Kein Geld mehr für Kantorenstelle

Christuskirche droht die Stille

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Die Kirchenmusikerin Annika Köllner.

Syke - Von Maik Hanke. Ein Gottesdienst ohne Orgelmusik ist für viele wie ein Baum ohne Blätter. Doch an den Gedanken muss man sich in Syke gewöhnen: Ab 2017 gibt es in der Christuskirche keinen hauptamtlichen evangelischen Kirchenmusiker mehr. Angst vor der Stille hat Superintendent Dr. JörnMichael Schröder aber nicht.

Die studierte Kirchenmusikerin Annika Köllner ist seit 2013 Kantorin in Syke. Sie spielt in den Gottesdiensten Orgel, leitet Kirchenchöre, organisiert Konzerte und mehr. Spätestens Ende 2016 ist für sie in Syke damit allerdings Schluss.

Das kommt nicht überraschend: Die Kantorenstelle wird bereits seit 2011 aus Projektmitteln der Landeskirche für Berufsanfänger finanziert. Die Gelder laufen Ende des kommenden Jahres aus, eine Verlängerung gibt es nicht – das ist bekannt.

Klar ist mittlerweile auch: Einen neuen hauptamtlichen Kirchenmusiker wird es in Syke nicht geben. Den kann sich die Gemeinde nicht leisten.

„Ein Riesenverlust“, beklagt Pastorin Albertje van der Meer. Sie war und ist mit der Arbeit von Annika Köllner sehr zufrieden.

Die Kirchenmusik muss zukünftig nicht zwingend ausfallen – die Gemeinde sucht Ersatz. Bei der Qualität des Organisten wird sie aus Kostengründen allerdings Abstriche machen müssen.

„Was uns nach 2016 noch zusteht, ist die Grundzuweisung“, erklärt van der Meer. Das heißt, der Kirchenkreis finanziert weiter einen Organisten für Gottesdienste und Amtshandlungen wie Trauungen und Beerdigungen – mehr aber nicht. Superintendent Schröder geht zudem davon aus, dass es sich dabei nur um Mittel in Höhe von 3500 bis 4000 Euro pro Jahr handelt. Nicht genug, um einen hochqualifizierten hauptamtlichen Organisten zu bezahlen.

„Wir müssen was Neues erfinden“, sagt van der Meer. Wie die Lösung aussehen könnte, ist völlig offen. Vielleicht ein Einsteiger in die Kirchenmusik? Oder könnten sich mehrere Organisten den Posten teilen?

Superintendent macht sich „keine Sorgen“

„Wir würden uns eine möglichst beständige Lösung wünschen“, so die Hoffnung van der Meers. Nach Möglichkeit jemanden, der jeden Sonntag Zeit hat, in den Gottesdiensten zu spielen.

Und wenn man den nicht findet? Dann kann es vorkommen, „dass wir an manchen Sonntagen keinen Organisten haben“.

Auch die Kirchenchöre brauchen neue Leiter. Immerhin kann die Gemeinde auch in diesem Bereich auf finanzielle Unterstützung hoffen – durch die Kirchenmusikstiftung. Schröder tippt auch hier auf 3500 bis 4000 Euro pro Jahr.

Der Superintendent ist zuversichtlich, die Lücken stopfen zu können. „Hier für Syke mache ich mir eigentlich keine Sorgen.“ Vertretungsgesuche hätten bereits gezeigt, dass es im Umland durchaus geeignete Musiker gebe. Und ein bisschen Zeit sei ja auch noch.

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