Ordnung im Wirrwarr

Katrin Zettermann-Wawrzinek stellt im Café Alte Posthalterei aus

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20 Bilder hat Katrin Zettermann-Wawrzinek in Windeseile im Café Alte Posthalterei platziert: „Wenn ich in einen Raum komme, weiß ich sofort, was wohin soll.“ 

Syke - Von Marc Lentvogt. Bei ihrem nächsten Arbeitseinsatz im Café Alte Posthalterei kann Gudrun Lösche sich etwas mehr wie zu Hause fühlen. Und ihre Gäste dürfen sich darauf freuen, nicht nur auf den Kuchen, sondern auch auf die Wände hingewiesen zu werden. Denn: Für zwei Monate stellt ihre gute Freundin Katrin Zettermann-Wawrzinek im Café aus. Morgen zur Eröffnung lässt Lösche es sich nicht nehmen, die Laudatio zu halten.

„Für mich ist es sehr schön, weil ich viele Bilder in der Entstehung gesehen habe“, erzählt Lösche. Etwa 20 Bilder hat Zettermann-Wawrzinek mitgebracht, um sie im Café und im Spieker aufzuhängen – zu wenig, wie sie feststellen musste. Etwas mehr Platz ist noch, bis Ausstellungsbeginn werden die Lücken natürlich gefüllt.

18 Jahre stellt Zettermann-Wawrzinek ihre Werke bereits aus. Wie besonders ist es heute noch, eine Ausstellung zu bestücken? „Die Ausstellung ist für mich nicht ausschlaggebend – wenn ein Bild fertig ist, freue ich mich.“ Dann brauche die Künstlerin erst mal eine Zeit, in der das Werk in ihrem Atelier steht, ehe sie es zu teilen bereit ist.

Besucher der Alten Posthalterei dürfen sich daher freuen, dass auch ein sehr junges Werk im Café zu bestaunen sein wird.

Struktur und Durcheinander

Bunte Farben strahlen von den Wänden, viele der Bilder haben auf den ersten Blick einen Hauch von Willkür zu eigen. „Ich male am liebsten wirr und bringe das durch Ornamente wieder in Ordnung.“ Die Muster können ganz unterschiedliche Formen annehmen, aber doch, jedes der ausgestellten Werke bietet gleichermaßen Struktur und Durcheinander an – dem Betrachter steht es frei, welchen Aspekt er als dominant wahrnimmt.

Doch Farbe, Unordnung und Ornamente sind eigentlich nur Beiwerk – „der eigentliche Star ist die Schrift“. Viele Satzschriftarten hat Zettermann-Wawrzinek bereits ausprobiert, einige der Bilder im Café Alte Posthalterei sind mit einer am Altpersischen orientierten Schriftart verziert. Die Zeichen können gelegentlich eine Bedeutung tragen, tun dies aber nicht zwangsläufig.

„Wenn ich male, brauche ich nicht zu denken“

Die expressiven Werke, das Grundkonzept hinter ihnen, sind bereits im Kopf der Künstlerin, wenn sie sich an die Arbeit macht. „Wenn ich male, brauche ich nicht zu denken. Es ist, als würde meine Hand nicht vom Kopf gesteuert. Meine Kunst entsteht nur, weil ich völlig frei bin und nicht in Gedanken versunken.“ Links und rechts von sich sehe Zettermann-Wawrzinek nichts mehr, wenn sie ein Bild angefangen hat und es fertigstellen möchte. Bleibt zu hoffen, dass der Betrachter sich dem einzelnen Bild zu entziehen weiß, um der gesamten Ausstellung Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Das Café Alte Posthalterei zeigt „Ornamentik im Wandel der Zeitepochen“ von Freitag, 26. Januar, bis Montag, 2. April, täglich von 14 bis 18 Uhr. Ausstellungseröffnung ist morgen um 19 Uhr.

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