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Durch die Hintertür zum zweiten Traumjob

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Von: Michael Walter

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Probesitzen mit der neuen Chefin: Kathrin Wilken (Mitte) übernimmt die Leitung der Stadtbibliothek. Das Tagesgeschäft managt weiterhin das Fünfer-Team um Maren Kulissa (links) und Simone Stubbmann. Da Wilken auch die Leitung der Abteilung Stadt & Kultur behält, braucht sie Entlastung: Für Bibliothek und Stadt & Kultur wird je eine Assistenten-Stelle neu geschaffen.
Probesitzen mit der neuen Chefin: Kathrin Wilken (Mitte) übernimmt die Leitung der Stadtbibliothek. Das Tagesgeschäft managt weiterhin das Fünfer-Team um Maren Kulissa (links) und Simone Stubbmann. Da Wilken auch die Leitung der Abteilung Stadt & Kultur behält, braucht sie Entlastung: Für Bibliothek und Stadt & Kultur wird je eine Assistenten-Stelle neu geschaffen. © Michael Walter

Kathrin Wilken übernimmt Leitung der Stadtbibliothek und behält Abteilung Stadt & Kultur

Syke – Kathrin Wilken wird die neue Leiterin der Stadtbibliothek. Das ist zwar noch nicht in trockenen Tüchern, aber so lautet die einstimmige Empfehlung des Finanzausschusses an den Rat der Stadt. Der soll in der kommenden Wochen mit dem formellen Beschluss von Haushalt und Stellenplan einen Strich drunter machen.

Damit ist die Nachfolge von Eva-Maria Meyer geregelt. Meyer hatte die Leitung der Stadtbibliothek selbst erst im Frühjahr 2020 als Nachfolgerin von Jutta Behrens übernommen, aber bereits nach gut einem Jahr wieder abgegeben, weil sie zum August 2021 – quasi vor ihrer Haustür – die Bibliothek in Barnstorf übernehmen konnte. Seitdem war die Stelle vakant.

An Kathrin Wilken hatte da noch keiner gedacht. Denn ihr fehlt der Bibliothekshintergrund in ihrem Lebenslauf. Erster Stadtrat Thomas Kuchem erklärt, wie alles gekommen ist: „Schon bei der Nachfolge für Jutta Behrens war die Zahl der Bewerber sehr überschaubar.“ Deshalb hatte sich die Stadt entschlossen, die Nachfolge von Eva-Maria Meyer bundesweit auszuschreiben und Stellenanzeigen in Fachpublikationen zu schalten. Trotzdem gab es nur vier geeignete Bewerbungen. „Wir haben alle vier eingeladen. Davon haben drei nacheinander abgesagt, und die vierte Person kam frisch von der Uni, mit null Berufserfahrung und null Führungserfahrung. Wenn sie dann vor Ideen gesprudelt hätte, hätten wir vielleicht gesagt, wir versuchen es trotzdem. Aber das war in hohem Maß ernüchternd.“

Also stand die Stadt vor der Wahl, die Stelle erneut auszuschreiben oder eine interne Lösung zu finden. Gesucht wurde eine Person mit abgeschlossenem Studium, Erfahrung in Mitarbeiterführung und Veranstaltungsplanung sowie mit konzeptionellen Fähigkeiten. Und da – so Kuchem – habe sich Kathrin Wilken quasi aufgedrängt.

Darauf angesprochen, ob sie sich das vorstellen könne, hatte Wilken geradezu begeistert reagiert. „Das ist doch ein Traumjob“, sagt sie. „Die Stadtbibliothek ist eine etablierte Marke, hat ein großes Einzugsgebiet und noch viele Entwicklungsmöglichkeiten. Ich hab mich gewundert, dass sich anscheinend niemand darauf bewerben will.“

Nach dem ersten „Wow“ kam dann die Unsicherheit. Zumal von vornherein feststand: Die Stadt hatte nicht vor, die Leitung von Stadt & Kultur jemand anderem zu übertragen. Die Leitung der Bibliothek würde für Kathrin Wilken also obendrauf kommen. „Wir waren inhaltlich zwar immer schon eng beieinander, aber arbeitstechnisch getrennt. Wie kann man das zusammen hinkriegen?“

Antwort: indem Kathrin Wilken von bestimmten Tätigkeiten entlastet wird. Im Kulturbetrieb zum Beispiel von der Terminkoordination oder der Abrechnung des Kartenverkaufs. Dafür sollen zwei Assistentenstellen sorgen, die neu geschaffen werden. Eine bei Stadt & Kultur und eine in der Bibliothek. Wilken soll sich dann vor allem um die konzeptionelle Arbeit kümmern.

In der Bibliothek biete das vorhandene Fünfer-Team genügend Fachkompetenz, um das Tagesgeschäft vollauf zu bewältigen, betont Thomas Kuchem. Dann muss die Frage erlaubt sein: Wozu muss es überhaupt eine Chef-Stelle geben, wenn doch alles funktioniert? – Die Antwort kommt aus dem Team. Simone Stubbmann: „Im Moment sind wir durch Corona noch stark eingeschränkt und können daher vieles auffangen. Wenn die Einschränkungen wegfallen, wird das nicht mehr so sein.“ Und Maren Kulissa ergänzt: „Das Team wünscht sich mehr Führung, Motivation und neue Ideen.“

Kathrin Wilkens offizieller Einstieg erfolgt nach dem Ratsentscheid „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“.

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