheuma-Liga bietet vielfältige Möglichkeiten. Austausch und Information stehen da ganz oben auf der Liste. Aber auch praktische Hilfe.

Sylvia Grundmann zählt auf: „Wir betreiben im Moment sieben Wassergymnastik-Gruppen und haben immer noch Wartelisten. Dazu kommen vier Gruppen mit Trockengymnastik. Außerdem Nordic Walking und alles von Selbsthilfegruppen und Gesprächskreisen über Ausflüge und Fahrten bis hin zu Spielenachmittagen und Grillabenden.“

Wer sich näher informieren möchte: Als Ansprechpartnerin steht Sylvia Grundmann unter 04242 / 169 72 07 zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Erntefest in Neddenaverbergen 

Erntefest in Neddenaverbergen 

Trecker-Oldtimer-Treff in Vethem

Trecker-Oldtimer-Treff in Vethem

Schwarmer Familientriathlon

Schwarmer Familientriathlon

20 Jahre Gemüseabo in Dörverden 

20 Jahre Gemüseabo in Dörverden 

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

NDR berichtet live über Ballonfahrer

NDR berichtet live über Ballonfahrer

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Kommentare