Karin-Lina Evers feiert heute ihren 100. Geburtstag und mag die Aufregung darüber nicht

Dieses ganze Tamtam muss sie erdulden

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Karin-Lina Evers feiert heute ihren 100. Geburtstag.

Syke - Von Detlef Voges. Menschen waren immer in ihrer Nähe. Sie dominierten allein beruflich das Leben von Karin-Lina Evers, war die gebürtige Hunsrückerin doch über 40 Jahre Gemeindeschwester in Kirchweyhe. Seit einem Jahr wohnt Karin-Lina Evers im DRK-Altenheim am Steinkamp. Am heutigen Heiligabend feiert sie ihren 100. Geburtstag. Die Heimleitung plant eine gebührende Feier mit Ständchen.

„Frau Evers ist geistig noch sehr fit“, sagt Heimleiter Jürgen Büsen und freut sich darüber, dass Karin-Lina Evers sich wohl fühlt. Sie sei im Haus integriert, betont er.

Die 100-Jährige wohnt mit Anni Neddermann (86) auf einem Zimmer. „Sie liest mir immer was vor“, sagt Karin-Lina Evers über ihre Mitbewohnerin. Und die ist gut informiert. Sie verweist auf Artikel in der Kreiszeitung, beispielsweise auf das neue Buch der Geschichtswerkstatt über die Anfänge der Nazi-Zeit in Syke. Die Folgen haben sie ja noch erlebt, erklärt sie.

Die Jubilarin wurde am 24. Dezember 1915 in Gödenroth im Rhein-Hunsrück-Kreis im heutigen Rheinland-Pfalz, geboren. 1936 begann sie eine Ausbildung an der Schwestern-Vorschule in Cabarz (Thüringen). Ihr Staatsexamen für die Krankenpflege legte sie 1939 in Köln ab.

An Köln erinnert sie sich allein schon wegen des Karnevals. „Da gab es immer was zu feiern“, erklärt sie.

Von 1949 bis 1952 gehörte die Gödenrotherin der DRK-Schwesternschaft in Bremen an. Ab 1953 war sie als Gemeindeschwester im Raum Kirchweyhe tätig.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Krankenpflege – über 40 Jahre lang. Schwester Karin war bekannt und beliebt in Kirchweyhe und umzu. Oft war sie damals mit dem Rad unterwegs, auch im Winter bei Eis und Schnee. Das war beschwerlich.

Hobbys? Hat sie nie gehabt. Keine Zeit. „Ich habe immer gearbeitet, die Patienten haben doch auf mich gewartet“, sagt sie.

Karin-Lina Evers ist die ganze Aufregung um ihren Geburtstag eigentlich gar nicht recht. „Dieses ganze Tamtam“, sagt sie und richtet ihre Augen an die Decke. „Aber das muss ich wohl über mich ergehen lassen.“

Muss sie. Sie wird ja auch nur einmal Hundert.

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