„Bei den Krippen restlos voll!“

Kann Syke auch zukünftig Rechtsanspruch auf Kita-Platz erfüllen?

Ein Überblick über die derzeitigen Kindertagesstätten auf Syker Gebiet – sowohl städtische als auch Kitas in fremder Trägerschaft. Hinzu kommen noch einige Krippen-Angebote.
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Ein Überblick über die derzeitigen Kindertagesstätten auf Syker Gebiet – sowohl städtische als auch Kitas in fremder Trägerschaft. Hinzu kommen noch einige Krippen-Angebote.

Rechtsanspruch erfüllt: Jedes angemeldete Kind hat nach den Sommerferien einen Platz im Kindergarten oder in der Krippe bekommen. Wenn auch nicht jedes in seiner Wunsch-Kita. Darüber informierte die verantwortliche Fachbereichsleiterin Claudia Prößler am Mittwochabend den Ausschuss für Generationen. Doch sie machte deutlich: Für die Stadt wird es sehr schwer, diesen Rechtsanspruch auch in Zukunft zu erfüllen.

Syke – Grund: Die Syker Kitas sind voll, und es kommen laufend weitere Anmeldungen hinzu. „Bei den Krippen sind wir restlos voll“, so Prößler. „Wir haben derzeit keinen einzigen Platz mehr frei. Das ist ein Problem für Familien, die jetzt nach Syke ziehen.“ Im Kindergarten-Bereich – also ab drei Jahren aufwärts – sieht es noch etwas besser aus. Aber auch da sind die vorhandenen Kapazitäten annähernd ausgeschöpft.

Anstieg bei den Neugeborenen

Claudia Prößler skizzierte, wie sich eine Verschärfung der Lage für die kommenden Jahre bereits am Horizont abzeichnet, indem sie die Entwicklung einzelner Geburtsjahrgänge darstellte. Sie verglich dabei, wie viele Kinder pro Jahrgang im Februar beim Einwohnermeldeamt der Stadt bekannt waren und wie viele es aktuell jeweils sind. Ergebnis: in jedem Jahrgang ein Plus zwischen 2 und 20 Kindern. Besonders drastisch ist der Anstieg bei den Neugeborenen: Von Oktober 2020 bis Januar 2021 waren es 65. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind es 201. Dass diese Kurve so nach oben zeigt, liegt laut Prößler vor allem am starken Zuzug von Familien nach Syke.

„Das ist Wahnsinn, wie sich das entwickelt“, sagt die Fachbereichsleiterin. „Seit ich hier bin, hat sich die Zahl der Tagesstätten verdoppelt.“ Und es steht angesichts der vorliegenden Zahlen zu erwarten, dass die Stadt noch mehr Kindergärten bauen muss.

Bauverzögerungen in Okel

Angesichts der aktuellen Entwicklung wird die Verzögerung beim Bau des Kindergartens in Okel langsam zu einem echten Problem. Denn die Kinder sind da und müssen untergebracht werden, und in den vorhandenen Kitas ist dafür kein Platz. „Es läuft übergangsweise auf einen Mobilbau in Okel hinaus“, so Claudia Prößler. Was mit enormen zusätzlichen Kosten verbunden ist. „Das ist unterm Strich doppeltes Geld. Aber uns bleibt nichts anderes übrig, wenn wir den Rechtsanspruch erfüllen sollen.“

Von Stefanie Bremer, der Elternvertreterin im Ausschuss, kam der Hinweis, die Stadtverwaltung möge in ihre weitere Überlegungen den Hort in Barrien einbeziehen. Denn auch der sei voll. „Es kann gut sein, dass Eltern in Barrien schon nächstes Jahr Probleme bekommen, ihre Kinder zu betreuen.“

Kosten nur bedingt vergleichbar

Zuvor hatte Claudia Prößler dem Ausschuss einen Kostenvergleich vorgelegt. Das Gremium hatte in einer früheren Sitzung nachgefragt, ob und wie sich die Betreuungskosten pro Kind in den städtischen Kindergärten von den Kitas in Trägerschaft von Kirche, DRK oder Lebenshilfe unterscheiden. Prößlers Zahlen zeigten dabei große Unterschiede von bis zu 200 Euro pro Kind im Monat. Die Fachbereichsleiterin betonte jedoch, dass sich diese Zahlen im Grunde gar nicht vergleichen ließen.

Die ermittelten Unterschiede hätten vielfältige Gründe. Etwa ob es sich um eine Integrationsgruppe handelt oder nicht (die ist kleiner und hat eine zusätzliche Betreuungskraft), wie die Betreuungszeiten sind (Prößler: „Von 8 bis 12 ist billiger als von 7 bis 16 Uhr“), in welcher Gehaltsgruppe das Personal eingestuft ist (erfahrene Kräfte verdienen mehr als Berufsanfänger) oder ob es sich „nur“ um einen Kindergarten handelt oder die Kita auch eine Krippe hat. Denn eine Krippengruppe bedeutet mehr Einnahmen. „Wenn man das alles genauer betrachtet, sind die Unterschiede gar nicht so schlimm“, so Claudia Prößler.

Auch ein Vergleich mit den Kosten in anderen Gemeinden sei aus denselben Gründen schwierig. Der Ausschuss gab sich damit zufrieden.

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