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Katharina Brabender ist Sykes neue Klimaschutzmanagerin

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Von: Frank Jaursch

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Katharina Brabender ist die neue Klimaschutzmanagerin der Stadt Syke.
Rheinländerin mit einer Mission: Sykes Klimaschutzmanagerin Katharina Brabender. © Jantje Ehlers

Seit dem 3. Januar hat Syke eine Klimaschutzmanagerin. Katharina Brabender möchte in den kommenden beiden Jahren erreichen, dass in der Stadt weniger Treibhausgase emittiert werden. Im Gespräch erzählt die 27-jährige Rheinländerin, warum sie sich für Syke entschieden hat und wo sie ein Schlüsselerlebnis in Sachen Klimaschutz hatte.

Syke – Thomas Kuchem macht aus seiner Freude keinen Hehl. „Wir haben auf sie gewartet – und sind heilfroh, dass sie da ist“, betont Sykes Erster Stadtrat zu Beginn des Pressegesprächs. „Sie“, das ist Katharina Brabender, 27-jährige Geografin mit Wurzeln im Rheinland – und seit Jahresbeginn die neue Syker Klimaschutzmanagerin.

Eigentlich hätte die Stadt sie schon gerne früher in ihren Diensten gehabt, erzählt Kuchem. Dass es erst zum 3. Januar so weit war, lag weder an Syke noch an der neuen Kollegin, sondern an den Modalitäten rund um die Fördermittel für die Stelle. Also hieß es für beide Seiten: Geduld bewahren.

Dass die Stadt die Expertin für die auf zwei Jahre befristete Projektstelle gewinnen konnte, verdankt sie deren Wunsch, in den Norden zu kommen. Den Bachelor-Teil ihres Geografie-Studiums hatte sie in Bonn absolviert, das Master-Studium Klima- und Umweltwandel folgte an der Uni Mainz. Den letzten Teil ihrer Master-Arbeit aber schrieb Brabender bereits in Bremen. „Und da bin ich dann auf Syke aufmerksam geworden“, schildert sie.

Klimaschutz ist nicht nur für die Syker Politik und Verwaltung, sondern auch für die neue Managerin ein „umfassendes, relevantes Thema“. Bewusst ist die Projektstelle organisatorisch direkt der Verwaltungsspitze von Bürgermeisterin Suse Laue und Thomas Kuchem unterstellt. „Das ist nicht nur ein Thema für den Bau“, betont der Erste Stadtrat, „sondern zieht sich durch ganz viele Bereiche.“

Brabender selbst sieht es als ihre Aufgabe an, das Thema in den kommenden 24 Monaten in der Kommune zu verankern. Dafür will sie viele Gespräche führen – mit Politik und Verwaltung, aber auch mit den Bürgern und Vertretern der Vereine.

Es ist ja schon relativ viel umgesetzt worden in Syke.

Katharina Brabender

„Es ist ja schon relativ viel umgesetzt worden in Syke“, hat die 27-Jährige durchaus ein Lob für das Engagement der Stadt in Sachen Klimaschutz parat. Das Kompliment nimmt Kuchem gern auf. „Den Vorwurf ,Ihr macht ja nichts!‘ find ich schon frech“, sagt der Syker Verwaltungsvize. Aber da geht noch mehr, ist sich Brabender sicher. „Ich habe schon sehr viele Ideen im Kopf.“

Ein bisschen lässt sie sich sogar schon mal in ihren Kopf schauen, in welche Richtung diese Ideen gehen. „Mobilität ist ein wichtiger Bereich.“ Hinter dem Satz verbirgt sich etwa das Ziel, sich weg vom motorisierten Individualverkehr zu entwickeln. Aber auch andere Bereiche hat sie im Blick – aus ihr sprudeln die Schlagworte nur so heraus: Bebauungspläne nachhaltiger gestalten. Energieberatung. Umweltbildung.

Eineinhalb Jahre hat sie Zeit, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen – mit dem Ziel, möglichst viele Emissionen von Treibhausgasen einzusparen. „Das soll kein Papier für die Schublade werden“, betont Kuchem, „Frau Brabender soll damit konkrete Projekte anstoßen.“ Daran schließen sich sechs Monate an, nach denen sich im Idealfall ablesen lässt, wie gut das Konzept funktioniert.

Wassernot am eigenen Leib erfahren

Für die Geografin ist der Klimaschutz schon früh in den Mittelpunkt gerückt. Im Rahmen eines Freiwilligendienstes und später bei einem Auslandssemester hat sie viel Zeit in Bolivien verbracht. „Dabei habe ich zum ersten Mal selbst Wassernot am eigenen Leib erfahren“, sagt sie. Etwa, wenn nach Unwettern die gesamte Kanalisation unbrauchbar war und erst aufwendig durchgespült werden musste.

Solche Schlüsselerlebnisse prägten die Wahl-Bremerin. Der 27-Jährigen ist dabei ein pragmatischer Ansatz ebenso wichtig wie das große Ganze. „Jeder kann was machen“, ist sie sich sicher.

Dass dieser Satz für sie derzeit noch eingeschränkt gilt, liegt auch an den Gegebenheiten nach der Kommunalwahl. Ausschüsse und Räte müssen sich erst mal inhaltlich finden. „Wir warten auf die Politik“, beschreibt es Kuchem. Die Zeit nutzt Katharina Brabender, um Syke und seine Menschen kennenzulernen. „Gerade ist viel Austausch, kein Tag ist wie der andere. Das ist für mich alles sehr, sehr spannend.“

Von Frank Jaursch

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