Ausschuss vertagt Sportstättenförderung / Kindergartenplätze reichen knapp

Kein Engpass und kein Geld

Zum ersten Mal seit Jahren muss die Stadt auf absehbare Zeit keinen neuen Kindergarten (Bild: Kindergarten Konfetti) bauen. Archivfoto: Frank Jaursch
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Zum ersten Mal seit Jahren muss die Stadt auf absehbare Zeit keinen neuen Kindergarten (Bild: Kindergarten Konfetti) bauen. Archivfoto: Frank Jaursch

Syke – Die beiden umfangreichsten Themen hat der Ausschuss für Generationen auf seiner Sitzung am Mittwochabend gar nicht behandelt: die Anträge des FC Gessel-Leerßen und des TSV Barrien auf kräftige Baukostenzuschüsse. Auf Wunsch von Karsten Bödeker (SPD) strich der Ausschuss beide Themen wieder von der Tagesordnung.

„Beide Vorlagen nehmen Bezug auf den Stadtsportring. Der hat aber noch gar nicht getagt“, begründete Bödeker. Er schlug vor, zunächst den Stadtsportring (SSR) zu diesen Fragen zu hören und dann der Verwaltung Gelegenheit zu geben, gegebenenfalls die Beschlussvorlagen noch einmal zu überarbeiten.

Es geht um das Thema Sportstättenförderung. Die ist ureigene Sache des SSR, der quasi das politische Selbstverwaltungsorgan der Syker Sportvereine ist. Dafür bekommt der SSR jedes Jahr einen eigenen Etat, den er selbstständig vergeben kann. Allerdings gehört zu den Spielregeln auch, dass Investitionsmaßnahmen, die den normalen Rahmen sprengen würden, separat vom Rat der Stadt und seinen Ausschüssen entschieden werden.

Der FC Gessel-Leerßen möchte für den Umbau seines Vereinsheims zu einem Sport- und Bewegungszentrum 75 000 Euro zusätzlich zu den bereits über den SSR beantragten Mitteln. Der TSV Barrien möchte sein bestehendes Sport- und Bewegungszentrum erweitern und beantragt dafür 150 000 Euro zusätzlich. Der bisherige Vorschlag der Verwaltung lautet für den FC Gessel-Leerßen auf Zustimmung und für den TSV Barrien auf Ablehnung. Begründung: Der TSV hat bereits vor zehn Jahren erhebliche Zuschüsse für den Bau seines Sport- und Bewegungszentrums erhalten. Ein erneuter Zuschuss in dieser Größenordnung würde im Verhältnis zu den Gesamtkosten auch eine deutlich höhere Förderquote bedeuten als beim FC Gessel-Leerßen.

„Wir würden heute zu keinem befriedigenden Ergebnis kommen“, plädierte Bödeker für ein Vertagen der Beratung. Der Ausschuss schloss sich dieser Meinung an.

Wann immer in den vergangenen Jahren das Thema Kindergartenplätze auf der Agenda stand, brach den Rats- und Ausschussmitglieder fast automatisch der kalte Schweiß aus. Denn regelmäßig lautete die Botschaft: Wie müssen noch einen neuen Kindergarten bauen. Was mit hohen Investitionen und langfristigen Folgekosten verbunden war.

Nicht so diesmal: Fachbereichsleiterin Claudia Prößler stellte anhand der Anmeldezahlen dar: Aktuell kriegt die Stadt alle angemeldeten Kinder unter, wenn auch nicht ausnahmslos jedes in seinem Wunschkindergarten. Und mittelfristig verschafft der voriges Jahr beschlossene Neubau eines dreigruppigen Kindergartens in Okel so viel Luft, dass auch in den nächsten Jahren kein Engpass zu befürchten ist. Ähnlich sieht es bei der Nachmittagsbetreuung im Schulbereich aus. Prößler: „Wir kommen gerade so aus.“ Ganztagsschulen und ergänzende Angebote wie der pädagogische Mittagstisch in Barrien seien da sehr hilfreich.

Vom Ausschuss um einen kurzen Ausblick auf die personelle Situation gebeten, erklärte Prößler: Etliche Mitarbeiter aus den Kindergärten gehen in absehbarer Zeit in den Ruhestand, und deren Stellen müssten neu besetzt werden. „Der Arbeitsmarkt ist eng.“ Von den rund 130 Mitarbeitern im Kita-Bereich seien nur sieben oder acht Männer. „Es gibt Erzieher. Aber die bewerben sich nicht in den Kita-Bereich.“

Von Michael Walter

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